Peugeot hat in den letzten Jahren wirklich zu sich gefunden. Und das Modell e-3008 beweist, dass Elektromobilität für die Marke nicht nur eine erfüllte Emissionsauflage ist, sondern ein durchdachtes Produkt. Ich habe mit diesem Fastback mehrere Tage verbracht, über 600 km zurückgelegt und ihn in allen möglichen Verkehrssituationen getestet – im morgendlichen Stau, auf der Autobahn und auf Landstraßen.
Update (April 2026): Zur getesteten Version mit Frontantrieb ist seit April 2026 die Variante Dual Motor 4×4 mit einer Systemleistung von 239 kW (325 PS) zum Einführungspreis von 43.800 € hinzugekommen — das ist im Segment ein ungewöhnlich niedriger Preis für ein elektrisches SUV mit Allradantrieb.

Der Peugeot e-3008 besticht auf den ersten Blick durch sein Design, was doppelt für die GT-Version gilt, die ich testen durfte. Die Fastback-Silhouette und die typischen LED-Scheinwerfer in Form von Löwenkrallen verleihen ihm ein dynamisches und modernes Erscheinungsbild. Die zweifarbige Karosserie mit schwarzem Dach wirkt elegant. Obwohl er in manchen Farbkombinationen weniger auffällig wirken kann, ist das getestete türkisblaue Metallic buchstäblich unübersehbar und unterstreicht den futuristischen Charakter des Fahrzeugs.
Der Innenraum bringt die typischen Merkmale der Marke Peugeot mit – dominierend ist das gebogene 21″-Panorama-Display, das mit dem digitalen Kombiinstrument und dem zentralen Infotainment verbunden ist. Auch das bekannte i-Cockpit mit kleinem Lenkrad und hoch positioniertem Display fehlt nicht, was individuell unterschiedlich aufgenommen werden kann – manchem liegt es sofort, ein anderer braucht etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen, und mancher gewöhnt sich einfach nicht daran. Die Bedienung des Infotainments ist ansonsten übersichtlich, aber einige Funktionen (z. B. das Umschalten der Fahrmodi, die Einstellung der Ambientebeleuchtung oder die Klimasteuerung über das Touch-Menü) erfordern etwas Geduld und Eingewöhnung. Die Sitze, die Alcantara und Leder kombinieren, sind auch auf längeren Strecken bequem, mit gutem Halt und elektrischer Verstellmöglichkeit. Die Rücksitzbank überrascht mit ihrem Platzangebot – auch größere Mitfahrer finden hier ausreichend Knie- und Kopffreiheit, was in dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit ist, und angesichts des abfallenden Hecks des 3008 haben auch wir das nicht erwartet. Der Kofferraum bietet 520 Liter, ein solider Wert für diese Kategorie. Die Fastback-Silhouette schlägt sich zwar leicht auf die Kofferraumhöhe nieder, überzeugt in der Praxis aber mit einer breiten Ladeöffnung, einer regelmäßigen Form und einer niedrigen Ladekante. Dadurch lassen sich auch sperrigere Gegenstände leicht verstauen, sei es ein Kinderwagen oder ein größerer Einkauf. Insgesamt wirkt der Innenraum hochwertig – die Materialien fühlen sich angenehm an, die Verarbeitung der meisten Elemente ist gut, auch wenn man hier und da auf Details stößt, die noch etwas mehr Feinschliff vertragen könnten.

Das Infotainment ist modern, übersichtlich gestaltet und reagiert gut auf Eingaben. Die drahtlose Verbindung über Apple CarPlay und Android Auto funktioniert zuverlässig. Die Bedienung erfordert aber etwas Gewöhnung – manche Funktionen sind tiefer im Menü versteckt – nach ein paar Tagen der Nutzung habe ich jedoch die Logik der Anordnung und die flotte Reaktionsgeschwindigkeit zu schätzen gewusst. Die Assistenzsysteme, darunter der adaptive Tempomat, der Spurhalteassistent oder die Einparksensoren, arbeiten präzise, unauffällig und ohne unnötige Eingriffe, was zu einer entspannten Fahrt beiträgt.

Der Peugeot e-3008 ist ein Auto, das einen vor allem durch seine Laufruhe und Gelassenheit für sich gewinnt. Der Elektromotor mit einer Leistung von 157 kW (210 PS) zieht schon prinzipbedingt gleichmäßig, leise und ohne unnötige Dramatik – was aber keineswegs bedeutet, dass er nicht agil sein könnte. Dank der 73-kWh-Batterie schafft er auf dem Papier bis zu 520 km pro Ladung, in der Praxis sollte man aber eher mit einer Reichweite von rund 430–460 km im gemischten Betrieb rechnen. Auf der Autobahn pendelte sich der Wert bei 340–360 km ein, was immer noch ein ordentlicher Wert ist, auch wenn man bei längeren Strecken bereits mit Planung rechnen muss.

Der Herstellerverbrauch von 16,7 kWh/100 km klingt gut, aber wie so oft weicht die Realität etwas davon ab. In der Stadt lässt sich tatsächlich mit rund 16–17 kWh fahren, außerhalb der Stadt oder wenn man etwas mehr aufs Gaspedal drückt, sieht man aber durchaus Werte, die mit einer Zwanzig beginnen. Mitverantwortlich dafür ist der völlig geräuschlose Antrieb – der wirklich lautlose Elektromotor lässt das Gefühl für die Geschwindigkeit komplett verschwimmen, und man ertappt sich leicht dabei, deutlich zügiger unterwegs zu sein, als es „energetisch günstig“ wäre. Hinzu kommt ein sensibles Gaspedal, das einen dazu zwingt, das Tempo fein zu korrigieren, auch dort, wo andere Elektroautos die Leistung gleichmäßiger halten würden. Nicht, dass das schlecht wäre – die Dynamik des Autos leidet dadurch nicht – aber die Effizienz leidet dadurch etwas. Der Dynamik kommt es aber definitiv zugute – der e-3008 ist kein Sportler, kann aber durchaus Spaß machen.

Am meisten hat mir die Geschmeidigkeit und Ruhe gefallen, mit der das Auto reagiert, sowie der deutliche Unterschied zwischen den Fahrmodi. Hier findet man die Klassiker – Normal, Eco und Sport. In der Stadt ist er leise und komfortabel, auf Landstraßen kann er überraschend sicher sein und hält trotz des höheren Gewichts (fast zwei Tonnen) souverän die Spur. Der Sport-Modus verschärft die Reaktionen, und das Auto wirkt lebendiger, bleibt dabei aber weiterhin kultiviert. Es ist kein Hot Hatch, kann aber durchaus ein Lächeln hervorzaubern, wenn man gerade nicht nur zur Kita oder zum Einkaufen unterwegs ist. Auf Unebenheiten ist das Fahrwerk etwas straffer, aber nichts, was einen zwingen würde, mehr abzubremsen als nötig. Die Geräuschdämmung ist auf einem hervorragenden Niveau, und insgesamt wirkt das Auto leiser als manche deutlich teureren Elektroautos.

Das Schnellladen (Typ DC) bietet eine Leistung von bis zu 160 kW, was eine Ladung von 20 auf 80 % in rund 30 Minuten bedeutet. In der Praxis kam ich ohne Batterievorheizung von 24 % auf 81 % in 33 Minuten, was den Herstellerangaben entspricht. Im Winterbetrieb wird man neben der Möglichkeit zur Batterievorheizung auch die serienmäßige Wärmepumpe zu schätzen wissen, die für ein effizienteres Heizen sorgt.
Und ein paar Worte zur Technik: Der Peugeot e-3008 basiert auf der völlig neuen Plattform STLA Medium, die unter anderem für Elektroautos entwickelt wurde (es handelt sich um eine multi-energetische Plattform). Der Antrieb erfolgt über einen permanenterregten Synchronmotor mit einer Leistung von 157 kW (210 PS), der die Kraft über ein einstufiges Untersetzungsgetriebe auf die Vorderräder überträgt. Diese Lösung sorgt für einen gleichmäßigen und leisen Lauf ohne Unterbrechung. Im Angebot ist inzwischen auch eine Version mit größerer Batteriekapazität (96,9 kWh) und 230 PS Leistung, deren kombinierte Reichweite pro Ladung an die 700-km-Marke heranreicht. Für die Zukunft wird zudem eine Erweiterung des Angebots um eine Allradversion erwartet, die über zwei Elektromotoren und eine Gesamtleistung von 240 kW (320 PS) verfügen wird.
Der Peugeot e-3008 hat mich im Wochentest angenehm überrascht. Nicht nur mit seinem Design, sondern vor allem damit, wie gut er den Alltagsbetrieb meistert – er ist leise, komfortabel, hat eine realistische Reichweite und wirkt dabei stilvoll. Er ist nicht die günstigste Wahl, gehört aber definitiv zu den durchdachteren. Der Grundpreis der rein elektrischen Version e-3008 mit 157-kW-Motor und 73-kWh-Batterie beginnt bei aktionsbedingten 41.300 € (GT dann 45.900 €). Wer zur Long-Range-Version mit stärkerem Elektromotor (170 kW) und größerer 96,9-kWh-Batterie greift, sollte mit mindestens 46.300 € rechnen. Überraschend ist, dass manche Elemente keinen Aufpreis erfordern – z. B. die Anhängerkupplungsvorbereitung (diese lässt sich dann direkt ab Werk für 24.0,0 € bestellen) – bei Elektroautos ungewöhnlich. Insgesamt kann man aber durchaus auch bei einem Betrag nahe 1,3 Millionen Kronen landen, was schon nicht wenig ist. Andererseits – im Kontext von Ausstattung, Platzangebot, Reichweite und Technik handelt es sich um ein sehr konkurrenzfähiges Elektroauto und zugleich ein Auto für den Alltagsgebrauch.
