Polestar hat die größte Modelloffensive seiner Geschichte angekündigt. Die schwedisch-chinesische Marke plant, in den nächsten drei Jahren vier neue Modelle auf den Markt zu bringen — vom Grand Tourer Polestar 5 bis zum Kompakt-SUV Polestar 7, das in Europa gebaut werden soll.
„Wir starten die größte Modelloffensive unserer Geschichte — vier Premium-Elektroautos in nur drei Jahren", erklärte Polestar-Chef Michael Lohscheller in einer Pressemitteilung. „Wir konzentrieren uns auf die Mitte des Elektroauto-Marktes — dort, wo Nachfrage und Marge am höchsten sind."
Der Zeitplan sieht folgendermaßen aus: Der Polestar 5, ein viertüriger Grand Tourer, der letztes Jahr vorgestellt wurde, wird im Sommer 2026 an Kunden ausgeliefert. Bereits im vierten Quartal dieses Jahres kommt eine neue Variante des Polestar 4 auf den Markt. Anfang 2027 enthüllt Polestar die zweite Generation des Modells 2, und 2028 tritt die Marke mit dem Polestar 7 in das Segment der Kompakt-SUVs ein.
Der aktuelle Polestar 4 gehört zu den umstrittensten Neuheiten auf dem Markt — ihm fehlt nämlich ein klassisches Heckfenster. Der Fahrer muss sich ausschließlich auf einen digitalen Rückspiegel mit Kamera verlassen; laut Autovisie gewöhnen sich Fahrer nur schwer daran.
Die neue Variante des Polestar 4 löst dieses Problem. Das Heckfenster kehrt zurück, und das Auto bietet mehr Platz. „Schweden ist bekannt für seine Kombis und SUVs von Weltklasse. Wir kombinieren die Praktikabilität eines Kombis mit der Vielseitigkeit eines SUVs und der für Polestar typischen Dynamik", beschreibt Lohscheller.

Der Polestar 2 ist das Modell, mit dem die Marke groß geworden ist — seit 2020 wurden über 190.000 Einheiten verkauft. Nach sieben Jahren auf dem Markt ist es Zeit für einen Generationswechsel. Die zweite Generation kommt Anfang 2027. Aus den ersten Silhouetten ist bereits eine neue Lichtsignatur erkennbar, die vom größeren Polestar 5 inspiriert ist.
Das Kompakt-SUV Polestar 7 zielt auf das größte Elektroauto-Segment Europas ab — Kompakt-SUVs machten 2025 rund ein Drittel des gesamten verkauften Elektroauto-Volumens aus. „Wir sind überzeugt, dass wir Kunden ein progressives, leistungsorientiertes Auto zu einem sehr attraktiven Preis bieten werden — und in Europa gebaut", ergänzte Lohscheller.
Durch die Produktion in Europa könnte der Polestar 7 den zusätzlichen EU-Zöllen auf aus China importierte Elektroautos entgehen und gleichzeitig die Bedingungen einiger nationaler Förderprogramme besser erfüllen.
Polestar verkaufte 2025 weltweit 60.199 Fahrzeuge (+34 % im Jahresvergleich). Wie Autoblog.nl berichtet, erwirtschaftet die Marke trotz Rekordverkäufen weiterhin erhebliche Verluste. Für 2026 erwartet Polestar ein niedriges zweistelliges Verkaufswachstum und eine Erweiterung des Vertriebsnetzes um 30 %.
Aus den kurzfristigen Plänen scheint der Sport-Roadster Polestar 6 herausgefallen zu sein. Laut AutoWeek wurde das Projekt aufgrund des engen Segments und der hohen Kosten verschoben.
In Tschechien wird Polestar von Polestar Czech mit einem Showroom in Prag vertreten. Aktuell werden drei Modelle angeboten: Polestar 2, Polestar 3 und Polestar 4. Die Marke gehört wie Volvo zur Geely-Gruppe — und genau das Volvo-Händlernetz dient als Servicebasis.
Für tschechische Kunden ist die Aussicht auf den Polestar 7 am interessantesten. Das in Europa gebaute Kompakt-Elektro-SUV müsste möglicherweise nicht den Einfuhrzoll-Aufschlag aus China tragen, den derzeit die auf chinesischen Fertigungslinien produzierten Modelle zahlen. Polestar hat bisher weder den Zielpreis noch die konkrete europäische Fabrik bekannt gegeben. Die Finanzergebnisse für 2025 sollen am 27. März veröffentlicht werden.