Der Allradantrieb erfreut sich in Autos immer größerer Beliebtheit, obwohl es immer weniger Fahrzeuge mit permanentem Allradantrieb gibt und sie allmählich zu einer bedrohten Art werden. Der permanente Allradantrieb wird daher durch verschiedene elektronische Systeme ersetzt, die vorausschauend erkennen können, wann die zweite angetriebene Achse zugeschaltet werden muss. Die Hersteller verwenden für ihre Allradsysteme unterschiedliche Handelsnamen: Während Škoda und mehrere andere Hersteller die geläufige Bezeichnung 4x4 nutzen, heißt dasselbe System bei Volkswagen 4Motion.
In letzter Zeit wird beim Allradantrieb zwischen 4x4 (4WD) und AWD unterschieden. Vereinfacht gilt ein Antrieb als AWD, wenn er die Kraft permanent auf alle 4 Räder überträgt. Ein 4x4-Antrieb kann dagegen entweder manuell eingeschaltet werden oder die Zuschaltung der zweiten Achse wird elektronisch gesteuert (z. B. Haldex). Während AWD somit in Geländewagen wie dem Toyota Land Cruiser zu finden ist, kommt der zuschaltbare 4x4-Antrieb in nahezu allen modernen SUV zum Einsatz, etwa im Škoda Kodiaq.
4Motion ist die Handelsbezeichnung von Volkswagen für den Allradantrieb. Hier ist die Sache etwas komplizierter, denn unter 4Motion (früher „Syncro“) fallen sowohl Modelle mit elektronisch zuschaltbarer Hinterachse über eine Haldex-Lamellenkupplung (Tiguan, Golf, Passat,..) als auch Modelle mit permanentem Allradantrieb und Torsen-Mittendifferenzial (Amarok, Touareg). Torsen kommt typischerweise bei Fahrzeugen mit längs eingebauten Motoren zum Einsatz und verteilt die Leistung im Standardbetrieb im Verhältnis 50:50 zwischen den Achsen. Haldex ist serienmäßig bei Fahrzeugen mit quer eingebauten Motoren zu finden und treibt im Standardbetrieb ausschließlich die Vorderachse an; die Hinterachse wird bei nachlassender Traktion zugeschaltet.
Audi Quattro nutzte bis vor Kurzem ausschließlich ein Torsen-Mittendifferenzial, das bei einigen Modellen durch ein von Audi entwickeltes Sportdifferenzial ersetzt wurde. Einige Audi-Modelle (A3,S3, TT) verwenden aufgrund ihrer quer eingebauten Motoren serienmäßig Haldex (siehe oben). Die jüngste Neuerung ist jedoch das System Quattro Ultra, das schrittweise in der gesamten Audi-Modellpalette zum Einsatz kommen soll, darunter beispielsweise auch im Audi Q7. Quattro Ultra arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip wie Haldex: Standardmäßig wird daher nur die Vorderachse angetrieben, während die Hinterachse bei Bedarf zugeschaltet wird. Über diese Technologie verfügt beispielsweise bereits der neue Audi Q5.
4Matic ist ein System, das in Fahrzeugen von Mercedes-Benz eingesetzt wird. Mithilfe eines Zentraldifferenzials mit Planetengetriebe überträgt es die Leistung im Verhältnis 45:55 auf beide Achsen. Ein wesentliches Merkmal des 4MATIC-Antriebs ist laut Mercedes der Verzicht auf herkömmliche Differenzialsperren. Der 4Matic-Antrieb ist für die meisten Modelle von Mercedes-Benz erhältlich.
BMW verwendet X-Drive in seinen Modellen mit Allradantrieb – das Gegenstück dazu ist S-drive, bei dem nur eine Achse angetrieben wird. X-Drive ermöglicht mithilfe einer Nasskupplung eine variable Verteilung der Antriebskräfte zwischen Vorder- und Hinterachse, standardmäßig im Verhältnis 40:60 (vorn/hinten). Da die Kraft jedoch permanent an die Hinterachse geleitet wird, können 100% der Kraft nur dann an die Vorderräder übertragen werden, wenn die Hinterräder durchdrehen. Bei BMW-Modellen mit Frontantrieb (X1, 2 Active/Grand Tourer) verhält es sich umgekehrt. Der Allradantrieb X-Drive ist für die meisten BMW-Modelle erhältlich.
Subaru setzt das System Symmetrical AWD in vier verschiedenen Varianten ein, deren wichtigste Gemeinsamkeit ein symmetrischer Antriebsstrang mit gleich langen Antriebswellen ist. Zu seinen Ausführungen zählen VTD-AWD (variable Drehmomentverteilung), AWD mit aktiver Drehmomentverteilung, AWD mit Zentraldifferenzial und Viskokupplung sowie AWD mit aktivem DCCD-Mittendifferenzial. Ausführlich behandelt wird das Thema vom Portal AWD.CZ. Subaru ist für seinen Allradantrieb berühmt. Daher überrascht es nicht, dass die Marke ihn in allen ihren Modellen mit Ausnahme des Sportwagens Subaru BRZ anbietet.
Jeep verwendet in seinen Fahrzeugen zahlreiche unterschiedliche 4x4-Systeme, die sich sogar innerhalb eines einzelnen Modells unterscheiden. Während Active-Drive eher nach dem Haldex-Prinzip arbeitet, standardmäßig die gesamte Kraft an die Vorderräder leitet und in kleineren Modellen (Renegade) zum Einsatz kommt, ist Quadra-Drive 2 ein vollwertiger, hochentwickelter permanenter Allradantrieb mit Mittendifferenzial für das Spitzenmodell Grand Cherokee. Bei Jeep sind außerdem weitere weniger verbreitete 4x4-Systeme zu finden, darunter Rock Trac (Wrangler),Freedom Drive (Compass, Patriot) oder Quadra-Trac (niedrigere Ausstattungslinien des Grand Cherokee). Ergänzt wird das Angebot durch das System Selec-Terrain, mit dem sich verschiedene Fahrmodi für das Gelände wählen lassen (Schnee, Sport, Sand/Schlamm, Felsen).