Citroen interpretiert die Abkürzung SUV auf seine eigene Weise und übersetzt sie als Silent Urban Vehicle, um zu betonen, dass in diesem Modell Sportlichkeit durch Ruhe ersetzt wird. Und das ist gut so. Wenn schon SUV, dann komfortabel und leise. Genau das erwarten alle von Citroen. Der C5 Aircross hat im vergangenen Jahr ein Facelift erhalten, und so ist es an der Zeit, ihn sich genauer anzusehen.

Zum Test kam die Plug-in-Hybridversion in dunkelblauer Lackierung. Im Rahmen des Facelifts gab es vor allem kleinere Designänderungen. Die Technik blieb unverändert. Ziemlich überraschend wurde das extravagante Design deutlich zurückhaltender, und nach langer Zeit haben wir ein Auto, bei dem mir die Version vor dem Facelift wohl besser gefallen hat. Vor allem wegen ihrer Originalität. Der C5 Aircross ist das Konzernzwilling des Peugeot 3008, hat aber einen um 5 cm längeren Radstand und eine etwas andere Ausrichtung. Vor allem beim Reisekomfort. Und zwar sowohl beim Komfort, wo Citroen mit neuen Dämpfern und speziellem Sitzmaterial wirbt, als auch bei der Akustik, die etwa durch akustische Verbundgläser verbessert wurde. Man muss sagen, dass der C5 Aircross darin wirklich ziemlich einzigartig ist und die Fahrt tatsächlich angenehmer ist als in Autos ähnlicher Größe und Ausrichtung.

Beim Vorgängermodell stand das extravagante Exterieur etwas im Kontrast zum konservativen Interieur. Durch die zurückhaltendere Frontpartie wurden diese beiden Welten einander angeglichen. Und vielleicht ist es schade, dass man nicht eher in die andere Richtung gegangen ist, die dem Interieur einen eigenen Stil verliehen hätte. Wenn ich mich umsehe, weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob ich groß jubeln soll. Die klassische Form des Armaturenbretts mag manchen imponieren, aber von Citroen hätte ich mehr erwartet. Die beiden Displays wirken modern, aber ihre Möglichkeiten sind ziemlich begrenzt. Das digitale Display bietet mehrere Anzeigemodi, und das zentrale Display ist für mich etwas rätselhaft. Es hat weder einen Startbildschirm noch eine Home-Taste, und ich fand mich darin nur sehr schwer zurecht. Zum Glück habe ich CarPlay genutzt und die automatische Klimaanlage kaum angerührt. Also gut so. Wenn ich mir die Fotos vom letzten Test ansehe, stelle ich erst jetzt fest, dass das zentrale Display höher gesetzt und die Lüftungsdüsen neu angeordnet wurden. Dadurch wurde das Display um seitliche Leisten vergrößert, auf denen die Temperatur angezeigt wird. Nun, ich will nicht drumherum reden, das Interieur ist für einen Citroen doch zu fade. Gerettet wird es durch die Vordersitze, die wirklich bequem sind und sogar eine Massagefunktion bieten.

Einen theoretisch einzigartigen Wert bietet der C5 Aircross in der Rücksitzreihe. Unabhängig voneinander verschiebbare, drei „vollwertige“ Sitze mit ausreichend Platz. Es gibt jedoch ein grundlegendes Problem. Damit die Sitze gleichwertig sein konnten, musste ein Kompromiss eingegangen werden. Das Ergebnis ist, dass die äußeren Sitze ziemlich schmal und sehr nah an den Türen sind und nicht gerade bequem. Dort erleben Sie also nur unterdurchschnittlichen Komfort. Bei der Besetzung mit drei Personen verbessert sich die Situation dagegen, und alle werden relativ gleich zufrieden sein. Der Vorteil der getrennten Sitze ist, dass das Interieur viele Anordnungsmöglichkeiten bietet, was ein großes Plus sein kann. Und in den Kofferraum passen 460 Liter Gepäck. Das ist genau richtig.

Unter der Haube arbeitet das bereits vielfach getestete Plug-in-Hybrid-Antriebsaggregat. Es handelt sich um eine Kombination aus Verbrennungsmotor und einem im Getriebe untergebrachten Elektromotor. Der Verbrennungsmotor ist ein Vierzylinder mit 1.6 Litern Hubraum. Er ist leise und agil und harmoniert gut mit dem großartigen automatischen Achtgang-Getriebe EAT8. Mit 180 PS hat der C5 kein Problem, sich allein anzutreiben. Der Hersteller hat ihn jedoch zusätzlich mit einem 81-kW-Elektromotor und einem Akku mit 13,2 kWh Kapazität (nutzbar 11,8 kWh) ausgestattet, der eine Reichweite von 64 km rein elektrischer Fahrt bieten soll. Aus beiden Aggregaten zusammen ergibt sich eine recht ordentliche Leistung von 225 PS und 360 Nm. Besonders interessant ist die Möglichkeit der rein elektrischen Fahrt sowie die praktisch jederzeit sofort verfügbare Leistung. Klingt das nicht großartig? Das Einzige, was dafür geopfert werden musste, sind 10 Liter Tankvolumen, da die Batterien unter den Rücksitzen untergebracht sind und sich das Tankvolumen auf 43 Liter verringert hat.

Und die Praxis? Zunächst einmal ist festzustellen, dass der Winter diesem Konzept nicht besonders zugutekommt. Liegt die Temperatur unter null, springt der Verbrennungsmotor immer kurz an, um sich aufzuwärmen. Liegt sie um den Nullpunkt und fährt das Auto im rein elektrischen Modus, zieht die Heizung einen erheblichen Teil der Batterieenergie ab. Die reale Reichweite liegt daher eher bei 25 km. Aber so ist es nun einmal, das ist kein Fehler, es fehlt schlicht die Abwärme aus der ineffizienten Benzinverbrennung, die man sonst zum Heizen nutzen würde. Der Vorteil ist zweifellos, dass das Auto sofort heizt, man es aus der Ferne vorheizen kann und das übliche tägliche Pendeln emissionsfrei bewältigt. Wenn man keine Lademöglichkeit hat, ist das etwas problematisch. Wegen 25 elektrischer Kilometer eine AC-Ladestation zu suchen und das Auto dort zwei Stunden stehen zu lassen, ist nicht gerade ideal (und das Auto ist mit einem schnelleren 7-kW-Lader ausgestattet). Doch ohne die Unterstützung der Batterieenergie hat der Turbomotor mit dem Gewicht von 1845 kg ziemlich zu kämpfen, sodass das Auto in der Stadt mit 9-10 Litern fährt. Und das steht etwas im Widerspruch zur Umweltfreundlichkeit von Elektro-Kennzeichen.

Mit vollgeladener Batterie genieße ich die leise Fahrt durch die Hauptstadt, die unmittelbaren Reaktionen des Elektromotors sowie seine völlig ausreichende Leistung für den Stadtverkehr. Ich erinnere mich wieder daran, wie leise und geschmeidig der C5 zahlreiche Unebenheiten filtert. Es gibt in diesem Moment nicht viel, was mich stören würde. Der C5 isoliert mit seiner Lenkung, dem Fahrwerk und dem akustischen Komfort stark von der Umgebung ab. Und genau damit wirbt er zu Recht, und genau das kann er gut. Die weiche und sehr sanfte Lenkung ist hier kein Kritikpunkt, sondern nur eine Bestätigung dessen, dass man nicht wissen muss, was unter den Rädern passiert. Die Folge davon ist jedoch, dass man auf Schnee nicht erkennen kann, wann die Räder die Haftung verlieren. Das Fahrwerk funktioniert bei feinen Unebenheiten, Pflastersteinen und feinen Fugen absolut hervorragend. Da ist es wirklich schön. Mit einer Abfolge größerer Unebenheiten kommt es aber nicht so gut zurecht, dort beginnen die Räder schon zu flattern und schaffen es nicht, rechtzeitig in ihre Ausgangsposition zurückzukehren. Dennoch handelt es sich im Rahmen der Klasse weiterhin um überdurchschnittlichen Komfort, der nach wie vor der Hauptvorzug dieses Modells ist.
