
Daran knüpfen wir heute mit der neuen Generation dieses Bestsellers an. Der Diesel ist verschwunden, dafür gibt es jetzt einen leistungsstarken Hybrid mit Automatikgetriebe. Leider lässt sich dieser Antrieb nicht mit Allradantrieb kombinieren. Der ist nur mit Schaltgetriebe und dem Benzinmotor 1.2 TCe mit 130 PS erhältlich. Der von uns getestete Hybrid bleibt damit die stärkste Antriebsvariante für dieses Auto. Interessant ist sicher, dass er zum gleichen Preis wie die Allradversion angeboten wird. Den angebotenen Hybridmotor kennen wir bereits aus mehreren anderen Modellen von Renault und Dacia. Bei jenen, über die wir bei Autohled bereits berichtet haben, etwa dem Renault Clio oder dem Renault Arkana, gehen wir etwas ausführlicher auf die Technik ein. Der Hybrid 140 nutzt einen atmosphärischen Vierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum und 67 kW/94 PS, dem zwei Elektromotoren zur Seite stehen. Der Hauptelektromotor leistet 36 kW/49 PS, hinzu kommt ein Hochvolt-Starter-Generator mit 15 kW (20 PS). Die Energie wird in einer Batterie mit 1,2 kWh Kapazität gespeichert. Die Systemleistung beträgt 140 PS, also 102 kW.

Optisch ist der Duster deutlich massiver geworden, seine Abmessungen sind jedoch praktisch gleich geblieben. Es handelt sich um kein Facelift, sondern um ein komplett neues Auto auf der neuen Plattform CMF-B. Stellenweise erinnert er an einen Hummer, und selbst ein Kodiaq wirkt daneben eher zurückhaltend. Verantwortlich dafür ist vor allem die Fronthaube, deren Kante sowohl von außen als auch vom Fahrersitz aus unübersehbar ist. Mit der modernen Fahrzeugplattform und der neuen Lichttechnik wirkt er wirklich zeitgemäß. Er behält seine relativ hohe Bodenfreiheit von 209 mm bei – wer also nur einen erhöhten Hatchback sucht, in den man bequem einsteigt, sollte vielleicht nicht beim Duster suchen, denn der ist schon ziemlich hoch. Auch im Innenraum blieb kein Stein auf dem anderen. Das eigenwillig gestaltete Interieur wirkt mit seinen einfachen Formen und großen Flächen unkonventionell und geradezu unbehauen. Wilde Sicken, alles ist irgendwie eckig, aber gleichzeitig roh. Werfen Sie zum Beispiel einen Blick auf den Bereich um den Schalthebel. Die Materialien wirken fast absichtlich grob. Weiche Kunststoffe sucht man vergeblich. Leider fehlen sie auch an der Armlehne der Türverkleidung. Da hätte ich mir etwas Polsterung gewünscht, denn dort drückt es ziemlich unangenehm auf den Ellbogen.

Ansonsten wird es in der Kabine an nichts wirklich fehlen – man sitzt hier gut, alles ist griffbereit, sowohl die Klimabedienung als auch das Abschalten der Assistenzsysteme sind gut gelöst. Schön gelöst ist auch die Mittelkonsole mit mehreren übereinander angeordneten Ablagefächern. Platz gibt es überall reichlich, im Kofferraum sind es 430 Liter. Auch aus der zweiten Reihe wird man kein Klagen über Platzmangel hören. Schlechter sieht es bei der Sicht nach außen aus. Die von außen bewunderte massive Motorhaube fordert plötzlich ihren Tribut, ebenso wie das massive Heck mit den kleinen Fenstern, sodass die toten Winkel ziemlich groß sind. Aber die Assistenzsysteme helfen, und irgendwie gewöhnt man sich daran. Die Zeit begünstigt hohe Autos, und hohe Autos brauchen große Räder, damit es optisch passt. Der Duster in unserer Ausstattung fuhr auf Winterreifen mit 18-Zoll-Rädern, und das war das Erste, was mir als größter Unterschied zur Vorgängergeneration auffiel. Die war sehr komfortabel, traditionell auf Kosten von Seitenneigung in Kurven. Der neue Duster hat diese Neigung abgelegt – auf Kosten eines strafferen Fahrwerks, was für meinen Geschmack und die Zielgruppe der Kunden vielleicht fast schon zu viel des Guten ist.

Was könnte Sie sonst noch interessieren? Den Hybrid kennen wir bereits aus anderen Modellen, bei Dacia hat man ihn etwas feinabgestimmt, er arbeitet angenehm, überrascht und erfreut sicherlich mit sofortigem Durchzug, da er immer im rein elektrischen Antrieb anfährt. Der Hersteller behauptet, dass man in der Stadt die meiste Zeit tatsächlich rein elektrisch unterwegs ist. Traditionell etwas schwächer sind die Momente, in denen der Fahrer mehr Leistung braucht und plötzlich ein leicht angestrengtes Motorbrummen in der Kabine zu hören ist. Das passiert vor allem bei Autobahnauffahrten oder beim Überholen und ist ein typisches Merkmal aller Hybride mit Saugmotor. Der Hersteller verspricht eine Beschleunigung von null auf hundert km/h in 10,1 Sekunden und einen kombinierten Verbrauch von rund 5 Litern auf hundert Kilometer. Uns gelang ein solcher Verbrauch bei sehr ruhiger Fahrweise beziehungsweise in der Stadt. Auf der Autobahn sollten Sie mit 7,5 Litern rechnen.

Auf der Autobahn müssen Sie mit erhöhter Geräuschkulisse an Bord rechnen, denn genau da macht sich der Preis dann doch bemerkbar. Auch die nicht besonders hochwertige Audioanlage hilft da nicht, da sie den Autobahnlärm nicht wirklich übertönen kann. Aber mein üblicher Rat: Fahren Sie etwas langsamer, dann kommen Sie am Ziel ein paar Liter sparsamer und ein paar Minuten später, dafür aber deutlich entspannter an. Oder wollen Sie einfach nicht das größtmögliche Auto für möglichst wenig Geld.

Ein großes Thema wird traditionell der Allradantrieb sein. Speziell beim Duster. Ich bin mir nicht sicher, wie viele Menschen ihn wirklich brauchen, aber alle wünschen ihn sich. Die ungewöhnlich große Bodenfreiheit prädestiniert den Duster eher fürs Gelände als nur als Stadtauto, in das man bequem einsteigt und das mit der Frontschürze nicht am Bordstein „aufsetzt“ (typische Verkaufsargumente für SUVs). Und so kann der Allradantrieb hier tatsächlich gebraucht werden. Dann müssen Sie aber auf den Hybrid beziehungsweise die Automatik verzichten. Wenn Sie sich für den reinen Vorderradantrieb entscheiden, ist positiv, dass der Elektroantrieb das Auto leicht in Bewegung setzen kann und die sehr gute Traktionskontrolle ebenfalls kleine Wunder vollbringt. Sofern überhaupt Traktion vorhanden ist.
