Hyundai IONIQ 3 enthüllt: kompakter Elektro-Hatchback mit 496 km Reichweite und 441 Liter Kofferraum

Hyundai IONIQ 3 enthüllt: kompakter Elektro-Hatchback mit 496 km Reichweite und 441 Liter Kofferraum

Jiří Zelinka, 20. April 2026

Die koreanische Marke Hyundai hat am Montag das kleinste Mitglied der IONIQ-Familie vorgestellt. Das Modell IONIQ 3 ist ein elektrischer Kompakt-Hatchback, der speziell für europäische Kunden entwickelt wurde. Er basiert auf derselben modularen E-GMP-Plattform mit 400-V-Architektur wie das Schwestermodell Kia EV2 und ist in zwei Batterievarianten erhältlich: 42,2 kWh (Standard Range) mit einer Reichweite von 344 km oder 61 kWh (Long Range) mit einer Reichweite von 496 km nach WLTP-Methodik.

Für den IONIQ 3 führt Hyundai einen neuen Karosserietyp ein, den das Unternehmen Aero Hatch nennt. Ziel ist es, aerodynamische Effizienz mit großzügigem Innenraum zu verbinden. Der vorläufige Luftwiderstandsbeiwert von 0,263 soll laut Hersteller der beste im Segment der Kompakt-Elektrofahrzeuge sein. Zum Vergleich: Die Škoda Peaq erreicht als elektrische Flaggschiff-Limousine einen cw-Wert von 0,22, sodass Hyundai im Kompaktsegment sehr nahe an den optimalen Werten bleibt.

Reichweite, Motoren und Laden: 22 kW Wechselstrom als Bonus

Hyundai gibt zwei Leistungsstufen an: 99,5 kW (135 PS) für Long Range und 107,8 kW (147 PS) für Standard Range. Der Antrieb erfolgt stets über die Vorderräder, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 170 km/h, und die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert 9,0 Sekunden bei der Version Standard Range beziehungsweise 9,6 Sekunden bei der Version Long Range. Ein interessantes Detail ist die Möglichkeit des Wechselstromladens mit bis zu 22 kW, was im Kompaktsegment eine Seltenheit ist - die meisten Wettbewerber (einschließlich VW ID.3 oder Renault 5) bleiben bei 11 kW.

Das DC-Schnellladen von 10 auf 80 Prozent dauert laut Hersteller 29 Minuten bei der Version Standard Range und 30 Minuten bei Long Range. Hyundai hat die maximale Ladeleistung bislang nicht angegeben, doch angesichts der 400-V-Architektur (im Gegensatz zu 800 V bei den größeren Modellen IONIQ 5 und 6) wird eher ein moderater Wert von rund 100 kW erwartet. Ein praktischer Vorteil ist das bidirektionale V2L-Laden (Vehicle-to-Load) - das Auto kann externe Verbraucher sowohl über äußere als auch innere Steckdosen mit Strom versorgen. Wie das Laden von Elektrofahrzeugen in der Praxis funktioniert, haben wir in einer eigenen Übersicht erläutert.

Abmessungen und Kofferraum: 441 Liter inklusive Megabox

Der IONIQ 3 misst in der Grundversion 4 155 mm, die Variante N Line ist 15 mm länger. Eine Breite von 1 800 mm, eine Höhe von 1 505 mm und ein Radstand von 2 680 mm ordnen das Fahrzeug in das Segment der kompakten Elektro-Hatchbacks ein. Hyundai verspricht einen ebenen Boden, der auch drei Erwachsenen im Fond ordentlich Beinfreiheit bieten soll.

Der Gepäckraum hat ein Volumen von 322 Litern, hinzu kommen 119 Liter in der sogenannten Megabox unter dem Kofferraumboden. Insgesamt also 441 Liter - ein überdurchschnittlicher Wert für dieses Segment. Zum Vergleich: Der CUPRA Raval bietet 400 Liter, der Renault 5 nur 326 Liter und der Kia EV2 rund 362 Liter.

Vergleich mit der nächsten europäischen Konkurrenz

ModellBatterie (kWh)Reichweite WLTP (km)Leistung (kW)Kofferraum (l)Preis ab (Kč)
Hyundai IONIQ 3 SR42,2344107,8441nicht veröffentlicht
Hyundai IONIQ 3 LR61,049699,5441nicht veröffentlicht
Kia EV2 (E-GMP, Schwestermodell)42,2 / 61,0312 / 453108 / 99362659 980 / 804 980
CUPRA Raval52,0 / 56,0400–450155 / 166400680 000
Renault 5 E-Tech40 / 52307–41090 / 110326679 000
MG MGS5 EV49 / 64340 / 480125 / 170453789 990 / 899 990
Quelle: Pressemitteilung Hyundai, Autohled.cz (Preise der Konkurrenz Stand 20.4.2026).
Hyundai IONIQ 3 Interieur N Line mit zwei Displays und dem System Pleos Connect
Interieur des IONIQ 3 N Line mit dem Infotainmentsystem Pleos Connect auf Basis von Android Automotive OS. Foto: Hyundai

Pleos Connect: das erste Android Automotive OS von Hyundai in Europa

Der IONIQ 3 ist das erste europäische Modell der Marke Hyundai mit dem Infotainmentsystem Pleos Connect, das auf dem Betriebssystem Android Automotive OS (AAOS) von Google basiert. Das Auto verfügt über zwei Displays mit einer Diagonale von 12,9 oder 14,6 Zoll. Hyundai betont den „intuitiven Ansatz“ - was in der Praxis eine native Integration von Google Maps, dem Google Assistant und dem Play Store bedeutet, ähnlich wie in Fahrzeugen des Stellantis-Konzerns oder von Renault.

Zur Serienausstattung gehören sieben Airbags, Projektions-LED-Scheinwerfer mit dem intelligenten Lichtsystem IFS und das Assistenzpaket Hyundai SmartSense, das den Autobahnassistenten HDA 2, den Parkassistenten mit Fernbedienung RSPA und das Kamerasystem zur Toter-Winkel-Überwachung BVM umfasst. Die Pixel-Beleuchtung mit vier zentralen Punkten - das visuelle Markenzeichen der IONIQ-Modelle - bleibt auch beim kleinsten Mitglied der Familie erhalten.

Hergestellt in der Türkei, entwickelt in Europa

Der IONIQ 3 wurde in den europäischen Technikzentren von Hyundai entwickelt und wird im Werk İzmit in der Türkei gefertigt, wo Hyundai Motor Türkiye bereits heute die Modelle i10, i20 und Bayon produziert. Die lokale Fertigung hilft, die Preiswettbewerbsfähigkeit zu sichern - das türkische Werk ist nicht mit den EU-Zöllen auf chinesische Elektrofahrzeuge belastet und bleibt zudem außerhalb der Importquoten für Fahrzeuge aus Asien.

„Mit dem IONIQ 3 bringen wir mutiges Design, Fahrfreude und die fortschrittlichen Merkmale der Marke IONIQ einem noch breiteren Kundenkreis in ganz Europa,“ sagte laut der Pressemitteilung von Hyundai Xavier Martinet, Präsident und CEO von Hyundai Motor Europe. Die Version N Line fügt sportliche Designelemente und 19-Zoll-Räder hinzu - die Fotos der begleitenden Pressemitteilung zeigen genau diese Variante in der Karosseriefarbe Fierce Red Matte.

Tschechischer Markt: Bestellstart im Spätsommer, Preise noch geheim

Hyundai Motor Czech bestätigte in einer Pressemitteilung, dass die Bestellungen für den IONIQ 3 auf dem tschechischen Markt Ende des Sommers 2026 starten sollen; die ersten Kundenfahrzeuge sollen im Laufe des Herbsts eintreffen. Konkrete Preise für Tschechien wurden bislang nicht bekannt gegeben.

Da das Schwestermodell Kia EV2 in Tschechien bei 659 980 Kč für die Version mit 42,2-kWh-Batterie startet, ist zu erwarten, dass der IONIQ 3 einen sehr ähnlichen Preis ansetzen wird - typischerweise einige Zehntausend Kronen höher, wie es beim Duo Hyundai/Kia üblich ist. Damit würde das Fahrzeug in direkte Konkurrenz zum CUPRA Raval und zum Renault 5 treten. Vollständige Spezifikationen und Vergleiche finden Sie auf der Seite des Kia EV2, der das nächstliegende technische Pendant ist.

Für Kunden, die im Winter lange Strecken fahren, ist auch die Frage nach der realen Reichweite relevant. Zuletzt haben wir uns damit im ADAC-Wintertest 2026 befasst, der zeigte, dass kein familientaugliches E-Auto die Strecke von München nach Berlin ohne Zwischenstopp schafft. Bei einer WLTP-Reichweite von 496 km wird die Version Long Range unter winterlichen Bedingungen realistisch für etwa 350–380 km zwischen den Ladestopps reichen.

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