Opel plant SUV auf chinesischer Leapmotor-Plattform. Produktion soll in Spanien stattfinden

Opel plant SUV auf chinesischer Leapmotor-Plattform. Produktion soll in Spanien stattfinden

Jiří Zelinka, 10. April 2026

Stellantis befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor über die Entwicklung eines elektrischen SUV für die Marke Opel. Das neue Modell, intern als O3U bezeichnet, soll sich die Plattform mit dem Leapmotor B10 teilen und ab 2028 im Werk in Zaragoza in Spanien produziert werden.

Chinesische Technik, europäisches Design

Laut der Nachrichtenagentur Reuters würde Leapmotor die Schlüsseltechnologien liefern — vor allem die Elektronik, die elektrischen Systeme und die Plattform. Opel wäre für das Exteriordesign verantwortlich, damit das Fahrzeug seine Markenidentität behält. Es handelt sich um ein ähnliches Kooperationsmodell, wie es Stellantis mit Leapmotor bereits praktiziert: das chinesische Unternehmen liefert die technologische Basis, der europäische Partner steuert Branding und Vertrieb bei.

Der Leapmotor B10, auf dessen Architektur der Opel O3U basieren würde, ist ein kompaktes SUV mit einer Länge von 4.515 mm und einem Radstand von 2.735 mm. In der rein elektrischen Version bietet er 160 kW (218 PS), einen Akku mit 67,1 kWh und eine Reichweite von rund 360 km nach WLTP. Es gibt auch eine EREV-Version mit Range Extender und einer kombinierten Reichweite von über 1.000 km. In Deutschland wird der B10 ab 32.400 Euro angeboten.

Leapmotor B10 — kompaktes elektrisches SUV, auf dessen Plattform der neue Opel O3U basieren wird
Leapmotor B10 — das Originalmodell, auf dessen Plattform der Opel O3U aufgebaut werden soll. Foto: Stellantis Media

50.000 Einheiten pro Jahr aus Zaragoza

Die Produktion würde im Stellantis-Werk in Zaragoza stattfinden, wo bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 die Montage des Leapmotor B10 selbst beginnen soll. Der Opel O3U würde 2028 hinzukommen, mit einer angepeilten Produktion von rund 50.000 Stück pro Jahr. Laut Carscoops wird ein ähnliches Modell auf der B10-Plattform auch für Alfa Romeo in Erwägung gezogen.

Die Vereinbarung könnte noch im April 2026 abgeschlossen werden. Stellantis hält seit 2023 einen 20-Prozent-Anteil an Leapmotor, die Zusammenarbeit läuft über das Joint Venture Leapmotor International.

Was das für Tschechien bedeutet

Opel hat in Tschechien zwar keine starke Position — im März 2026 wurden nur einige Hundert Fahrzeuge der Marke verkauft —, aber der Trend ist klar. Europäische Automobilhersteller greifen zunehmend auf chinesische Plattformen zurück, weil ihnen für die Entwicklung eigener Elektroautos nicht genug Mittel oder Zeit bleiben. Stellantis nutzt chinesische Technologie bereits beim Leapmotor T03 und beim C10, jetzt überträgt man sie direkt auf eine traditionelle europäische Marke.

Für Kunden könnte das den Zugang zu preislich erschwinglicheren elektrischen SUVs mit europäischem Design und dem Servicenetz von Stellantis bedeuten. Der Opel Frontera, das aktuelle kompakte SUV der Marke, startet in Tschechien bei rund 500.000 Kč — der Opel O3U könnte in der elektrischen Version auf ein ähnliches Preisniveau zielen.

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