Opel plant eine grundlegende Wandlung eines seiner bekanntesten Modelle. Die nächste Generation der kompakten Astra, die die Marke für Ende des Jahrzehnts vorsieht, wird sich aller Voraussicht nach von der klassischen Hatchback-Form verabschieden und sich dem SUV-Segment annähern. Das geht aus Äußerungen von Markenchef Florian Huettl hervor, auf die der spanische Dienst Forococheselectricos hingewiesen hat. Die Astra würde damit dem Trend folgen, dem bereits Citroën C4, Nissan Leaf oder Renault Mégane erlegen sind.
„Das Segment der Kompaktwagen schrumpft weiter, und wir sehen eine starke Hinwendung zu anderen Segmenten, insbesondere zu SUVs", sagte Huettl laut dem portugiesischen Razão Automóvel. Der Opel-Chef betonte gleichzeitig, dass der Name Astra „nicht zwangsläufig einen traditionellen Hatchback" bedeute. Seinen Worten zufolge wird der Nachfolger der aktuellen Generation eine höhere und robustere Karosserie näher am Crossover erhalten - Opel reagiert damit darauf, dass die Kunden in Scharen von niedrigen Kompaktwagen zu SUVs wechseln.
Der Kombi verschwindet jedoch nicht. Huettl bestätigte, dass die Variante Sports Tourer weiterhin im Angebot bleiben wird, da die Nachfrage nach praktischen Kombis vor allem in Deutschland nach wie vor stark ist.

Die nächste Astra entsteht auf der STLA One-Plattform des Stellantis-Konzerns, die sie mit künftigen Kompaktmodellen von Peugeot teilen wird. Die Architektur setzt von Grund auf ein 800-V-Bordnetz voraus, das schnelleres Laden ermöglicht. Laut dem deutschen Electrive und Auto Motor und Sport hat Opel bislang jedoch keine vollständige Antriebspalette bestätigt - neben Elektroversionen werden auch Hybride und Verbrenner erwogen.
Die Produktion bleibt in Rüsselsheim, wo die Astra seit rund neunzig Jahren gefertigt wird. Das neue Modell wird Teil einer Offensive sein, im Rahmen derer Opel bis 2030 mindestens vier neue Fahrzeuge vorstellen will - neben der Astra auch eine neue Corsa und ein größeres elektrisches C-SUV.
Gerade dieses C-SUV ist das Element der gesamten Offensive, bei dem der chinesische Einfluss am deutlichsten sichtbar ist. Das Portal Diariomotor weist darauf hin, dass die neue Astra zwar deutsch bleibe, Opel als Ganzes aber „unvermeidlich etwas chinesischer werden" wird - eine Anspielung auf die wachsende Verflechtung von Stellantis mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor. Die Zusammenarbeit mit Leapmotor betrifft die Astra selbst nach verfügbaren Informationen nicht, seine Technik wird jedoch beim geplanten elektrischen C-SUV zum Einsatz kommen.
Dieses teilt früheren Informationen zufolge die Plattform mit dem Leapmotor B10 - Batterie mit rund 67 kWh Kapazität, Reichweite von etwa 360 km und eine Leistung von 160 kW (218 PS). Der Marktstart ist bereits für 2028 geplant, produziert wird im spanischen Zaragoza. Die Details haben wir im Artikel Opel baut mit Leapmotor ein neues elektrisches C-SUV zusammengefasst.

Die Astra ist nicht die Erste. Der Druck der wachsenden B-SUV- und C-SUV-Segmente hat die Hersteller dazu gezwungen, klassische Hatchbacks einen nach dem anderen zu überdenken:
| Modell | Ursprüngliche Form | Neue Gestalt |
|---|---|---|
| Renault Mégane | Hatchback | Mégane E-Tech - elektrischer Crossover |
| Nissan Leaf | Hatchback | 3. Generation - Crossover |
| Citroën C4 | Hatchback | erhöhter Crossover-Hatchback |
| Opel Astra | Hatchback | Crossover (geplant um 2030) |
Bis die Crossover-Astra kommt, bleibt die frisch modernisierte aktuelle Generation im Handel. In unserer Datenbank startet die Opel Astra bei 579.990 Kč für den Diesel 1.5 CDTI mit Achtgang-Automatik, der Hybrid 1.2 Turbo kostet 589.990 Kč und die vollelektrische Version mit 58-kWh-Batterie und einer Reichweite von 454 km nach WLTP ist ab 929.990 Kč erhältlich. Die aktuelle Preisliste haben wir ausführlich im Artikel Neuer Opel Astra ab 579.990 Kč besprochen.
Auf dem tschechischen Markt ist vor allem der Kombi gefragt: Im ersten Quartal 2026 wurden 75 neue Astra Sports Tourer zugelassen, gegenüber zwölf Hatchbacks. Huettls Entscheidung, den praktischen Kombi beizubehalten, ist damit auch für Tschechien nachvollziehbar. Die klassische Astra, wie wir sie über vier Jahrzehnte kennen, hat ihre letzten Jahre vor sich - ihr Nachfolger wird dem Crossover bereits näher sein als dem flachen Hatchback.