Citroën hat die Rückkehr seines ikonischsten Modells angekündigt. Der neue 2 CV, liebevoll „Ente" genannt, kehrt als Elektrofahrzeug zurück – die Marke wird ihn auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2026 enthüllen. Die Pressemitteilung bestätigt bislang nur die Ausrichtung und Philosophie; konkrete technische Daten, Preis, Batterie oder Plattform nennt der Hersteller noch nicht.
Das Projekt ist Teil des strategischen Plans der Stellantis-Gruppe namens FaSTLAne 2030 und knüpft an den Anspruch der Marke an, sich an die Spitze der bezahlbaren Elektromobilität in Europa zu setzen. Citroën hat in den vergangenen zwei Jahren seinen Produktplan grundlegend umgekrempelt – von teuren Crossovern hin zu kompakten Fahrzeugen mit niedrigem Einstiegspreis, symbolisiert durch das aktuelle Modell ë-C3 ab 580 000 Kč.

„Die Wiedergeburt der Legende 2 CV ist für uns eine enorme Herausforderung und Verantwortung. Das Original wurde nie als Ikone entworfen – es wurde eine, weil es den Menschen mehr Freiheit gebracht hat. Der neue 2 CV wird in diesem Geist weitermachen, nicht als Nostalgie, sondern als neue Interpretation von Einfachheit und Zugänglichkeit für die heutige Welt. Er wird elektrisch, schlicht, erschwinglich und menschlich sein", sagte laut Pressemitteilung Xavier Chardon, Markenchef von Citroën.
Citroën nennt aktuell den ë-C3 als Referenz für den neuen 2 CV – ein Modell, das auf der gemeinsamen Stellantis-Plattform Smart Car (auch als CMP-S bekannt) basiert. Daraus lässt sich ableiten, wo das neue Modell preislich landen wird: deutlich unter 600 000 Kč, aber oberhalb der aktuellen Mikromobile wie dem Citroën Ami (208 000 Kč) oder dem Leapmotor T03 für 491 000 Kč. Die Preisklasse hat Citroën jedoch noch nicht bekanntgegeben.
Die Pressemitteilung enthält keine einzige technische Angabe. Es fehlen Informationen zu:
Citroën betont im Text wiederholt, dass das Fahrzeug „weder nostalgisch noch wie eine Rückkehr in die Vergangenheit wirken" soll. Das deutet darauf hin, dass das Design eher eine moderne Interpretation sein wird – ähnlich wie beim Renault 4 und 5 E-Tech, die ebenfalls Kultnamen unter einer neuen Elektroplatform neu belebten.

Der originale 2 CV entstand Ende der 1930er Jahre als Projekt unter dem Namen TPV (Toute Petite Voiture), dessen Vorgabe lautete: ein Auto für vier Personen und 50 kg Kartoffeln, das ein Feld überqueren kann, ohne einen Korb mit Eiern zu beschädigen. Nach dem Krieg begann die Serienproduktion im Jahr 1948, und Citroën baute ihn ununterbrochen bis 1990, als im portugiesischen Mangualde die letzte „Ente" vom Band rollte. Einschließlich der Varianten Dyane, Ami und des Lieferwagens AK 400 verkaufte die Marke über acht Millionen Exemplare.
Das Kürzel 2 CV leitet sich vom französischen Steuerhubraum „deux chevaux fiscaux" ab – zwei Steuer-PS. Das erklärt auch, warum Citroën im aktuellen Teaser mit dem Motiv zweier galoppierender Pferde in den Straßen von Paris arbeitet, anstatt ein echtes Fahrzeug zu zeigen.
Der Citroën 2 CV fügt sich in die umfassendere Restrukturierung von Stellantis ein. Die Gruppe gab im Mai 2026 bekannt, bis 2030 fünf bisherige Plattformen zu einer modularen Architektur STLA One zusammenzuführen, auf der mehr als dreißig Modelle aller Marken von Fiat bis Maserati entstehen sollen. Daneben behält sie die kompakte Plattform Smart Car / CMP-S für die günstigsten Stadtstromer bei – und genau dort wird der neue 2 CV höchstwahrscheinlich eingeordnet.
Citroën spricht im Text offen von „bevorstehenden städtischen Regulierungen" als einem der Gründe, warum das Modell ausschließlich als Elektrofahrzeug konzipiert wird. Damit spielt die Marke auf die sich ausbreitenden Niedrigemissionszonen (LEZ) in Frankreich, Italien und Deutschland an, zu denen ältere Verbrenner sukzessive keinen Zugang mehr erhalten. Gleichzeitig gilt die EU-Regel, nach der ab 2035 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in der Union verkauft werden dürfen.
P Automobil Import, der offizielle Citroën-Importeur in Tschechien, bietet derzeit drei Elektromodelle der Marke an: den Vierräder Ami für 208 000 Kč, den Schrägheck ë-C3 für 580 000 Kč und den Crossover ë-C3 Aircross für 690 000 Kč. Der neue 2 CV wird sich praktisch sicher zwischen Ami und ë-C3 einordnen – also in einer Preisklasse von etwa 350 000 bis 550 000 Kč, in der auf dem tschechischen Markt heute vor allem die Dacia Spring (ab 419 900 Kč) und der kommende Renault Twingo E-Tech Electric konkurrieren.
Preise und einen tschechischen Liefertermin hat die Marke noch nicht bestätigt. Ein realistischer Verkaufsstart ist erst in der zweiten Jahreshälfte 2027, möglicherweise auch 2028 zu erwarten – nach der Pariser Premiere dauert es typischerweise ein bis zwei Jahre, bevor ein Modell in Standardspezifikation für die europäischen Märkte in die Showrooms kommt.