Der atmosphärische Eins-Liter-Dreizylinder im Fabia wird in bestimmten Kreisen wohl eher verachtet. In unserer hektischen Zeit wirken seine 59 kW doch relativ wenig. Beziehungsweise, vielleicht sind diese 59 kW gar nicht so wenig, aber wir sind von der großartigen Charakteristik moderner Turbomotoren und Hybride so verwöhnt, dass sich kaum jemand die Mühe macht, sich die Leistung bei sehr hohen Drehzahlen zu "holen". Aber ist das ein Grund, diesen Motor am Rande unseres Interesses stehen zu lassen? Ganz bestimmt nicht. Schauen wir uns also an, wie die Basismotorisierung aussieht, die Sie im großartigen Fabia für 369.000 Kč bekommen können.

Den Fabia der vierten Generation mag ich sehr. Er ist bereits dreimal durch unsere Redaktion gegangen. Wir haben den 1.0 TSI 70 kW mit Fünfgang-Schaltgetriebe getestet, außerdem den 1.0 TSI 81 kW mit Automatikgetriebe, und wir hatten auch die Topversion Monte Carlo mit 1.5 TSI 110 kW und Automatikgetriebe. Fast immer habe ich diese Autos in den höchsten Tönen gelobt. Es ist unglaublich, wie erwachsen der Fabia geworden ist und wie nah er an Autos einer höheren Klasse herankommt. Die einzige Version, die uns bisher noch nicht durch die Hände gegangen ist, bleibt eben die einfache Saugmotor-Einheit 1.0 MPI. Sie bietet vor allem einen sehr günstigen Preis, verbunden mit der Garantie großer Haltbarkeit und Zuverlässigkeit. Ihr Vorteil liegt auch darin, dass sie sich für kurze Strecken eignet, für die sich die heutigen modernen Turbomotoren weniger eignen. Hier ist er also. In der Ausstattung Ambition in der Farbe Race Blue. Schon auf den ersten Blick wirkt er weniger aufgehübscht und etwas weniger herausgeputzt als die anderen Modelle, die wir die Ehre hatten zu testen. Aber im Grunde ist es immer noch ein hervorragend gebauter Fabia.

Sie werden sich vielleicht wundern, aber auf diesen Test habe ich mich richtig gefreut. Im Test des Hyundai i10, auf den ich sehr stolz bin, schrieb ich: „Es ist keine Kunst, mit einem Auto über 100 kW zu fahren. Die Kunst ist es, mit einem Auto mit halber Leistung zu fahren. Dem Motor zuzuhören, sich nicht zu scheuen, ihn hochzudrehen, und rechtzeitig den Gang einzulegen, bevor das Auto anfängt langsamer zu werden. Mit Zwischengas genau 4.500 Umdrehungen zu treffen und bergauf im dritten Gang auf die Autobahn zu fahren. Das ist Kunst. Das ist ‚auch der Weg kann das Ziel sein‘.“ Und genau das erwartete mich auch im Fabia. Der kleine Motor hatte ein paar hundert Kilometer mit einem relativ voll besetzten Wagen und anspruchsvollerem Winterverkehr vor sich. Auf 17-Zoll-Reifen, ausgestattet mit automatischer Klimaanlage, Smartphone-Spiegelung, Tempomat und Sitzheizung. Eigentlich fehlt mir nichts.

Das erste Hinsetzen in den Fabia ist für mich immer ein angenehmer Moment. Ein relativ kleines Auto, aber innen finden wir eine perfekte Sitzposition, ein Lenkrad mit idealer Dicke, das sich schön an den Körper heranziehen lässt, gute Sitze und einen gut verarbeiteten Innenraum. Der neue Fabia ist nicht so schmal wie sein Vorgänger, sodass auch zwischen den Sitzen genug Platz ist. Ich habe überhaupt keine Beanstandungen. Ich starte den Motor. Der Dreizylinder erwacht zum Leben und ist kaum zu hören. Im Fünfganggetriebe rastet der erste Gang schön ein, und ich fahre über die weiche Kupplung so geschmeidig los, als würde ich das Auto schon seit Monaten fahren. Das ist einfach großartig. Der Motor reagiert sofort auf das Gaspedal, hat aber nicht allzu viel Kraft. Bei niedrigen Drehzahlen reicht es für eine allmähliche Beschleunigung, und man muss mit großen Geschwindigkeitsabständen rechnen und den Motor etwas mehr drehen lassen, damit die Drehzahl im höheren Gang mindestens auf etwa 2.000 fällt. Das bedeutet, vor dem Schalten deutlich über 3.000 Umdrehungen zu drehen. Daran sind wir von den Turbomotoren nicht mehr sehr gewöhnt. Und dabei bewegen wir uns bisher nur in der Stadt.

Außerhalb der Stadt bedeutet dann jede Beschleunigung Vollgas und ziemlich viel Geduld, um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen. Die maximale Leistung von 59 kW erreicht der Motor bei 6.300 U/min. Das maximale Drehmoment von 93 Nm liegt im Bereich von 3.700 bis 3.900 U/min an. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 179 km/h an, und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 15,5 Sekunden (5 Sekunden mehr als beim Eins-Liter-Turbomotor). Auf der Autobahn dreht der Motor mit 4.000 Umdrehungen, ist aber nicht besonders laut. Das Reisen ist dank der hervorragend schallgedämmten Karosserie angenehm, aber es ist manchmal schwierig, die erreichte Geschwindigkeit zu halten. Und so befinden Sie sich wieder in der Situation, einfach das Pedal durchzudrücken. Dank der modernen Abgassteuerung bedeutet das aber keine unnötige Anreicherung des Gemischs, die zu einem hohen Verbrauch führen würde. Selbst bei sehr grober Behandlung zeigte das Display etwa 6,5 Liter an. Und mit grob meine ich zum Beispiel, dass man auf der Autobahn manchmal den dritten Gang einlegen und den Motor bis zu 6.000 Umdrehungen steigen lassen muss. Wer das nicht tut, wird von der Dynamik sicher enttäuscht sein, und enttäuscht werden auch die Fahrer um Sie herum sein, weil Sie sie ausbremsen. Wem das Fahren Spaß macht, der wird das durchaus genießen können. Bei welchem anderen Motor können Sie schließlich so an die Grenzen gehen? Auch auf den größeren 17-Zoll-Rädern bewältigt der Fabia Unebenheiten sehr souverän, und der leichte Motor hilft dabei nur. Über Unebenheiten bewegt sich der Fabia erwachsen, nirgends klappert oder poltert etwas. Platz gibt es überall reichlich. Nicht einmal hinten werden Sie mit den Knien die Sitze vor sich berühren. Der Kofferraum fasst 380 Liter, was ebenfalls ein überdurchschnittlicher Wert ist. Außerdem befindet sich anstelle des Reserverads ein riesiges Fach, das ebenfalls nützlich sein kann. Zumindest solange Sie das Reserverad nicht brauchen.

Die provokante Überschrift des Artikels bezieht sich darauf, dass die Klagen darüber, dass Autos teuer seien, nur teilweise wahr sind. Das Problem sind oft unsere Ansprüche. Tausend Liter Kofferraum, fünfhundert PS, zwei Tonnen Blech, Allradantrieb und ein Sack voll Ausstattung. All das halten wir fast schon für selbstverständlich, und dann erscheinen uns die fünf Meter langen SUVs für über eine Million plötzlich teuer. Und bei den Auslastungsstatistiken stellt sich dann heraus, dass wir sowieso die meiste Zeit im Stau sitzen, in einem Auto, das nur mit einer Person besetzt ist. Theoretisch könnten uns also diese 59 kW und 4,1 Meter Länge durchaus ausreichen. Und nicht nur theoretisch.

Das Fazit ist, dass ich mich zum vierten Mal davon überzeugt habe, dass der Fabia großartig ist. Das Fazit zu diesem Motor ist, dass abseits der Autobahn die Leistung ausreichend ist, wenn man weiß, wo man sie suchen muss. Er belohnt mit einem Verbrauch von bis zu 5,5 Litern im kombinierten Betrieb auf hundert Kilometer. In der Stadt belohnt er mit einer linearen Charakteristik, leichtem Anfahren und einfacher Bedienung. Auf der Autobahn braucht es dann schon etwas Mut und Fahrkönnen, und dort ist dieser Motor nicht ganz zu Hause, dort wird es dann schon etwas mühsamer. Dennoch kann man diesen Saugmotor mit gutem Gewissen empfehlen, wenn man ein Auto für lange Zeit mit minimalem Wartungsaufwand sucht.