Die gelbe ESP-Kontrollleuchte kennt wohl die Mehrheit der Fahrer - sie blinkt, wenn das Auto in eine kritische Situation gerät. Wie sie funktioniert, welche Autos sie haben und ob es sinnvoll ist, sie auszuschalten, klären wir in diesem Artikel.
ESP (Electronic Stability Programme) erschien erstmals 1995 in der Mercedes S-Klasse mithilfe der Bosch-Technologie. Dieselbe Technologie implementierte BMW, mit der Zeit fand sie dann auch in Fahrzeugen der unteren Klassen ihren Platz.
In der EU ist dann bereits ESP eine Pflichtausstattung, und zwar für alle neuen Fahrzeuge, die nach November 2011 typgenehmigt bzw. nach November 2014 zugelassen wurden. Laut einer britischen Studie senkte ESP das Risiko eines tödlichen Unfalls um 25%, laut einer schwedischen Studie reduzierte es die Zahl der Unfälle bei Nässe um 32%.
ESP arbeitet auf Basis mehrerer Sensoren. Neben den ABS-Sensoren stützt es sich vor allem auf den Lenkradwinkelsensor, der die Absicht des Fahrers erfasst, in welche Richtung er fahren möchte, sowie den Gierratensensor, der die tatsächliche Richtung erfasst, in die das Fahrzeug fährt. Zudem überprüft es die tatsächliche Geschwindigkeit mittels der ABS-Sensoren im Vergleich zu der vom Tacho angezeigten Geschwindigkeit. All das nutzt das ESP-Steuergerät, um festzustellen, ob dem Fahrzeug die Traktion fehlt, und wertet in Echtzeit aus, wie auf die jeweilige Situation reagiert werden soll.
Stellt ESP beispielsweise fest, dass sich das Fahrzeug nicht bewegt, obwohl Sie stark Gas geben, drosselt es die Motorleistung, damit das Fahrzeug besser anfahren kann. Ebenso kann es die Traktion bei einer Notbremsung bewerten und das Bremsen der einzelnen Räder so anpassen, dass der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug behält.
Im Auto wird ESP durch eine gelbe Kontrollleuchte mit einem Auto-Symbol und zwei Linien dargestellt, die ein Schleudern des Fahrzeugs andeuten. Leuchtet sie dauerhaft, ist das System ausgeschaltet oder im schlimmeren Fall defekt. Blinkt die Kontrollleuchte nur, bedeutet das typischerweise eine Situation, die das System als ungewöhnlich eingestuft hat. Meist also einen Traktionsverlust. Am häufigsten begegnet man ihr im Winter, wenn das Durchdrehen der Räder recht häufig vorkommt.

In den meisten Autos gibt es einen Knopf oder eine Meneinstellung, mit der sich ESP ausschalten lässt. Bei neueren Fahrzeugen ist das jedoch meist nur teilweise möglich, oft bedeutet es lediglich, dass das Auto nicht mehr in das Gaspedal eingreift, was besonders im Winter nützlich sein kann. Ein vollständiges Abschalten von ESP auf öffentlichen Straßen lässt sich hingegen nicht empfehlen.
Bei sportlicheren Fahrzeugen verfügt ESP dann über verschiedene Modi, bei denen das Steuergerät Situationen unterschiedlich bewertet - ein Beispiel ist etwa der "Drift-Modus" im neuen Focus RS.

Praktisch keiner. Es handelt sich nur um eine andere Handelsbezeichnung derselben Technologie - "Electronic stability control". So begegnet man auch Abkürzungen wie: VDC (vehicle dynamic control), VSA (vehicle stability assist) oder DSC (dynamic stability control). Dann gibt es noch Bezeichnungen, die einzelne Marken verwenden - Volvo hat DTSC (Dynamic Stability & Traction Control), Porsche PSM (Porsche Stability Management).
Gesondert stehen dann TCS (englisch traction control system, Antriebsschlupfregelung) und ASR (deutsch Antriebsschlupfregelung, Antischlupfsystem), die heute jedoch größtenteils in ESP integriert sind. Bestandteil von ESP ist auch das bekannte ABS.