Beim Kauf eines Autos können Sie heute zwischen Schaltgetriebe und Automatikgetriebe wählen. Für viele Fahrer endet die Auswahl damit, weil sie mehr gar nicht wissen müssen. Ein Automatikgetriebe fordert weniger Aufmerksamkeit vom Fahrer, und das Fahren ist dadurch für manche Fahrer einfacher. Automatikgetriebe werden jedoch ebenfalls in mehrere Typen unterteilt, und es ist für Sie nur von Vorteil, sie alle zu kennen. Einer davon ist das Doppelkupplungsgetriebe DSG. Welche Vorteile und Nachteile hat es? Bei welchen Marken können Sie es bekommen?
Zunächst ist wichtig zu klären, was DSG (Doppelkupplungsgetriebe) ist und wie es sich von einer Automatik mit hydrodynamischem Wandler unterscheidet. Das DSG-Getriebe wurde von Volkswagen entwickelt. Als Erfinder des DSG-Vorläufers gilt der Franzose Adolphe Kégresse. Auf seinen Namen ist das Doppelkupplungsgetriebe bereits seit 1939 patentiert. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion eingestellt, später kam es wieder in Umlauf. DSG hat zwei Kupplungen: eine ist für gerade, die andere für ungerade Gänge zuständig. Es wird elektronisch gesteuert, und dank der Fähigkeit, zwei Gänge gleichzeitig vorzuwählen, wobei jeweils nur eine Kupplung öffnet oder schließt, laufen die Schaltvorgänge deutlich sanfter ab. Auch bei diesem Typ finden Sie bei den Stellungen des „Wählhebels“ Neutral, Rückwärtsgang, Vorwärtsfahrt und die Parkstellung des Getriebes. Das Getriebe mit hydrodynamischem Wandler gehört zu den am weitesten verbreiteten Bauarten. Die Grundlage ist der bereits erwähnte Wandler aus Turbine und Pumpe. Die mechatronische Einheit kombiniert Elektronik und hydraulische Ventile. Die Wechsel bleiben zwar weiterhin insgesamt recht flüssig, das System ist aber weniger effizient als eine Lösung auf Kupplungsbasis.
Neben diesen beiden Getriebearten gibt es auch das automatisierte Schaltgetriebe, das die Hersteller vor allem aus Kostengründen entwickelt haben. Die Verzögerung ist jedoch sehr lang, und oft ist diese Lösung auch unzuverlässig, weil sie Ihren nächsten Schritt nicht vorwegnimmt. Die Bezeichnung „robotisiert“ ist ebenfalls ein treffender Spitzname, denn die Grundlage des ganzen Systems ist eine Art Roboter, der anhand vieler verschiedener Impulse (etwa Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Betätigung des Gaspedals usw.) entscheidet, ob der eingelegte Gang passt. Im Unterschied zum DSG steht ihm dafür aber nur eine Kupplung zur Verfügung, weshalb der Schaltvorgang spürbar langsamer und vom Gefühl her deutlich ruppiger ist. Bei einer flüssigen Fahrt mit DSG kann das nicht passieren. Interessant ist auch das stufenlose CVT-Getriebe (also der Variator), mit dem man in der Stadt bei niedrigen Drehzahlen am besten zurechtkommt.

Ein großer Vorteil des DSG-Getriebes ist im Grunde die permanente Bereitschaft zum Schalten, je nach Fahrstil und abhängig davon, ob beschleunigt oder verzögert wird. Es ist außerdem effizienter als die übrigen Automatikgetriebe, weil keine Verluste durch Schlupf im Wandler entstehen. Einer der Nachteile des DSG-Getriebes ist dagegen die lange Denkpause bei einer schnellen Änderung des Fahrstils. Wenn Sie das Pedal abrupt durchtreten, muss für die Beschleunigung zurückgeschaltet werden, und in diesem Moment legt auch die zweite Kupplung einen kleineren Gang ein. Danach entsteht ein Problem beim Umschalten, das länger dauert, als es sollte. Anfangs beschwerten sich viele Menschen außerdem über Ruckeln beim langsamen Anfahren, etwa im Stau. Unterm Strich sind die heute gebauten DSG-Getriebe aber deutlich wirkungsvoller als andere, und erwähnt werden muss auch das sehr attraktive Ziel, den Kraftstoffverbrauch zu senken. Ihre Schaltvorgänge sind präzise, und die Anfangsprobleme gehören der Vergangenheit an.
Fallstricke gibt es im Grunde nur zwei. Nur einer davon beeinflusst aber den Fahrkomfort. Damit der vorbereitete Gang „passt“, also ob die zweite, gerade geöffnete Kupplung den nächsthöheren oder im Gegenteil den nächstniedrigeren Gang wählt, braucht es eine gewisse Logik oder einfache künstliche Intelligenz. Der Rechner (das Steuergerät der Automatik) denkt also ständig mit und versucht vorherzusagen, was Sie gerade tun werden. Dafür nutzt er eine Reihe indikativer Parameter (siehe die kurze Aufzählung beim automatisierten Schaltgetriebe). Nicht umsonst heißt es außerdem, dass das DSG-Getriebe Ihren Fahrstil lernt. Wäre das nicht so, hätte es das deutlich schwerer (und damit auch Sie). Nicht immer liegt es aber zu 100 Prozent richtig. Es reicht schlicht, etwas Unerwartetes zu tun, und das DSG braucht dann eben einen Moment für die Reaktion; nicht selten wirkt sie auch ziemlich hektisch. Das Paradebeispiel ist ein plötzliches Durchtreten des Pedals, nach dem relativ langsam um mehrere Gänge zurückgeschaltet wird (oft sogar um 3 auf einmal) und nach dem Gaswegnehmen wieder nach oben geschaltet wird - das Ergebnis ist vor allem eine nicht besonders gleichmäßige Beschleunigung.

Die DSG-Technik wird im Volkswagen-Konzern intensiv eingesetzt, Sie finden sie also auch in Modellen von SEAT und unserer heimischen Škoda Auto. Auch in manchen Audi-Modellen ist sie zu haben. Einige Wettbewerber nutzen Doppelkupplungsgetriebe ebenfalls, haben dafür aber andere Bezeichnungen geschaffen. BMW setzt diesen Getriebetyp zum Beispiel in seinen leistungsstarken Autos gerade wegen der schnelleren Schaltvorgänge ein. Dort tendiert man zur Bezeichnung DCT. Bei Porsche, wohin das Getriebe Ende der 80er Jahre kam, genauer in die Modelle Porsche 956 und 962, nutzt man die Abkürzung PDK, abgeleitet vom ursprünglichen Namen Porsche Doppelkupplungs. Bei Ford ist dieser Typ als Powershift-Doppelkupplungsgetriebe bekannt. Außerdem tauchte er beispielsweise in Modellen von Nissan, Renault, Hyundai und MG auf.
Heute gibt es mehrere Hersteller dieser Getriebe. Dazu gehören Getrag, Ricardo oder Borg-Warner. Vor ein paar Jahren kam auch das italienisch-schweizerische Unternehmen Oerlikon Graziano hinzu. Jährlich verkaufen sie in Europa ungefähr 20 Tausend Getriebe. Besonders beliebt sind sie bei Ferrari (Modelle California und 458 Italia), Maserati oder Aston Martin.
DSG ist nur eine von fünf Automatikarten. Wie es sich gegen den hydrodynamischen Wandler, den CVT-Variator, das automatisierte Schaltgetriebe und das hybride e-CVT schlägt - und welcher Typ gerade zu Ihnen passt - erklären wir im kompletten Überblick Automatikgetriebe: 5 Typen, wie sie funktionieren und welches Sie wählen sollten.