Wie ein Blitz aus heiterem Himmel kam vor sechs Jahren das scharfe Modell i30 N. Und schon der erste Versuch des Herstellers in Sachen Hot-Hatch geriet hervorragend. Dank des attraktiven Preises, des interessanten Designs und der technischen Daten wurde er sofort zum Traum vieler Petrolheads. Vorletztes Jahr hatten wir den i30 N Hatchback mit Schaltgetriebe zum Test, jetzt ist es an der Zeit, zur Fastback-Variante mit Doppelkupplungsautomatik zu greifen und auch diese auszuprobieren.

Letztes Jahr erhielt der i30 N ein kleines Facelift, das das Design leicht nachschärfte, und auch wenn man ihm an manchen Stellen sein Alter schon ansieht, sieht das „N“ in seinem ikonischen Hellblau immer noch richtig gut aus. Von außen wird der Kleine zudem durch dezente rote Akzente ergänzt, die ihm wirklich stehen. Die Kombination aus Blau, Schwarz und Rot ist perfekt. Weniger dezent sind die riesigen 19-Zoll-Räder mit rot lackierten Bremssätteln, umhüllt von schmalen 235 mm breiten Reifen mit der Profilziffer 35. Vor allem diese Räder verraten zusammen mit dem Heckdiffusor und den dicken Auspuffendrohren, dass dieses Auto ein bisschen mehr ist als der Familien-i30, den man so oft auf den Straßen sieht.

Im Innenraum gibt es dagegen nicht so viel zu bewundern. Außer vielleicht den grandiosen Sportsitzen. Und das beleuchtete N-Logo auf den Rückenlehnen verströmt vielleicht sogar einen Hauch von Premium. Auf dem Armaturenbrett oder an den Türverkleidungen würde man dagegen vergeblich nach großen Veränderungen suchen. Und auch bei der Materialqualität des Innenraums fände man Anlass zur Kritik. Aber – und das räumen wir gleich zu Beginn aus dem Weg – das ist hier fehl am Platz. Der Preis des i30 N ist im Vergleich zu der Technik und dem fein abgestimmten Auto, das man dafür bekommt, so attraktiv, dass der Innenraum ruhig auch schlechter sein könnte und ihn trotzdem nicht vom Podest stoßen würde. Hier wurde für alles Geld ausgegeben, was mit dem Fahrerlebnis zu tun hat. Und glauben Sie mir – wenn man das Gaspedal durchtritt, die Drehzahl nach oben schießt, aus dem Motor ein toller Sound erklingt, es aus dem Auspuff knallt, der Tacho sich der Hundert nähert, der Motor Kraft im Überfluss hat und man dabei am Kurvenausgang mit dem Lenkrad ringt, dann streichelt und drückt man wirklich keine Plastikteile mehr mit den Händen.

Vom ersten Moment an, in dem der kalte Motor erwacht und zu blubbern beginnt, vom ersten Moment an, in dem man die Maschine in Bewegung setzt, beschäftigt man sich mit anderen Dingen als Türverkleidungen und deren Materialien. Man spürt die straffen Sitze, die straffe Lenkung, das straffe Fahrwerk, das überraschenderweise selbst in der Stadt nicht unangenehm ist. Was man praktisch nicht wahrnimmt, ist das Schalten des großartigen automatischen Doppelkupplungsgetriebes. Der i30 N blubbert einfach vor sich hin und bahnt sich mit minimaler Drehzahl seinen Weg durch die Stadt, hin zu den Straßen, für die er geschaffen wurde. Außerhalb der Stadt schalte ich per Lenkradtaste in den N-Modus, und erst dann passieren die eigentlichen Dinge. Absolut einzigartig sind die umfangreichen Personalisierungsmöglichkeiten des Fahrzeugs. In drei Stufen lassen sich die Fahrwerkssteifigkeit, die Lenkungshärte, das Ansprechverhalten des Motors, der Auspuffsound, die Arbeit des Sperrdifferenzials sowie das Verhalten des Getriebes einstellen. Laut Herstellerbeschreibung hat das DCT-Getriebe dabei folgende Modi: N Power Shift aktiviert die maximale Schaltgeschwindigkeit und einen intensiveren Sound (durch Zündungsunterbrechung, eine Klappe im Auspuff sowie einen elektronischen Klanggenerator) beim Hochschalten, sofern beim Beschleunigen das Gaspedal zu mehr als 90 % durchgetreten ist. N Grin Shift erlaubt es, für 20 Sekunden eine Overboost-Funktion für maximale kurzzeitige Beschleunigung zu nutzen. Die Funktion N Track Sense Shift erkennt, dass sich der Kleine auf einer bestimmten Rennstrecke befindet, und passt anhand einer Datenbank die Schaltzeitpunkte an die jeweilige Strecke und das Verhalten des Fahrers an. Unglaublich, oder?

Perfekt ist die mechanische Abstimmung von straffer Lenkung und strafferen Bremsen. Wenn man nur für ein paar Sekunden die maximale Leistung braucht, dient dazu die oben beschriebene spezielle Taste mit den geheimnisvollen Buchstaben NGS. Damit wird die Funktion N Grin Shift aktiviert. Sie liefert für 20 Sekunden die maximale Leistung, und wie das Wort Grin schon andeutet, zaubert sie einem ein Grinsen ins Gesicht. Ab 2.000 Umdrehungen legt sich der Turbo bereits kräftig in die Zylinder, und der Sound aus dem Motor schüttet reichlich Endorphine ins Gehirn, so wie diese 353 Nm das Auto nach vorne drücken. Auf hundert geht es in 6.1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt. Das macht einfach jedem Freude.

Die Sitze sind hervorragend und halten den Körper in Kurven ausgezeichnet fest. Faszinierend ist, wie das Auto die Straße verschlingt und wie intensiv es dank des effektvollen Knallens aus dem Auspuff die Emotionen an den Fahrer weitergeben kann. Die Reifen halten wie angenagelt, aber besonders bei kaltem und nassem Untergrund muss man das Lenkrad im Griff behalten, da das Auto gerne daran zieht. Das größte Fragezeichen dieses Modells war jedoch das Getriebe. Und ich muss sagen, dass es mich sehr angenehm überrascht hat. Im Normalmodus schaltet es geschmeidig und dreht bei jedem Gasstoß nicht gleich durch. Es stützt sich auf die Kraft des Motors und weiß sie zu nutzen. In den Sportmodi hält es die Motordrehzahl höher, aber nicht in irgendwelchen unnötigen Höhen. Es passt sich wunderbar dem Fahrstil an. Wenn man schnell in eine Kurve fliegt und heftig bremst, reagiert auch das Getriebe aggressiv und hält die Drehzahl schon sehr hoch bereit. Dadurch reagiert der Motor sofort auf das Gas. Im schärfsten Modus priorisiert es die Beschleunigung so stark, dass es nicht einmal auf einen sanften Gangwechsel wartet und manchmal ganz ordentlich ruckt.

Der i30 N ist konzentrierte automobile Freude. Sein Nachteil ist, dass er für den normalen Straßenverkehr fast schon zu gut ist. Seine Grenzen liegen ganz woanders als die Straßenverkehrsordnung oder die Möglichkeiten unserer Straßen, weshalb vielleicht der Ford Fiesta ST interessanter sein könnte. Doch die Stärke des i30 N liegt nicht nur in seinem Design, sondern auch in der hervorragenden Technik einschließlich des Torsen-Differenzials in der Performance-Version. Auch das Automatikgetriebe erhält Lob. Es ist wirklich gut. Es muss schwer sein, sich zu entscheiden – auf der einen Seite wird man als überzeugter Petrolhead behaupten, dass in ein solches Auto in jedem Fall ein Schaltgetriebe gehört. So habe ich das auch gesehen. Dann bin ich aber mit diesem hervorragenden Automatikgetriebe gefahren und wäre vielleicht bereit, meine Meinung zu ändern. Dank der sehr weitreichenden Einstellmöglichkeiten der Fahrmodi bringt er oft schwer vereinbare Anforderungen an Praktikabilität, Vielseitigkeit und Sportlichkeit unter einen Hut und kann problemlos als einziges Auto der Familie dienen, mit einem etwas höheren Kraftstoffverbrauch, der auf Dauer zwischen 8 und 10 Litern liegen wird. Eher Richtung 10. Gut ist auch der Preis, der sich in dieser besseren Ausstattungslinie Performance mit diesem großartigen Automatikgetriebe bei rund 900.000 Kč bewegt, ähnlich wie beim eine Klasse kleineren Fiesta ST.