Ferrari erzielte im Schnitt 524.000 Euro pro verkauftem Auto. Das Rekordjahr 2025 zeigt die Macht der Exklusivität

Ferrari erzielte im Schnitt 524.000 Euro pro verkauftem Auto. Das Rekordjahr 2025 zeigt die Macht der Exklusivität

Jiří Zelinka, 13. Februar 2026

Ferrari beendete das Jahr 2025 mit einem Rekordumsatz von 7,146 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von über 2,1 Milliarden Euro. Dabei wurden nur 13 640 Autos ausgeliefert — etwa so viele, wie Škoda in einer einzigen Woche produziert. Wie Al Volante berichtete, erreichte der durchschnittliche Umsatz pro ausgeliefertem Auto — inklusive Einnahmen aus der Formel 1 und der Marke — 524 000 Euro.

Weniger Autos, mehr Geld

Während die meisten Automobilhersteller um jeden Prozentpunkt Marge kämpfen, bewegt sich Ferrari in einer anderen Dimension. Eine operative Marge von 29,5 % und eine EBITDA-Marge von 38,8 % sind in der Automobilindustrie beispiellos. Zum Vergleich: Porsche erreicht rund 18 %, BMW liegt bei etwa 11 %.

Die Zahl der Auslieferungen stagnierte bewusst. „Die Nachfrage bleibt sehr solide, und wir steuern sie in jedem Markt sehr streng, was unser Exklusivitätsmodell widerspiegelt. Das Orderbuch reicht bis Ende 2027,“ erklärte CEO Benedetto Vigna.

Ferrari Purosangue

Sechs neue Modelle und das erste Elektroauto

Im Jahr 2025 stellte Ferrari sechs Neuheiten vor: den 296 Speciale, den 296 Speciale A, den Amalfi, den 849 Testarossa, den 849 Testarossa Spider und den Ferrari Luce — das erste vollelektrische Modell der Marke. Die limitierte Serie Daytona SP3 lief aus der Produktion, die Auslieferungen des Hypercars F80 begannen im vierten Quartal.

Gerade der Luce ist ein Symbol für die künftige Ausrichtung. Das Elektro-Ferrari soll über 1 000 PS aus vier Motoren leisten, eine Reichweite von 530 km nach WLTP bieten und ein von Jony Ive, dem ehemaligen Chefdesigner von Apple, gestaltetes Interieur besitzen. Der Preis soll 500 000 Euro übersteigen — also umgerechnet über 13 Millionen Kronen. Die vollständige Enthüllung des Exterieurs ist für Mai 2026 geplant.

Woher die halbe Million Euro pro Auto stammt

Der Gesamtumsatz von 7,146 Milliarden Euro geteilt durch 13 640 ausgelieferte Fahrzeuge ergibt 524 000 Euro pro Auto. Doch Ferrari verdient nicht nur an Autos.

Position Umsatz (Mrd. €) Pro Auto (Tsd. €) Wachstum im Jahresvergleich
Autos und Ersatzteile 6,0+ ~440 +5 %
Sponsoring, Formel 1, Marke 0,8+ ~59 +22 %
Sonstiges 0,3 ~25
Gesamt 7,146 524 +7 %
Der durchschnittliche Erlös allein aus dem Autoverkauf liegt bei ~440 Tausend Euro. Die restlichen 84 Tausend Euro pro Auto kommen aus Formel 1, Sponsoring und Markenlizenzierung.

Der Nettogewinn erreichte 1,6 Milliarden Euro (+5 %), der Gewinn je Aktie stieg auf 8,96 Euro. Der industrielle Free Cashflow übertraf 1,5 Milliarden Euro. Die industrielle Nettoverschuldung? Gerade einmal 32 Millionen Euro — bei einem Automobilhersteller mit einem Umsatz von über 7 Milliarden ist das praktisch null.

Ferrari-Werk in Maranello
Alle Ferrari werden in Maranello gefertigt. Das Werk verarbeitet jährlich nur knapp 14 000 Autos. Foto: Wikimedia Commons / CAPTAIN RAJU

Ferrari auf tschechischen Straßen: ein exklusiver Klub

Tschechien gehört zu den kleineren, aber stabilen Märkten. Laut Angaben des Verbands der Automobilimporteure werden in Tschechien jährlich rund 130 neue Ferrari zugelassen. Die beliebtesten Modelle sind der 296 GTB, der SF90 Stradale und der Roma. Für den Purosangue, das erste SUV der Marke, hatte der tschechische Händler bereits vor der Markteinführung Dutzende Bestellungen.

Der einzige offizielle Händler ist Scuderia Praha in Řepy. Die Wartezeit auf ein neues Ferrari liegt bei rund zwei Jahren, und bei limitierten Modellen muss man bereits zu den bestehenden Kunden gehören. Mit einem Preis von rund 6 Millionen Kronen für den Roma oder über 10 Millionen für den SF90 handelt es sich um ein Segment, in dem die tschechische Wirtschaft auf globalen Luxus trifft.

Für 2026 erwartet Ferrari einen Umsatz von rund 7,5 Milliarden Euro und eine EBITDA-Marge von 39 %. Die Bestellungen reichen bis 2027 — in einer Automobilindustrie, in der die meisten Marken vor der Frage stehen, wie sie das verkaufen sollen, was sie bereits produziert haben, ist das Luxus im wahrsten Sinne des Wortes.

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