Heutzutage entstehen neue Technologien, die das Fahren mit verschiedenen Displays und neuen Funktionen erleichtern sollen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Fahrsicherheit, damit sich der Fahrer stärker auf sein Fahrzeug und dessen Schutzsysteme verlassen kann. Eine weitere Technologie, die verhindert, dass der Fahrer den Blick von der Straße abwendet, ist das Head-up-Display. Es findet langsam den Weg aus Luxusautos in erschwinglichere Modelle.
Das Head-up-Display wurde ursprünglich für die Bedürfnisse des Militärs während des Zweiten Weltkriegs entwickelt. Kampfpiloten standen vor dem Problem, Radar und Umgebung gleichzeitig im Blick behalten zu müssen. Im Jahr 1942 gelang es, die Bilder zusammenzuführen, und man begann, Informationen auf die Fläche der Frontscheibe im Cockpit zu projizieren. Wie die Geschichte bereits zeigt, funktioniert das Head-up-Display nach demselben Prinzip. Die benötigten Daten werden auf die Windschutzscheibe projiziert, damit sie den Blick auf die Straße nicht stören. Das Bild ist nahezu unsichtbar, bis der Fahrer direkt darauf blickt.
Der erste Typ, der für Hersteller preislich günstiger ist, ist ein versteckter Projektor, der Informationen auf einen transparenten oder halbtransparenten Bildschirm überträgt. Dieser lässt sich in vielen Fällen in das Armaturenbrett einfahren, aus dem er herausragt. Solche Bildschirme werden häufig von Zulieferern gefertigt und anschließend von den Autoherstellern direkt in ihre Fahrzeuge eingebaut. So sparen sich die Hersteller die eigene Entwicklung der Displays. Diesen HUD-Typ finden Sie zum Beispiel im Ford Focus, Mazda 3 oder im neuen Renault Megane. Gefräste Kanten sorgen dafür, dass der Bildschirm aus anderen Blickwinkeln kaum zu sehen ist.

Den zweiten Typ findet man vor allem in teureren Fahrzeugmodellen. Dabei werden die Daten direkt auf die Windschutzscheibe projiziert. So entfallen potenziell störende Zusatzscheiben, und auch die Form des Armaturenbretts bleibt unverändert. Diese Display-Art vermittelt dem Fahrer den Eindruck, die Informationen würden mehrere Meter vor dem Auto schweben, wodurch er sich deutlich leichter auf die Straße konzentrieren kann und trotzdem über seine Fahrt informiert bleibt. Die Scheibe muss speziell behandelt werden; wegen der aufwendigeren Herstellung findet man diese Lösung daher in Luxusautos wie zum Beispiel Jaguar XE, BMW 6 Series und Bentley Bentayga. Selbst bei Luxusautos gehört ein HUD jedoch nicht immer zur Serienausstattung und kostet oft Aufpreis.

Die Geschwindigkeitsanzeige gehört bei einem Head-up-Display selbstverständlich dazu. Außerdem kann Navigation eingeblendet werden, wobei die Sichtbarkeit an sonnigen Tagen wahrscheinlich schlechter ist. Das Display kann das Tempolimit der aktuellen Straße anzeigen, mit Sat-Nav-Unterstützung außerdem den gerade eingelegten Gang, den Verbrauch und in manchen Fällen auch Warnhinweise. Praktisch lässt sich mit einem Head-up-Display das gesamte Armaturenbrett ersetzen, sodass Sie beim Fahren von nichts mehr abgelenkt werden.
Ein Head-up-Display soll die Sicherheit beim Fahren erhöhen und die Zeit verkürzen, in der der Fahrer nicht auf die Straße schaut. In einem Test mit Fußgängern, bei dem die Fahrer beim Kontrollieren der Geschwindigkeit beobachtet und ihre Reaktionszeiten bewertet wurden, erkannten Besitzer von Head-up-Displays rechtzeitig mehr Fußgänger. Einige Experten warnen jedoch, dass dieser Display-Typ auch deutlich stärker ablenken könnte. Ein Argument ist etwa die Bedienung von Musik und ähnlichen, nicht unbedingt notwendigen Funktionen über das HUD. Der Fahrer würde sich dann nicht mehr vollständig auf die Straße konzentrieren, obwohl sich die Anzeige in ausreichender Höhe befindet.
Einige Hersteller haben sich für einen anderen Weg entschieden. Deshalb begegnet man in manchen Fällen weiteren Alternativen. Eine davon ist zum Beispiel das Peugeot I-Cockpit, dessen erste Version das Unternehmen bereits im Jahr 2011 vorgestellt hat. Peugeot I-Cockpit verfügt über ein Display oberhalb des Lenkrads, mit dem Sie beispielsweise 3D-Navigation in besserer Qualität als bei einem HUD nutzen oder wichtige Informationen über Tasten am Bedienfeld anzeigen lassen können. Die Smartphone-Anbindung ist selbstverständlich.