JAC ist die Abkürzung für Anhui Jianghuai Automobile Group - einen staatseigenen chinesischen Automobilhersteller aus der Stadt Hefei, der bereits 1964 gegründet wurde und sich lange Zeit vor allem auf Nutzfahrzeuge und Lkw konzentrierte. Auf den tschechischen Markt trat er offiziell im Mai 2026 mit gleich sechs Modellen ein: von einem kleinen Elektroauto über SUVs bis hin zu zwei Pick-ups.
JAC gehört zu den ältesten chinesischen Automobilherstellern und ist in Europa vor allem durch ihre Verbindungen zu etablierten Akteuren interessant. Im Jahr 2017 gründete das Unternehmen ein Joint Venture mit dem Konzern Volkswagen, in dem die deutschen Partner drei Jahre später die Mehrheitsbeteiligung übernahmen - heute firmiert es unter dem Namen Volkswagen Anhui. JAC produzierte zudem viele Jahre lang vertraglich Elektroautos für die Marke NIO, bevor diese die Produktion selbst übernahm. Die Pkw-Modelle, die JAC in Europa verkauft, basieren auf ihrer heimischen Baureihe Sehol.
Das Angebot eröffnet der J7 Plus, ein knapp fünf Meter langer Liftback mit dem Benzinmotor 1,5 TGDI, der zugleich das günstigste Modell der Marke in Tschechien ist. Das Elektroangebot vertritt der städtische E30X mit LFP-Batterie und einer Reichweite von 374 km nach WLTP, serienmäßiger Wärmepumpe und V2L-Funktion. In das SUV-Segment zielen der JS6 und der größere, sechs- bis siebensitzige JS8 Pro. Den Abschluss des Angebots bilden die Pick-ups T8 Pro und T9 mit Zweiliter-Diesel, Geländeuntersetzung und einer Nutzlast von rund einer Tonne - Konkurrenten für den Toyota Hilux oder den KGM Musso.
Importeur für Tschechien ist die Gesellschaft GBJ CZ s.r.o., die an den polnischen Distributor angebunden ist - die tschechische Website und die Preislisten sind daher aus den polnischen Unterlagen abgeleitet entstanden. Die Marke setzt auf eine Kombination aus niedrigem Preis und reichhaltiger Serienausstattung: Bereits die Basismodelle verfügen über 360°-Kameras, einen adaptiven Tempomaten und große Touchscreens. Wie bei anderen chinesischen Marken, die in den letzten Jahren nach Europa gekommen sind - Chery, Omoda oder Dongfeng - wird die entscheidende Frage die Dichte des Servicenetzes und der Restwert sein, also Bereiche, in denen sich die chinesischen Hersteller erst noch etablieren müssen. Bei den Elektromodellen gelten zudem die Einfuhrzölle, die die EU 2026 auf chinesische Elektroautos eingeführt hat.