Dem Korando haben wir uns vor allem im Vergleichstest mit dem Škoda Karoq gewidmet - daher ergänze ich noch ein paar Eindrücke zum Fahrzeug selbst, damit wir das Bild komplett haben.
Bei der Übernahme war es eine große Überraschung, wie massiv der Korando wirkt. Zum Teil liegt das an der Höhe der Motorhaube, zum Teil an Design-Tricks wie der horizontalen Gliederung des Hecks oder der hohen, waagerechten Motorhaube. Die zweite Überraschung war beim Öffnen der Tür der Blick auf die hochwertigen Ledersitze und die hohe Armaturenbrett-Wand, die zwar recht verspielt, aber dennoch geschmackvoll wirkt. Die dritte, kleine Überraschung war der 3D-Effekt der Ambientebeleuchtung, der in dunklen Garagen den Blick fesselt. Die vierte Überraschung war die Möglichkeit, Apple CarPlay auf dem Display des Kombiinstruments anzuzeigen. Nach dem Anfahren bestätigte sich nur der Eindruck eines großen Autos durch die waagerechte Motorhaube, die sich vollständig im Sichtfeld des Fahrers befindet. Die Überraschungen setzten sich beim Antrieb fort - ein gut abgestimmter Motor mit dem Sechsgang-Automatikgetriebe von Aisin und ein überraschend gut funktionierender adaptiver Tempomat. So viel zur Reihe der ersten Überraschungen.

Weniger erfreulich sind dagegen die höhere Ladekante, der für heutige Verhältnisse dünne Lenkradkranz und die vielen glänzenden Flächen, die gepflegt und vor Kratzern geschützt werden müssen.
Unter der Haube surrt der 1.5 GDI-T Benzinmotor mit 120 kW, dessen Kraft ausschließlich über die Vorderräder von einem Aisin-Automatikgetriebe mit hydrodynamischem Wandler und den heute schon eher unüblichen nur sechs Gängen übertragen wird. Vor allem dank diesem Getriebe braucht das mit 1500 kg nicht gerade leichte Auto 12 Sekunden für den Sprint von null auf hundert km/h. Das klingt nicht nach einem Wahnsinnswert, aber während der Fahrt wirkt der Motor dem Fahrzeug angemessen und reagiert recht spritzig - das Fehlen einiger Gänge stört auch auf der Autobahn nicht, wo die Drehzahl in vernünftigen Grenzen bleibt. Dank seiner Konstruktion ermöglicht das Getriebe ein samtweich langsames Vorrücken im Stau, und im Zusammenspiel mit dem Stop&Go-Tempomat meistert es die Tücken der Stadt mühelos.

Erfreulich ist während der Fahrt, dass der Korando auch auf den größten Rädern mit 19 Zoll, die dem Auto außerordentlich gut stehen, ruhig und leise bleibt und dabei kaum in Kurven neigt. Am meisten liegt ihm eine ruhige Fahrweise - bei schneller Fahrt muss das Getriebe schon ziemlich überlegen, und beim Versuch, manuell zu schalten, fängt der Korando nach einer Weile wieder an, sich beim Schalten zu „verheddern“. Was den Verbrauch angeht, schrieb ich im Test mit dem Karoq, dass wir den Korando mit nur 200 km auf dem Tacho übernommen hatten, und anfangs war es überraschend, wie schnell der Sprit aus dem Tank verschwindet. In der Stadt wie auch auf der Autobahn über 10 Liter, der Verbrauch sank jedoch allmählich leicht, weshalb die Ergebnisse unserer Verbrauchsmessung nicht ganz als maßgeblich angesehen werden können. Laut WLTP-Verbrauchsmessung soll der Korando im Schnitt bei etwa 7,6 Litern liegen. Genau diesen Verbrauch erreichten wir nur im Idealfall eines gleichmäßigen Überlandverkehrs, aber er war da :-)
