Škoda Superb Selection 1.5 mHEV – die Basis von allem

Škoda Superb Selection 1.5 mHEV – die Basis von allem

Jan Nemrava, 20. Oktober 2025

Wieder ein Superb, denken Sie sich? Mit demselben Motor, den Sie im Mai getestet haben, denken Sie sich? Ja. Und das hat einen einfachen Grund. Im Maitest hat mich die Variante Sportline mit abgesenktem Fahrwerk sehr beeindruckt, vor allem durch ihren sehr guten (fast unerwarteten) Fahrkomfort. Wie es so üblich ist, hatte der Testwagen die maximale Ausstattung, und so interessierten mich für den nächsten Test zwei Dinge – wie sich der Superb in der Basis-Fahrwerkskonfiguration fährt und wie sich der günstigste Superb in der Ausstattungslinie Selection für 975 tisíc Kč präsentiert. Ich verrate gleich, dass ich leider keines von beidem herausgefunden habe. Auch in der Basisausstattung Selection fand sich eine ganze Reihe von Extras, und eines davon waren erneut auch die größten, neunzehn Zoll großen Räder. Aber Interessantes werden Sie mit Sicherheit noch lesen.

Der elegante Superb war in Blau lackiert, Cobalt Blue. Ich persönlich wäre überrascht, wenn sich jemand diese Farbe zulegen würde. Obwohl sie schön ist, ähnelt sie stark den Fahrzeugfarben eines Telekommunikationsunternehmens, das sie meiner Meinung nach durch die schiere Menge an Fahrzeugen auf den Straßen ziemlich alltäglich gemacht hat. Bei einer Länge von 4 912 mm und einem Radstand von 2 837 mm muss man sagen, dass das Auto ansehnlich ist, auch wenn mir die Sportline-Variante mit schwarzen Details besser gefallen hat. Auch wenn die dunkle Farbe mit den großen silbernen Rädern durchaus etwas hat. Innen überrascht es nicht, dass der Superb geradezu mit Platz verschwendet. Die Beinfreiheit hinten lässt sich kaum vollständig ausnutzen, und die 645 Liter im Kofferraum wohl auch nur in Ausnahmefällen. Der Innenraum ist hervorragend verarbeitet, darüber habe ich bereits im vorherigen Test geschrieben, das Infotainment funktioniert ausgezeichnet, und die Smart Dials sind ebenfalls eine praktische Hilfe. Heute konzentrieren wir uns vor allem auf Fahrwerk und Antrieb.

Es ist erstaunlich, wie viele Fahrwerkskonfigurationen ein Käufer beim Superb heute haben kann, aber es fällt uns etwas schwerer, alle Varianten zu erfassen. Die Ausstattungslinie Selection beginnt mit 17“ Rädern, es sind auch 18“ möglich, unser Testwagen hatte 19“. Das sind drei Möglichkeiten. Der Sportline hat ein um 15 mm abgesenktes Fahrwerk und serienmäßig 18“ Räder, 19“ auf Wunsch. Und dann gibt es die Möglichkeit der adaptiven Dämpfer DCC+, die beim Laurin & Klement mit 18“ Rädern serienmäßig sind, auf Wunsch 19“, aber gegen Aufpreis auch beim Selection mit 17“. Also weitere drei. Zusammen haben Sie also acht Möglichkeiten. Und eine davon wird mit Sicherheit die beste sein – und die sollten Sie wollen. Wenn Sie schon das beste Auto haben, wollen Sie auch die beste Fahrt. Ich würde gerne sagen, welche das ist, aber mir fehlt noch die Fahrt mit den sechs anderen Fahrwerkskonfigurationen.

Zum Test steht wieder der 1.5 mHEV, also das Basisaggregat mit dem Benzin-Turbomotor 1.5 TSI, gekoppelt mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG. Dieser Mild-Hybrid nutzt einen Startergenerator, um beim Bremsen Energie zu sammeln, und die aus der Rekuperation gewonnene Energie nutzt er entweder für einen elektrischen Boost oder ermöglicht das sogenannte Segeln – also die Fahrt bei komplett abgeschaltetem Motor (wobei weiterhin zahlreiche Aggregate wie Bremsen, Servolenkung usw. angetrieben werden müssen). Das System ACT+ ermöglicht zudem die Abschaltung von zwei Zylindern im Teillastbetrieb, wodurch der Kraftstoffverbrauch weiter gesenkt wird.

Interessant ist auch der Vergleich mit dem viel gepriesenen (und an Popularität verlierenden) Diesel 2.0 TDI. Abgesehen davon, dass beide Motoren fast gleich viel kosten, bieten sie den gleichen Sprint auf hundert in 9,2 s, haben dieselben 110 kW und dieselbe Höchstgeschwindigkeit. Auf dem Papier hat die Benzinversion einen um drei Zehntel Liter schlechteren Verbrauch auf hundert Kilometer. Aber wenn die zehn Kronen auf hundert Kilometer der Preis für eine leise Fahrt sind, dann nehme ich das gerne in Kauf. Im Vergleich zum Diesel, der an der Vorderachse 100 kg schwerer ist, keine Drehmomentfülle des Benzinmotors bietet, keine Laufruhe ohne jegliches Dröhnen bietet und keine Energie rekuperieren kann, wirkt der Benziner wie die klare Wahl. Aber einen Nachteil hat der Benzinmotor doch – zum Glück lässt sich dagegen etwas tun.

Für maximale Kraftstoffeinsparung schaltet das Getriebe nach jedem Loslassen des Gaspedals in den Leerlauf und der Motor schaltet ab. Das ist in der Stadt sehr angenehm, wo es faszinierend ist, über welche Strecken der aerodynamische Superb völlig ohne Motorunterstützung segelt. An der Ampel reicht es, zu beschleunigen, das Gas loszulassen und mit ausgeschaltetem Motor bis zur nächsten zu segeln. Und dabei noch Energie durch Bremsen zu rekuperieren. Es gibt jedoch Fälle – und das nicht wenige –, in denen die Verzögerung zwischen dem Durchtreten des Gaspedals und dem Moment, in dem der Motor aufwacht, einen Gang einlegt und zu beschleunigen beginnt, ziemlich stört. Etwa auf der Autobahn oder Landstraße, wo man das Auto jeden Moment leicht antreiben muss und jede Gasberührung von einer kleinen Verzögerung begleitet wird, bis der Motor aufwacht. In solchen Momenten wirkt das bei einem solchen Auto etwas unpassend. Das ist eben der Preis für das Streben nach maximaler Kraftstoffeinsparung und die Mild-Hybrid-Konstruktion.

Lösen lässt sich das durch Umschalten des Wählhebels in den Sport-Modus. In dem Moment hört das Auto auf auszukuppeln, sodass der Motor jederzeit zur Verfügung steht, aber weiterhin Energie durch Bremsen sammelt. Ein weiteres kleines Problem des Standardmodus, in dem das Fahrzeug praktisch ständig segelt, ist, dass man sich beim Fahren sehr konzentrieren und einschätzen muss, was nicht in hundert, sondern in dreihundert oder fünfhundert Metern passiert – so schön segelt das Auto und hält seine Geschwindigkeit. Während der Fahrt hat der Motor einen angenehmen Klang, mit kleiner Unterstützung des Startergenerators versteht er sich gut mit dem Getriebe und liefert eine vernünftige Dynamik. Und was mein Verständnis übersteigt, ist der Verbrauch! Außerorts locker um die fünf Liter, auf der Autobahn 6,5 Liter auf 100 km. Die Hersteller von Dieselmotoren werden bald nichts mehr zu essen haben!

Und nun zum Fahrwerk. Die ersten Dutzend Kilometer mit schlafendem Kind (übrigens ist Isofix auf dem Beifahrersitz eine großartige Sache) nehme ich jedes Geräusch und jede größere Erschütterung wahr, die es wecken könnte, und das ist das Letzte, was ich brauche. In den Innenraum des völlig ruhigen Fahrzeugs dringen gelegentlich Geräusche von der Hinterachse – die Räder scheinen einfach zu groß zu sein. Überraschenderweise erinnere ich mich an solche Geräusche bei der Sportline-Variante nicht, die sich hervorragend verhalten hat. Auf holpriger Straße schüttelt sich der Superb etwas mehr, als ich von dieser Kategorie erwarten würde. Dann habe ich aber die Familie ausgeladen, und – wie es so ist – bei schnellerer Fahrt fing das Fahrwerk an, weniger zu hoppeln, und verhielt sich sehr angenehm. Der leichte Motor an der Vorderachse verleiht neutrale Eigenschaften und lässt einen relativ schnell vergessen, wie groß der Superb eigentlich ist. Trotzdem würde ich die größten Räder meiden und zu kleineren greifen.

Was ich nicht vermeiden kann, ist ein kurzer Vergleich mit der Toyota Camry, da ihr Test kürzlich erschienen ist. Es handelt sich eigentlich um ähnliche Autos – nach Länge, Ausrichtung, Preis und Konzept. In meinen Augen deklassiert die Toyota den Superb beim Antrieb – der ist einfach unvergleichlich besser, geschmeidiger und sparsamer. Deutlich besser ist auch der Fahrkomfort. Auf der Seite des Superb stehen dann klare Trümpfe – mehr Ruhe in der Kabine, ein größerer und leichter zugänglicher Kofferraum, mehr Platz im Innenraum, ein schönerer Innenraum, LED-Matrix-Licht und weitere Ausstattung.

Was zum Schluss? Hat mir im Superb etwas von der maximalen Ausstattung gefehlt? Nein. LED-Matrix-Licht und die fantastischen Sitze waren Aufpreis-Ausstattung. Überrascht hat mich das Fehlen der Umschaltung der Fahrprofile, aber letztlich hat mir das nicht gefehlt. Es fehlte mir weder das Head-up-Display noch die adaptiven Dämpfer. Schade finde ich, dass ich die Basissitze und die Basis-17“-Räder nicht ausprobieren konnte – eine solche Gelegenheit wird es bei Pressewagen nämlich auch nicht geben. Aber das Auto ist großartig, das steht außer Frage. Fahrerisch und beim Komfort ist er so viel besser als der Kodiaq, der sich zum vermeintlichen König des Škoda-Angebots vordrängt. Aus meiner Sicht ist es in jedem Fall der Superb.

95%
BEWERTUNG

Stärken

  • zpracování interiéru
  • nabídka místa
  • elektronická výbava
  • skvělá sedadla
  • úsporný a tichý motor

Schwächen

  • vyřazování motoru umí být otravné
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