Fiat hat offiziell den Multiplina vorgestellt, einen neuen elektrischen Vierradler für die urbane Mobilität, der an den Geist des legendären Fiat 600 Multipla von 1956 anknüpft. Markenchef Olivier François präsentierte die Neuheit bei einer Veranstaltung in Rom und verriet zugleich eine Schlüsselzahl: einen Zielpreis von unter 10.000 Euro. Laut dem italienischen Portal Automoto.it befindet sich das Projekt bereits in einer fortgeschrittenen Phase und nahe am Produktionsstart.
Der Multiplina fällt in die Kategorie der schweren Vierradler L7e, bietet aber vier vollwertige Sitzplätze. Das unterscheidet ihn vom kleineren Topolino und von den meisten heutigen elektrischen Mopedautos. Die vollständige Premiere plant Fiat für Oktober 2026, in den Verkauf soll das Fahrzeug 2028 gehen.

| Parameter | Fiat Multiplina |
|---|---|
| Kategorie | schwerer Vierradler L7e |
| Anzahl der Sitzplätze | 4 |
| Maximale Leistung | 15 kW (etwa 20 PS) |
| Höchstgeschwindigkeit | 90 km/h |
| Maximales Gewicht | 450 kg (ohne Batterie) |
| Zielpreis | unter 10.000 Euro (vor Förderungen) |
| Premiere | Oktober 2026 |
| Verkaufsstart | 2028 |
Das Limit von 15 kW und die Geschwindigkeit von 90 km/h sind also keine Marketingentscheidung von Fiat, sondern die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwerte für die Kategorie L7e. Die Batteriekapazität und die Reichweite hat Fiat noch nicht verraten, sodass die für den Stadtverkehr entscheidende Kennzahl weiterhin ein Fragezeichen bleibt. Weitere Hintergründe zur Strategie der Marke Fiat lieferte kürzlich unter anderem das Portal Motor1.
Designtechnisch bekennt sich der Multiplina zum Erbe des 600 Multipla, also zur Idee „maximaler Raum bei minimalem Volumen“. Zu erwarten sind eine Einraum-Karosserie mit senkrechten Linien, einer Panorama-Frontscheibe und an die Ecken gerückten Rädern, damit innen möglichst viel Platz für vier Insassen bleibt. Gerade jener kleine Wagen aus den fünfziger Jahren zeigte als einer der Ersten, dass sich auch auf wenigen Quadratmetern eine ganze Familie transportieren lässt.

Im Angebot von Fiat positioniert sich der Multiplina genau auf halbem Weg. Darunter bleibt der winzige Topolino, darüber soll mit der Zeit das vollwertige städtische Elektroauto e-kar zu einem erwarteten Preis von rund 15.000 Euro kommen. Der Multiplina soll also die Lücke zwischen dem zweisitzigen Mikrofahrzeug und einem klassischen, aber teureren Elektroauto füllen.
Für den tschechischen Markt ist der Multiplina gleich in zweierlei Hinsicht interessant. Erstens wegen des Preises: Das Ziel von unter 10.000 Euro liegt deutlich niedriger als das, was heute die günstigsten vollwertigen Elektroautos kosten. Zum Vergleich: Der kleinere Topolino wird bei uns ab 289.900 Kč verkauft, und aktuell startet das günstigste klassische Elektroauto auf dem tschechischen Markt bei 419.900 Kč.
Zweitens wegen der Führerscheinklasse. Der langsamere Topolino gehört zur leichten Kategorie L6e (bis 45 km/h), die in Europa bereits Fünfzehnjährige mit einem Führerschein der Klasse AM fahren dürfen. Der schnellere Multiplina fällt jedoch in die Kategorie L7e, für die in Tschechien laut der Übersicht der Führerscheinklassen ein Führerschein der Klasse B1 (ab 17 Jahren) oder der Standardklasse B erforderlich ist. Der Multiplina wird also kein Auto für Teenager sein, sondern eher ein günstiges Zweitauto für die Stadt oder ein praktisches Fahrzeug für alle, die keine Autobahn brauchen.
Bis dahin fehlen noch die wichtigsten Angaben, nämlich die Batteriekapazität, die Reichweite und der genaue Preis für Tschechien. Die detaillierten technischen Daten dürfte Fiat bei der Herbstpremiere veröffentlichen, auf die Straßen bei uns kommt der Multiplina frühestens 2028.