Arten der Klimaanlage und wie man sie richtig nutzt und wartet

Arten der Klimaanlage und wie man sie richtig nutzt und wartet

Jiří Zelinka, 17. Dezember 2019

Heutzutage ist eine Klimaanlage im Auto selbstverständlich. Erstmals bot sie 1939 Packard an, den Durchbruch schaffte jedoch Chrysler. In der Tschechischen Republik war die Škoda VOS das erste Auto mit Klimaanlage. Danach erhielten sie auch Tatra-Fahrzeuge. Heute kommt man ohne sie kaum noch aus. Im Sommer nutzen Sie sie, damit Sie im Auto nicht die ganze Kleidung durchschwitzen, im Winter wiederum, damit Sie nicht frieren. Sie hilft auch gegen beschlagene Scheiben, damit Ihre Fahrt sicher bleibt. Viele Menschen versuchen, sie möglichst wenig zu benutzen. Manche wegen des Verbrauchs, andere wegen der Motorleistung. Tatsächlich schadet die Klimaanlage an sich nicht; im Gegenteil, sie kann recht sparsam arbeiten. Damit Sie ihr aber nicht schaden, muss man richtig mit ihr umgehen. Ist sie falsch eingestellt, schadet sie nämlich auch Ihnen. Entscheidend ist jedoch die Art der Klimaanlage. Davon gibt es gleich mehrere.

Manuell

Die größte Fehlerquelle für Sie als Autobesitzer. Bei einer manuellen Klimaanlage stellen Sie Temperatur, Richtung und Gebläsestärke selbst ein. Das bedeutet: Wenn Sie alle drei Möglichkeiten in der jeweiligen Situation ungünstig wählen, müssen Sie jedes Mal mit höherem Verbrauch rechnen, als Sie sich vorstellen, oder mit häufigeren Erkrankungen, die oft langfristige Folgen haben. Das Problem der manuellen Klimaanlage ist vor allem, dass sich keine Zieltemperatur einstellen lässt. Die manuelle Einstellung führt lediglich Luft mit der Temperatur zu, auf die Sie sie eingestellt haben.

Halbautomatisch

Im Vergleich zur manuellen Klimaanlage wählen Sie bei der halbautomatischen eine genaue Temperatur vor; den Rest stellen Sie wie gewohnt selbst ein. Bei der halbautomatischen Anlage werden warme und Außenluft gemischt, um die gewählte Temperatur zu erreichen. Richtung und Gebläsedrehzahl liegen aber vollständig bei Ihnen. Heute trifft man sie nicht mehr so oft an, die Hersteller bieten vor allem Autos mit manueller oder vollautomatischer Klimaanlage an. Die manuelle ist eher den günstigeren Fahrzeugtypen vorbehalten, die automatische gibt es entweder gegen Aufpreis oder in höheren Fahrzeugklassen.

Automatisch

Dieser Typ überwacht mithilfe von Temperaturfühlern und Sensoren die eingestellte Temperatur im Auto. Sie wählen die Temperatur vor, alles Weitere übernimmt die Klimaanlage. Es gibt Einzonen- und Mehrzonen-Klimaanlagen, die dann von mehreren Sensoren überwacht werden. Sogar äußere Einflüsse, die ebenfalls die Temperatur im Auto beeinflussen, etwa die Sonneneinstrahlung, werden berücksichtigt. Die Klimaanlage bestimmt Richtung und Gebläsedrehzahl selbst und ist deshalb für den Nutzer sicherer. Natürlich können Sie weiterhin eine falsche Temperatur wählen, aber unter allen Möglichkeiten, die Ihnen die Klimaanlage bietet, ist das bei der Automatik praktisch der einzige Fehler. Wenn Sie die Temperatur richtig einstellen, ist alles völlig in Ordnung.

Die Sensoren sitzen in den Luftkanälen, am Bedienteil und auf dem Armaturenbrett. Jeder hat seine Funktion; dazu gehören die Kontrolle der Luft, die in den Innenraum strömt, die Temperatur im Innenraum und die Überwachung äußerer Einflüsse.

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Umluftbetrieb beim Einschalten

Es geht nicht nur darum, ob die Klimaanlage automatisch arbeitet oder nicht. Wichtig ist der gesamte Ablauf vor und nach dem Einschalten. Bei automatischen Klimaanlagen schaltet sich nach dem Einschalten der Umluftbetrieb selbst zu, wenn die Innenraumtemperatur höher ist als die Außentemperatur. Das gilt vor allem im Sommer, denn der Umluftbetrieb beschleunigt den Zustrom kalter Luft und damit auch das Erreichen der gewünschten Temperatur. Sind jedoch auch die hinteren Sitze besetzt, ist es besser, den Umluftbetrieb ausgeschaltet zu lassen, weil die Luft aus dem unteren Bereich des Armaturenbretts kommt, wo sich weiterhin warme Luft hält. Das Gröbste werden Sie los, indem Sie noch vor der Abfahrt alle Fenster öffnen und das Auto durchlüften. Mit eingeschaltetem Umluftbetrieb heizen Sie das Auto im Winter zugleich schneller auf. Der Umluftbetrieb sollte etwa zwei Minuten nach dem Einschalten der Klimaanlage zugeschaltet werden. Grundsätzlich ist die automatische Umluft im Jahresverlauf aktiv, sie wird bei beschlagenen Scheiben ausgeschaltet und das System versucht dann selbst, die Werte so einzustellen, dass die Scheiben nicht anlaufen. Sie hilft Ihnen zum Beispiel auch bei der Fahrt durch einen Tunnel, wo die Belastung der Luft besonders hoch ist.

So stellen Sie die Klimaanlage richtig ein

Die Grundregel lautet: Stellen Sie die Temperatur nicht um mehr als fünf Grad niedriger ein als die Außentemperatur. Ein größerer Unterschied könnte dem Körper schaden. In milderen Fällen plagen Sie Schnupfen, Erkältung und Husten, was auch zu einem längerfristigen Problem werden kann. In schlimmeren Fällen können Kreislaufstörungen oder Herzprobleme auftreten. Gleichzeitig sollte kalte Luft nicht auf Füße oder Körper blasen, sondern eher auf die Seitenscheiben. Vorsicht sollten Fahrer aber auch im Winter walten lassen, wenn sie die Klimaanlage auf mehr als 25 Grad einstellen; das führt zu Müdigkeit und Konzentrationsverlust beim Fahren.

Vergessen Sie auch nicht, alle Luftausströmer ausreichend zu öffnen und jeden gleichmäßig auszurichten. Statt sie zu schließen, richten Sie sie so aus, dass sich das Auto nach und nach insgesamt erwärmt oder abkühlt. Denken Sie auch daran, dass die Endtemperatur nicht zwingend Ihrer Einstellung entsprechen muss. Es handelt sich um die gefühlte Temperatur, die von mehreren Faktoren beeinflusst wird, besonders davon, ob Sie die Klimaanlage gerade im Sommer oder im Winter nutzen.

Air Care-Funktion

Damit die Nutzung der Klimaanlage möglichst sicher und wirksam ist, arbeiten Entwickler ständig an neuen Ideen. Tesla führte bei seinem Model X eine neue Funktion ein, die einen HEPA-Filter nutzt, um das Eindringen von Partikeln mit einer Größe von 300 Nanometern zu verhindern. Nicht nur Model X erhielt diese Verbesserung. Diesen Filter finden Sie nämlich auch im gelifteten Model S. Auf Tesla folgte Volkswagen, das die Funktion Air Care entwickelte. Sie nutzt die Mischung aus Außenluft und Innenraumluft, die dabei gereinigt wird. Das Ergebnis ist eine bessere Luftqualität. Dazu tragen ein Sensor zur Überwachung der Luftqualität und ein biogener Filter bei. Dank ihm gelangen keine Pilzsporen ins Auto, die Allergien auslösen. Der Sensor erkennt auch eine hohe Belastung der Umgebungsluft und schaltet dann automatisch den Umluftbetrieb ein. Volkswagen entschied sich, dieses System in vielen neuen Versionen von Golf, Touran, Tiguan, Passat und sogar für Polo und Arteon einzusetzen.

Dieser Funktion begegnen Sie aber auch im Škoda Octavia oder im Škoda Karoq. Auch dort verhindert sie das Eindringen von Schmutz in staubiger Umgebung. Außerdem gibt es hier eine Dreizonen-Klimaanlage, die Feuchtigkeit und Temperatur erfasst und anschließend Druck und Einstellung anpasst.

AirCare-Funktion im Škoda Karoq

Pflege der Klimaanlage

Der häufigste Fehler, der zu späteren Problemen und schlechter Haltbarkeit der Klimaanlage führt, ist schlechte Pflege. Mindestens einmal im Jahr, idealerweise nach jeweils 15 tausend Kilometern, sollten Sie sich Inspektion und Wartung der Klimaanlage widmen. Das wirkt vielleicht wie ein recht kurzer Zeitraum, doch auch nach dieser Zeit kann die Klimaanlage anfangen zu riechen. Vergessen Sie nicht, Kältemittel nachzufüllen, regelmäßig zu desinfizieren oder den Innenraumfilter zu wechseln und alle Bauteile sowie ihre Dichtheit zu prüfen. Am besten erledigen Sie diese Wartung im Frühling, damit sich kein durch Feuchtigkeit verursachter Schimmelgeruch bildet. Im Sommer sollten Sie die Klimaanlage kurz vor dem Ziel ausschalten, damit auch die gesamte Feuchtigkeit verschwindet. Schimmel und Bakterien könnten Ihnen stärker zusetzen als heiße Sommertage. Durch regelmäßige Kontrolle verlängern Sie die Lebensdauer aller Bauteile, aus denen die Klimaanlage besteht.

Für die Automatik extra zahlen?

Für eine automatische Klimaanlage zahlen Sie natürlich Aufpreis. Mechanische Einstellungen findet man vor allem in günstigeren Autos. Sie wissen sicher, dass die Klimaanlage den Verbrauch automatisch erhöht. Bei manuellen Anlagen steigt der Verbrauch um bis zu 0,35 l, sparsamer ist sie bei höheren Geschwindigkeiten. Eine halbautomatische Klimaanlage erhöhte den Verbrauch in der Stadt um bis zu 0,4 l. Am sparsamsten arbeitet die vollautomatische Klimaanlage, die den Verbrauch im Schnitt nur um 0,2 Liter erhöht. Wenn Sie also den Aufpreis zahlen, sparen Sie langfristig sicher mehr Geld. Wichtig ist aber auch, wie Sie das gesamte System pflegen. Wenn Sie die regelmäßige Wartung ignorieren, sinkt die Lebensdauer rapide und Sie müssen weiteres Geld ausgeben, das Sie nicht mehr zurückbekommen.

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