Mercedes ruft EQA und EQB wegen Brandgefahr durch die Batterien zurück. Die Software reichte nicht aus

Mercedes ruft EQA und EQB wegen Brandgefahr durch die Batterien zurück. Die Software reichte nicht aus

Jiří Zelinka, 17. März 2026

Mercedes-Benz startet die dritte Rückrufaktion für die Elektromodelle EQA und EQB wegen Hochvoltbatterien, bei denen ein interner Kurzschluss und ein daraus resultierender Brand drohen. Nach zwei vorherigen Versuchen mit einem Software-Update räumt der Hersteller nun ein, dass die Software nicht ausreicht — die Batterien müssen ausgetauscht werden.

Zwei Brände nach dem Software-Update

Die US-Behörde NHTSA führt die Kampagne 26V073, die 11 895 EQB-Fahrzeuge der Baujahre 2022 bis 2024 umfasst, produziert zwischen Dezember 2021 und Mai 2024. Das Problem betrifft Batteriezellen des chinesischen Zulieferers Farasis Energy, die laut InsideEVs „gegenüber verschiedenen Belastungsfaktoren nicht ausreichend widerstandsfähig sind."

Mercedes hatte bereits zuvor zwei Software-Updates zur Überwachung des Batteriezustands veröffentlicht. Doch nach dem Update kam es in den USA zu zwei Bränden, wie Carscoops berichtet. Zum Zeitpunkt der Ankündigung der dritten Rückrufaktion hatten bereits 74 % der betroffenen Fahrzeuge das Software-Update erhalten — allerdings ohne Wirkung.

Der Batterietausch dauert einen ganzen Arbeitstag

Das deutsche Portal Electrive bestätigt, dass Mercedes das Software-Update intern als „nur eine vorübergehende Lösung, keine endgültige technische Reparatur" eingestuft hat. Die Lösung wird der komplette Austausch der Hochvoltbatterie mit einer Kapazität von 70,5 kWh sein, was etwa acht Stunden Arbeit in einer autorisierten Werkstatt bedeutet.

Wer die Ersatzbatteriezellen liefern wird, hat Mercedes bisher nicht bekannt gegeben. Auch die Parameter der neuen Batterie — Kapazität, Reichweite und Ladeleistung — sind noch nicht bekannt.

Globaler Umfang: über 30 000 Fahrzeuge

In den USA betrifft die Aktion knapp 12 000 EQB-Fahrzeuge. In China ruft Mercedes 19 481 Fahrzeuge der Modelle EQA und EQB zurück, die zwischen April 2021 und März 2024 produziert wurden. Die chinesische Kampagne startet am 25. Juni.

In Deutschland wurde bisher nur das Software-Update durchgeführt, doch laut interner Kommunikation an die autorisierten Werkstätten aus der vergangenen Woche werden auch deutsche Kunden einen Batterietausch erhalten. Die offizielle Entscheidung des deutschen Kraftfahrt-Bundesamts wird in den kommenden Tagen erwartet.

Markt Betroffene Fahrzeuge Modelle Status
USA 11 895 EQB Batterietausch bestätigt
China 19 481 EQA + EQB Austausch ab Juni 2026
Deutschland noch nicht spezifiziert EQA 250+ / EQB 250+ Austausch erwartet
Gesamt 31 000+
Überblick über die Mercedes EQA/EQB Rückrufkampagnen. Quelle: NHTSA, Electrive, SAMR

Bis zum Austausch empfiehlt die NHTSA den Besitzern, maximal auf 80 % zu laden und im Freien zu parken, außerhalb von Garagen und Carports.

Mercedes EQA und EQB in Tschechien: wie vorgehen

Mercedes-Benz Cars verfügt in der Tschechischen Republik über ein umfangreiches Netz autorisierter Servicepartner. Ob sich die europäische Rückrufaktion auch auf tschechische Fahrzeuge erstreckt, hängt von der Entscheidung der deutschen Regulierungsbehörde ab — Mercedes hat jedoch bereits eine proaktive Kommunikation mit den Werkstätten in der gesamten Region aufgenommen.

Besitzer eines EQA oder EQB aus dem Produktionszeitraum Dezember 2021 bis Mai 2024 sollten sich an ihren autorisierten Händler wenden und prüfen lassen, ob ihr Fahrzeug zu den betroffenen zählt. Bis zu einem möglichen Batterietausch gilt die Empfehlung, nicht über 80 % der Kapazität zu laden und nicht in geschlossenen Räumen zu parken.

Mercedes hat das Modell EQB in den USA inzwischen eingestellt. Ersetzt wird es durch den GLB mit EQ-Technologie — laut InsideEVs soll er im Laufe des Jahres in die amerikanischen Showrooms kommen. Ob ein ähnlicher Übergang auch für den europäischen Markt geplant ist, hat Mercedes bisher nicht spezifiziert.

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