In den Medien machte die Meldung die Runde, dass ein weiterer Hersteller beschlossen hat, die Höchstgeschwindigkeit seiner Fahrzeuge auf 180 km/h zu begrenzen. Als Grund wird die Verkehrssicherheit genannt, da hohe Geschwindigkeit angeblich die Ursache für ein Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle ist.
So edel das auch klingt, ich würde behaupten, dass in dieser Statistik eher die Rubrik "unangemessen hohe Geschwindigkeit" gemeint ist, nicht "Geschwindigkeit über 180 km/h". Über hundertachtzig auf einer Landstraße oder in der Stadt fährt wohl kaum jemand, und falls doch, richtet alles oberhalb dieser festgelegten Grenze ungefähr denselben Schaden an wie eben jene 180 km/h.
Die Beschränkung zielt meiner Meinung nach also auf den Autobahnverkehr ab, der aber paradoxerweise der sicherste ist. Neben den eigenen Sicherheitsmerkmalen der Autobahn selbst (Leitplanken, Brücken,..) helfen auf der Autobahn auch Radarkontrollen und die Sicherheitssysteme, mit denen die Autos selbst ausgestattet sind, sodass die Unfallzahlen auf Autobahnen im Laufe der Zeit immer weiter sinken, während die Höchstgeschwindigkeit dort unverändert bleibt. Die einzige Ausnahme, wo man straffrei schneller fahren kann, ist somit Deutschland. Doch auch hier ist die Statistik eindeutig - im Januar 2021 ereigneten sich hier insgesamt 11 963 Unfälle, davon nur 952 auf der Autobahn. Getötet wurden auf Autobahnen dabei 21 von 135 Menschen, wobei wir leider nicht einmal wissen, bei wie vielen davon die Unfallursache tatsächlich hohe Geschwindigkeit war.
Daraus folgt, dass tatsächlich unangemessen hohe Geschwindigkeit gefährlich ist, die aber die meiste Zeit deutlich unter den festgelegten 180 km/h liegen wird. Im Hinblick auf eine Erhöhung der Verkehrssicherheit wird die Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung daher einen völlig vernachlässigbaren Effekt haben.