Peugeot e-208 GTi ist da: Elektrischer Hot Hatch mit 280 PS und Sperrdifferenzial

Peugeot e-208 GTi ist da: Elektrischer Hot Hatch mit 280 PS und Sperrdifferenzial

Jiří Zelinka, 8. Juni 2026

Peugeot hat seinen schärfsten Elektro-Sportler zur Serienreife gebracht. Nach der Premiere auf dem Circuit de la Sarthe in Le Mans im Juni 2025 ist der neue e-208 GTi bereit für die Showrooms. Angetrieben wird er von einem einzelnen Elektromotor an der Vorderachse mit 207 kW (280 PS) und einem Drehmoment von 345 Nm, womit er in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Die Marke verspricht die besten Fahreigenschaften unter den elektrischen Hot Hatches. Über das neue Modell berichtete das britische Magazin Autocar, die technischen Details bestätigt auch das Pressezentrum von Stellantis.

280 PS und mechanisches Sperrdifferenzial

Der GTi legt gegenüber dem Standard-e-208 satte 124 PS zu. Damit die Kraft überhaupt auf den Asphalt übertragen werden kann, erhält die angetriebene Vorderachse ein mechanisches Sperrdifferenzial – ein Element, das bei gewöhnlichen Elektro-Hatchbacks fehlt und das Durchdrehen des kurveninneren Rads begrenzen soll. Der Elektromotor stammt aus dem Werk Trémery im Osten Frankreichs, das früher auf Verbrennungsaggregate spezialisiert war und heute im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens Emotors zwischen Stellantis und Nidec auf elektrische Antriebe umgerüstet wurde.

Peugeot e-208 GTi 2026 zadní pohled se spoilerem a difuzorem
Der markante Dachspoiler und Diffusor unterscheiden den GTi vom regulären e-208. Foto: Peugeot

Fahrwerk abgestimmt von Peugeot Sport

An Fahrwerk und Bremsen arbeiteten Ingenieure der Division Peugeot Sport, die ihre Erfahrungen aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC mit dem Hybrid-Prototypen 9X8 einbrachten – laut Hersteller insbesondere beim Thermomanagement und der Energierückgewinnung. Die Karosserie sitzt 30 mm tiefer als beim Standardmodell, die Spurbreite ist vorn um 56 mm und hinten um 27 mm vergrößert. Hinzu kommen ein hinterer Stabilisator, hydraulische Rebound-Stops und eine spezifische Lenkabstimmung mit Fokus auf direkteres Ansprechen.

"Wir wollten einen GTi, der im elektrischen Zeitalter Sinn ergibt und dennoch die Emotionen bewahrt", fasste Projektleiter Christophe Auriault die Philosophie des Projekts in einem Pressematerial der Marke zusammen.

Pepperpot-Felgen und roter Lack als Hommage an den 205 GTi

Die Serienversion orientiert sich laut Autocar "unglaublich nah" am Konzept aus Le Mans. Vorn trägt sie einen wuchtigen Frontspoiler, hinten Spoilerlippe und Diffusor. Die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen greifen mit ihrem Design die berühmten "Pepperpot"-Räder des legendären 205 GTi aus den 80er-Jahren auf. Während das Fahrzeug auf der Rétromobile in Paris im weißen Farbton des ersten 205 GTi gezeigt wurde, erhält der Serien-e-208 GTi einen exklusiven, kräftigen Rotmetallic-Lack.

Peugeot E-208 GTi 2026 v exkluzivním červeném laku jako pocta 205 GTi
Der exklusive rote Lack ist eine Hommage an den ersten 205 GTi. Foto: Peugeot
Interiér Peugeot e-208 GTi 2026 s alcantarovým volantem
Der Innenraum erhielt Sportsitze und ein Alcantara-Lenkrad mit GTi-Logo. Foto: Peugeot

e-208 GTi in der Familie der elektrischen Hot Hatches von Stellantis

Peugeot steht mit seinem Konzept nicht allein. Dieselbe Technik und denselben 207-kW-Antrieb teilt sich eine ganze Familie sportlicher Elektromodelle des Stellantis-Konzerns auf Basis der e-CMP-Plattform. Dazu gehören der Opel Corsa GSE, der Alfa Romeo Junior Elettrica Veloce und der Abarth 600e. Die Unterschiede liegen vor allem in Abstimmung und Preis.

ModellLeistung0-100 km/hSperrdiff.Tschechischer Preis ab
Peugeot e-208 GTi207 kW (280 k)5,7 sja (mechanisch)noch nicht bekannt
Opel Corsa GSE207 kW (281 k)n/aja (Torsen)noch nicht bekannt
Alfa Romeo Junior Elettrica Veloce207 kW (280 k)5,9 sja (mechanisch)1 219 000 Kč
Abarth 600e Scorpionissima207 kW (280 k)5,85 sja (mechanisch)noch nicht bekannt
Quellen: Autocar, Pressezentren der Marken, Preise aus der Autohled-Datenbank. n/a = Hersteller hat noch keine Angabe gemacht.

Weltpremiere der Serienversion in Le Mans

Die Serienversion des E-208 GTi wird offiziell von Markenchef Alain Favey am Freitag, dem 12. Juni um 13:00 Uhr direkt in Le Mans enthüllt, wo Peugeot gleichzeitig hundert Jahre seit seiner ersten Teilnahme am 24-Stunden-Rennen von Le Mans feiert. Die Marke wird bei diesem Anlass gleich drei E-208 GTi präsentieren – in Blau, Weiß und Rot als Anlehnung an die französische Trikolore. Die vollständigen technischen Daten, die bisher aus früheren Informationen des britischen Autocar bekannt sind, sollen auf dieser Pressekonferenz bestätigt werden.

Peugeot E-208 GTi 2026 vedle legendárního 205 GTi z 80. let
Der neue E-208 GTi knüpft an das Erbe des 205 GTi an, der die GTi-Tradition vor vierzig Jahren begründete. Foto: Peugeot

Das Serienfahrzeug bleibt laut Peugeots Pressemitteilung außerordentlich nah am Konzept aus dem Juni 2025, das die Marke am Vorabend des damaligen 24-Stunden-Rennens von Le Mans vorstellte. Für den europäischen Markt soll der E-208 GTi im Herbst 2026 erscheinen.

Wann kommt der e-208 GTi nach Deutschland

Der Verkauf des e-208 GTi soll in Europa im Herbst 2026 beginnen. In Großbritannien wird ein Preis im unteren Bereich der 30.000 Pfund erwartet, was umgerechnet rund einer Million Kronen entspricht. Zum Vergleich: Der reguläre Peugeot e-208 startet in unserer Datenbank ab 725 000 Kč in der Version mit 100 kW. Eine offizielle tschechische Preisliste für die schärfste Version hat Peugeot bislang nicht veröffentlicht.

Die Einführung des elektrischen GTi fügt sich in einen umfassenderen Wandel des Modells ein – die nächste Generation des 208 soll laut früheren Berichten auch eine elektromechanische Lenkung erhalten, wie wir im Artikel über die Premiere des neuen Peugeot 208 in Paris berichteten. Der Schwestermodell Opel Corsa GSE zielt im gleichen Zeitraum auf den Markt, sodass Interessenten am elektrischen Hot Hatch aus dem Stellantis-Konzern die Wahl haben werden.

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