Mercedes-Benz plant 40 neue Modelle bis 2028 – schon dieses Jahr kommen sechzehn

Mercedes-Benz plant 40 neue Modelle bis 2028 – schon dieses Jahr kommen sechzehn

Jiří Zelinka, 17. Februar 2026

Mercedes-Benz hat die größte Produktoffensive seiner Geschichte angekündigt. Bis 2028 will der Hersteller über 40 komplett neue Modelle auf den Markt bringen, davon 15 rein elektrische. Allein in diesem Jahr sollen es sechzehn sein. Laut einem Bericht des italischen Magazins Al Volante handelt es sich um einen Wendepunkt – die Marke ändert Namen, Plattformen und Preisstrategie.

Das Ende der Submarke EQ – Rückkehr zu klassischen Namen

Die auffälligste Änderung ist das Ende der Submarke EQ. Elektromodelle tragen künftig keine eigenständigen Namen wie EQS oder EQE mehr, sondern kehren zur klassischen Namensgebung mit dem Zusatz „with EQ Technology" zurück. Die elektrische C-Klasse heißt also C-Class EQ, die E-Klasse wird E-Class EQ genannt. Der Grund ist einfach: EQS und EQE verkauften sich bisher deutlich unter den Erwartungen.

Was 2026 kommt

Für das Frühjahr ist der elektrische GLB EQ auf der MMA-Plattform mit einer Reichweite von bis zu 631 km geplant. Im Mai kommt das Schlüsselmodell — der GLC EQ auf der neuen MB.EA-Plattform mit 800-Volt-Architektur und Hyperscreen-Interieur. Im Sommer folgt dann der erste vollelektrische AMG GT mit einer Leistung von über 1 000 PS und Axialflussmotoren.

Im Herbst kommt die elektrische C-Klasse auf der MB.EA-Plattform mit einer Reichweite von bis zu 800 km und einer Ladeleistung von 330 kW. Eine Kombiversion wird es jedoch nicht geben — die elektrische C-Klasse bleibt auf die Limousine beschränkt. Die Verbrenner-C-Klasse erhält währenddessen ein Facelift mit neuem Design und Erfüllung der Euro-7-Norm. Den umstrittenen Vierzylinder im C 63 ersetzt in der neuen Version C 53 ein Sechszylinder.

Mercedes-Benz EQS, dessen Nachfolger den Namen S-Class EQ tragen wird
Der aktuelle EQS wird eingestellt. Der Nachfolger trägt den Namen S-Class EQ. Foto: Mercedes-Benz

2027: die elektrische E-Klasse und ein kompakter G

2027 ersetzt die komplett neue E-Class EQ das aktuelle EQE. Anders als der Vorgänger mit seinem aerodynamisch glatten Design wird das Auto optisch der Verbrenner-E-Klasse ähneln. Gleiche MB.EA-Plattform, 800-Volt-Architektur, Ladeleistung von 330 kW.

Im selben Jahr kommt der „Baby G" — ein kompakter SUV, inspiriert von der ikonischen G-Klasse und aufgebaut auf der MMA-Plattform. Der AMG GT erhält Varianten als SUV und SUV-Coupé. Die aktuelle V-Klasse wird in zwei neue Modelle aufgeteilt: die luxuriöse VLS und die gehobene VLE.

2028: Der Nachfolger der A-Klasse für unter eine Million Kronen

2028 bringt ein neues Einstiegsmodell in Form eines Crossovers mit Hybrid- und Elektroantrieben. Der Zielpreis von unter 40 000 Euro — also umgerechnet etwa eine Million Kronen — soll ihn zum günstigsten Mercedes im Angebot machen. Die Produktion läuft im ungarischen Kecskemét.

Die MB.EA-Plattform als technologische Basis

Die meisten Elektroneuheiten basieren auf der MB.EA-Plattform mit 800-Volt-Architektur, die Laden mit einer Leistung von bis zu 330 kW ermöglicht. Im Vergleich zu den aktuellen Modellen auf der 400-Volt-Plattform EVA bedeutet das einen Generationssprung bei Ladegeschwindigkeit und Energieeffizienz. Mercedes hat über zwei Milliarden Euro in die Modernisierung der europäischen Werke investiert und plant eine Senkung der Betriebskosten um 10 % bis 2027.

Sechzehn Mercedes-Modelle für die tschechischen Showrooms

Mercedes-Benz verfügt in Tschechien über ein dichtes Händlernetz und zählt zu den meistverkauften Premiummarken. Von der diesjährigen Welle sind für den tschechischen Markt zwei Modelle entscheidend: das Facelift der C-Klasse, eines der meistverkauften Mercedes-Modelle im Land, sowie der neue GLC EQ, da der GLC zu den beliebtesten SUVs im Segment zählt.

Die Preisstrategie für die neuen Elektromodelle ist noch nicht klar. Die aktuellen Elektromodelle von Mercedes-Benz beginnen im tschechischen Konfigurator bei 1,5 Millionen Kronen für den EQA. Der neue Einstiegs-Crossover für unter 40 000 Euro würde bei direkter Umrechnung etwa einer Million Kronen entsprechen — also einer Kategorie, in der Mercedes-Benz bisher keine elektrische Alternative anbietet.

Die Offensive kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Gewinn der Marke im Jahresvergleich um 40 % eingebrochen ist und die Preise für Neuwagen in Tschechien seit 2020 um zweistellige Prozentsätze gestiegen sind. Ob die neuen Modelle die Wende bringen, zeigen die ersten Verkaufszahlen Ende des Jahres.

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