Kessy oder etwa Keyless. Einfach gesagt sprechen wir heute über das schlüssellose Öffnen eines Fahrzeugs, das heute praktisch jeder Autohersteller entweder serienmäßig oder gegen Aufpreis anbietet. Die Bezeichnungen unterscheiden sich, aber in der Preisliste finden Sie hinter dieser komplizierten fremdsprachigen Bezeichnung immer genau den Begriff „schlüsselloses Entriegeln“. Es ist ein nützlicher Helfer, den vor allem Frauen zu schätzen wissen. Den Autoschlüssel in einer überfüllten Handtasche zu suchen, besonders bei schlechtem Wetter, kann einen in den Wahnsinn treiben. Außerdem lassen sich mit diesem System ausgestattete Autos heute bequem auch ohne Schlüssel starten - manchmal werden auch diese Funktionen separat verkauft, sodass Sie nur das Starten, nicht aber das Entriegeln haben können. Wie funktioniert das Ganze aber?
Eigentlich ganz einfach. Der Autoschlüssel ist mit einer Fernbedienung ausgestattet, in der sich ein kleiner Funksender mit kurzer Reichweite verbirgt. Er sendet Wellen an die Einheit im Auto. Sobald diese die Wellen registriert, die ihr aus dem Schlüssel in den Speicher programmiert wurden, erlaubt sie, das Auto zu entriegeln, zu starten oder zum Beispiel nur den Kofferraum zu öffnen. Manche Autos können dank der ausgesendeten Wellen erkennen, dass Sie am Kofferraum stehen, und ihn automatisch für Sie öffnen. Die Entfernung, auf die die Einheit den Schlüssel erkennt, beträgt meistens 1,5 Meter, manchmal lässt sie sich aber sowohl größer als auch natürlich kleiner einstellen. Vorteil dieses Systems ist, dass bei einigen Modellen die automatische Verriegelung funktioniert, sobald Sie sich für eine bestimmte Zeit, meist mehrere Dutzend Sekunden, vom Auto entfernen (typisch Renault/Dacia).
So wie jede Marke dieses System etwas anders nennt, hat auch jede seine Funktionsweise etwas anders eingestellt. Manche Autos entriegeln erst in dem Moment, in dem Sie am Türgriff der Fahrertür ziehen, andere entriegeln, wenn Sie den Kofferraum öffnen wollen, bei weiteren genügt es, den Türgriff zu berühren, und einige, wie etwa Fahrzeuge der Marke Tesla, entriegeln schon in dem Moment, in dem Sie sich dem Auto nähern und die Entriegelungseinheit den näherkommenden Schlüssel registriert. Wenn Sie das Auto so entriegeln, die Türen aber überhaupt nicht öffnen, erkennt die Einheit das und verriegelt das Auto nach ein paar Sekunden wieder. Eine Besonderheit bei Tesla sind die Türgriffe, die beim Annähern an das Fahrzeug selbst ausfahren.
Wie wir oben bereits gesagt haben, ermöglicht das System auch, das Auto ohne Schlüssel zu starten. Die Einheit weiß, dass der Schlüssel im Auto ist, und erlaubt das Starten. Bei einigen Modellen muss der Schlüssel allerdings in ein bestimmtes Ablagefach gelegt werden, und aus eigener Erfahrung wissen wir, dass etwa der BMW i8 den Schlüssel nur dann erkennt, wenn er sich im Bereich der Vordersitze befindet. Hinter den Sitzen in einer Tasche meldete er schon, dass er ihn „nicht sieht“. Einige Schlüssel, und damit kommen wir wieder zu BMW, lassen sich im Auto auch aufladen. Dafür dient entweder ein spezieller Platz in einem der Ablagefächer oder ein direkt für den Schlüssel vorgesehenes Ladefeld. Sie finden es zum Beispiel in der Armlehne. So lässt sich auch der intelligente Schlüssel mit Display "BMW display key" aufladen.
Schlüsselloses Entriegeln (KESSY) von ŠKODA VIMEO PRO auf Vimeo.
Es kann passieren, dass das System aus irgendeinem Grund nicht funktioniert. Oder dass der Schlüssel leer ist. Was dann? Alle Schlüssel verbergen in sich einen klassischen Schlüsselbart, den man herausziehen muss. Anschließend muss die Abdeckung des Schlosses am Türgriff möglichst vorsichtig entfernt werden. Wenn Sie ins Auto gekommen sind, empfehlen wir, die Anleitung zur Hand zu nehmen und herauszufinden, ob sich das Auto mit einem speziellen Verfahren starten lässt. Jeder Autohersteller löst das anders, und bei manchen geht es leider überhaupt nicht. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als den Service zu rufen und das Auto abschleppen zu lassen.
In diese Situation können Sie zum Beispiel im Winter geraten, wenn sehr niedrige Temperaturen herrschen, die der Batterie im Schlüssel nicht guttun müssen. Bei Fahrzeugen des VW-Konzerns und einiger weiterer Autohersteller genügt es, den Schlüssel an die Stelle unter dem Lenkrad zu halten, an der früher klassische Schlüssel eingesteckt wurden - dort ist häufig auch das Symbol "Schlüssel anlegen" abgebildet. Danach startet das Fahrzeug entweder von selbst, oder man muss den Startknopf drücken.

Das schlüssellose Öffnen ist zweifellos ein großer Helfer, doch leider hat sich gezeigt, dass es nicht nur für uns, die Besitzer und Fahrer von Autos, hilfreich ist, sondern auch für Diebe. Für sie entfällt nämlich das aufwendige Eindringen ins Auto, bei dem sie oft rohe Gewalt einsetzen mussten. Heute reicht es ihnen, einfach zu warten, bis Sie mit dem Auto ankommen, und in dem Moment, in dem Sie es verriegeln oder umgekehrt entriegeln, das Signal, das der Schlüssel an das Auto sendet, aus der Ferne zu verlängern. Dazu dienen spezielle Empfänger, die man auch im Internet kaufen kann.
Bei einigen Marken müssen Sie den Schlüssel außerdem persönlich überhaupt nicht bedienen! Der Schlüssel sendet nämlich ständig ein Signal, und deshalb ist es für Diebe mit smarter Elektronik sehr einfach, es abzufangen und zu verstärken. Dagegen haben die Autohersteller selbst bereits begonnen zu kämpfen. Und das war höchste Zeit, denn die Zahl der Autodiebstähle, bei denen Diebe einen aus der Ferne codierten Schlüssel nutzten, steigt.
Zum Beispiel hat die britische Vertretung von Kia ein spezielles Schlüsseletui entwickelt, das man mit einem Faraday-Käfig vergleichen kann. Das Etui ist mit einer dünnen Metallschicht verstärkt, und dadurch kommt das Schlüsselsignal nicht hindurch nach außen. Die Marke räumt aber ein, dass es sich um eine vorübergehende Lösung handelt und sie derzeit bereits an einem einfacheren System arbeitet, das sowohl das Signal des Autos als auch des Schlüssels abschalten würde. Trotzdem fordert sie die Kunden auf, und wir empfehlen es auch Ihnen, den Autoschlüssel zu Hause nicht an Fenstern oder Türen liegen zu lassen, also an Orten, an denen das Signal abgefangen werden könnte.
Auch Ford arbeitet am Schutz seiner Kunden. Das Unternehmen hat eine Methode entwickelt, den Schlüssel gewissermaßen schlafen zu legen. Bisher funktioniert sie nur bei Focus und Fiesta, mit der Zeit wird der Hersteller sie aber auch auf die übrigen Modelle ausweiten. Die Schlüssel sind mit einem neuen Bewegungssensor ausgestattet. Wenn sich ein so modifizierter Sender länger als 40 Sekunden in Ruhe befindet, wechselt er in den Schlafmodus, und kein spezialisiertes Gerät kann sein Signal erfassen. Der Sender wird wieder aktiviert, sobald der Besitzer ihn in die Hand nimmt (gegebenenfalls das Gepäckstück oder Kleidungsstück, in dem der Sender aufbewahrt wird) und sich zum Fahrzeug begibt. Sobald er sich auf eine Entfernung von zwei Metern nähert, erfasst das Fahrzeug sein Signal auf normale Weise. Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren auch die Schlüssel der Modelle von Škoda Auto (mindestens bei Kodiaq und Karoq mit Schriftzug statt Logo), und wir sind sicher, dass mit der Zeit auch die anderer Marken folgen. Einen anderen, vielleicht noch perfekteren Weg hat Jaguar/Land Rover entwickelt: Er kann die Entfernung des Schlüssels vom Fahrzeug feststellen - ins Auto gelangen potenzielle Angreifer nämlich genau durch das Verlängern des Signals.