Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz hat die Zahlen für 2025 veröffentlicht, die den schwächsten Jahresgewinn seit der Pandemie zeigen. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank um 40 % auf 8,2 Milliarden Euro, der Nettogewinn brach um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro ein. Hinter dem Rückgang stehen drei Faktoren: US-Zölle in Höhe von rund einer Milliarde Euro, ein harter Preiskampf in China und die Kosten der Transformation hin zur Elektromobilität, berichtet AutoWeek.
US-Präsident Donald Trump hat Zölle auf importierte Fahrzeuge eingeführt, die Mercedes besonders empfindlich getroffen haben. Ohne diese Zölle hätte die Marge im Pkw-Geschäft 6,1 % statt der ausgewiesenen 5 % erreicht. Allein die Zölle kosteten das Unternehmen rund eine Milliarde Euro.
„Die Automobilindustrie durchläuft eine Transformation, wie es sie nur einmal in hundert Jahren gibt. Und das in einem Umfeld, das dynamischer ist als alles, was wir seit vielen Jahren erlebt haben", sagte Vorstandsvorsitzender Ola Källenius auf der Bilanzpressekonferenz, wie Channels TV zitiert.
Auf dem größten Automarkt der Welt steht Mercedes einem brutalen Preiskrieg mit chinesischen Herstellern wie BYD und Geely gegenüber. Die Verkäufe in China sanken um 19 % auf das niedrigste Niveau seit 2016. Weltweit wurden 1,8 Millionen Pkw verkauft, 9,2 % weniger als 2024.
Finanzvorstand Harald Wilhelm erklärte auf einer Investorenkonferenz, das Unternehmen rechne auch 2026 mit einem weiteren Rückgang der Verkäufe in China. „In diesem sehr dynamischen Umfeld in China halten wir an einem vorsichtigeren Ausblick fest", sagte Wilhelm.
| Kennzahl | 2025 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Konzernumsatz | 132,2 Mrd. € | 145,6 Mrd. € | −9,2 % |
| Bereinigtes EBIT | 8,2 Mrd. € | 13,7 Mrd. € | −40 % |
| Nettogewinn | 5,3 Mrd. € | ~10,4 Mrd. € | −49 % |
| Pkw-Absatz | 1,80 Mio. Stück | 1,98 Mio. Stück | −9,2 % |
| Pkw-Marge | 5,0 % | 8,1 % | −3,1 Pp. |
| BEV-Absatz | 168 823 Stück | ~185 000 Stück | −8,8 % |
| Dividende je Aktie | 3,50 € | 5,30 € | −34 % |
Die Mercedes-Benz-Aktie fiel nach Veröffentlichung der Zahlen um 4,5 % und war damit der schwächste Titel im deutschen Leitindex DAX.
Mercedes setzt auf eine Modelloffensive, um gegenzusteuern. In den nächsten drei Jahren sollen über 40 neue Modelle auf den Markt kommen. Die neue CLA wurde zum Europäischen Auto des Jahres 2026 gekürt und erzielte unter den 2025 getesteten Fahrzeugen die höchste Euro-NCAP-Bewertung. Die Auftragsbücher reichen bis weit in die zweite Jahreshälfte 2026, und einige Werke fahren im Dreischichtbetrieb.
Parallel läuft das Sparprogramm Next Level Performance, das dem EBIT bereits mehr als 3,5 Milliarden Euro eingebracht hat. Bis 2027 will das Unternehmen die Produktionskosten pro Fahrzeug um 10 %, die Fixkosten um 10 % und die Materialkosten um 8 % senken. In China peilt man noch aggressivere Einschnitte an — 20 % bei den variablen Produktionskosten und 20 % bei den Fixkosten dank lokaler Partnerschaften mit Unternehmen wie Momenta und ByteDance.
Für 2026 rechnet Mercedes mit einem Umsatz auf dem Niveau von 2025 und einem Konzern-EBIT „deutlich über" dem Vorjahreswert — vor allem dank des Wegfalls einmaliger Restrukturierungskosten. Die Pkw-Marge könnte allerdings auf 3 bis 5 % sinken.
Mercedes-Benz zählt in Tschechien seit Langem zu den wichtigsten Premiummarken mit einem umfangreichen Händlernetz. Der Rückgang der globalen Margen wirkt sich für tschechische Kunden vorerst nicht direkt aus — die Preise neuer Modelle werden aber die steigenden Kosten für Zölle und Elektrifizierung widerspiegeln.
Unter den jüngsten Neuigkeiten der Marke in Tschechien sorgt vor allem das Ende des umstrittenen Hybrid-Vierzylinders im Mercedes-AMG C 63 und die Rückkehr zum Achtzylinder für Aufsehen. Die Modelloffensive mit 40 Neuheiten in den nächsten drei Jahren dürfte auch dem tschechischen Markt frischen Wind bringen, darunter die neue, auf der MMA-Plattform basierende CLA.