Es gibt keine größere Verantwortung, als im Auto unsere Kleinsten mitzunehmen. Zugleich ist es eine der anspruchsvollsten Disziplinen am Steuer, was sicher alle Eltern bestätigen werden. Kinder langweilen sich im Auto oft, und als Elternteil versucht man, sie zu beruhigen oder zu beschäftigen. Wenn das aber der Fahrer während der Fahrt übernimmt, ist der Weg zum Unfall automatisch nur noch kurz. Damit Kinder sicher sind, müssen sie in Kindersitzen mitfahren. Und mit denen ist heute automatisch das Isofix-System verbunden. Wissen Sie, um welches System es geht, warum es so sicher ist und wo Sie es finden? Genau das klären wir heute.
Tipp: Ab wann darf ein Kind auf eine Sitzerhöhung, welche Strafen drohen und was gilt im Ausland? Das finden Sie in unserem Ratgeber Sitzerhöhung fürs Auto: ab wann darf sie ein Kind nutzen und was sagt das Gesetz - einschließlich interaktivem Rechner, der den passenden Sitz für Ihr Kind empfiehlt.
Schon im Jahr 1997 tat sich Volkswagen mit dem bekannten Hersteller von Kindersitzen, der Firma BRITAX RÖMER, zusammen, um gemeinsam ein neues Sicherheitssystem für die Beförderung von Kindern in Autos zu entwickeln. Aus dieser Zusammenarbeit entstand genau Isofix, das erstmals im Golf der vierten Generation erschien. Erst nach wenigen Jahren wurde dieses System zum serienmäßigen Bestandteil praktisch aller Fahrzeuge auf dem Markt.
Es handelt sich im Grunde um eine feste Verbindung zwischen dem auf Sitzen montierten Kindersitz und dem Auto. Das System funktioniert über einfache Verankerungspunkte, die fest mit dem Auto verbunden sind und in die sich der Kindersitz sehr einfach einklicken lässt. Allerdings muss auch dieser mit Isofix ausgestattet sein. Dann lässt sich der Kindersitz sowohl auf den Rücksitzen als auch auf dem Beifahrersitz befestigen.
Man kann sagen, dass dieses System die überwältigende Mehrheit der nach 2002 gebauten Modelle hat. Ältere Fahrzeuge haben es meist nicht; daher ist es sinnlos, dafür einen mit Isofix ausgestatteten Sitz zu kaufen. Solche Sitze sind nicht nur schwerer, sondern vor allem teurer. Isofix lässt sich im Auto nicht nachrüsten. Wenn Sie ihn nicht haben, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den Sitz mit Kind im Auto klassisch zu sichern, also mit dem Sicherheitsgurt. Daran ist nichts falsch! Isofix ist nur etwas sicherer und verhindert zum Beispiel auch ein ungewolltes seitliches Kippen des Kindes im Sitz. Auch bei einem Unfall arbeitet es besser, schon weil seine Einfachheit jeden Fehler beim Verankern des Sitzes verhindert. Vergessen Sie nicht, dass bei Sitzen der Gruppen II-III (15–36 kg) das Isofix-System zudem in Kombination mit dem Sicherheitsgurt des Autos genutzt wird.

Rechnen Sie damit, dass ein Kind im Laufe der Zeit gleich mehrere Arten von Rückhaltesystemen, also Sitzen, braucht. Sich darin zurechtzufinden ist nicht kompliziert. Wir orientieren uns an der Einteilung von Besip, das sich regelmäßig mit Kindersitzen beschäftigt.
Gruppe 0 ist für Kinder bis 10 kg vorgesehen, also bis etwa zum Alter von einem Jahr. Es handelt sich um sogenannte Babyschalen, bei denen das Kind entgegen der Fahrtrichtung in den Sitz gesetzt wird; der Sitz selbst wird mit den Sicherheitsgurten für Erwachsene befestigt. Im Falle eines Aufpralls wird das Kind mit der ganzen Körperfläche in den Sitz gedrückt. Der Platz, auf dem der Sitz montiert ist, darf keinen Airbag haben, beziehungsweise muss der Airbag deaktiviert sein.
Gruppe I ist für Kinder mit einem Gewicht von 9 bis 18 kg vorgesehen, also ungefähr für Kinder bis 4 Jahre. Das Kind wird in einem Kindersitz dieser Gruppe mit Fünfpunkt-Sicherheitsgurten gesichert; der Gurt hält die Schultern des Kindes an zwei Verankerungspunkten, die Hüften des Kindes an zwei Verankerungspunkten und den Schritt an einem Verankerungspunkt. Der Sitz selbst wird so platziert, dass das Kind darin in Fahrtrichtung sitzt, und wird mit den Sicherheitsgurten für Erwachsene am Autositz befestigt.
Gruppe II ist für Kinder mit einem Gewicht von 15 bis 25 kg vorgesehen. Sitze dieser Gruppe haben meist keine eigenen Sicherheitsgurte, sondern das Kind wird im Sitz zusammen mit dem Sitz selbst durch den Sicherheitsgurt für Erwachsene gehalten.
Gruppe III ist für ein Kindergewicht von 22 bis 36 kg vorgesehen. Der Kindersitz besteht häufig nur aus einem Sitzkissen ohne Rückenlehne, das das Kind auf eine Höhe bringt, in der es mit dem Sicherheitsgurt für Erwachsene angeschnallt werden kann. Die Konstruktion des Sitzkissens sollte sicherstellen, dass zusammen mit dem Kind auch das Sitzkissen mit demselben Sicherheitsgurt für Erwachsene am Autositz befestigt ist, damit es bei einem Aufprall nicht durch Trägheitskräfte unter dem Kind herausrutschen kann.

Vielleicht klingt das wie eine Banalität, aber für die Beförderung von Kindern im Auto gibt es tatsächlich gewisse Regeln. Vor einiger Zeit befasste sich damit zum Beispiel die Marke SEAT. Sie betont unter anderem, dass man für Kinder immer nur zugelassene Sitze wählen sollte. Außerdem erinnert sie daran, dass Kinder auf den Rücksitzen besser aufgehoben sind. Die Rücksitze sind nämlich mit Abstand der sicherste Platz zum Reisen.
Auch Isofix erwähnt SEAT und erinnert daran, dass die korrekte Befestigung des Sitzes, aber auch der Sicherheitsgurte und Gurte enorm wichtig ist. Interessant ist außerdem, dass es für Kinder sicherer ist, wenn sie in den Sitzen nicht mit Jacken und dicken Pullovern fahren. Besser ist ein dünner Hoodie, wodurch das Kind bei einem Unfall nicht aus dem Sitz rutscht.
Alle Ratschläge, einschließlich anschaulicher Beispiele dafür, was warum falsch sein kann, hat SEAT in einem kurzen, aber interessanten Video aufbereitet.