Leapmotor A10: Chinesischer Rivale des Škoda Epiq kommt als B03X nach Europa

Leapmotor A10: Chinesischer Rivale des Škoda Epiq kommt als B03X nach Europa

Jiří Zelinka, 10. Juni 2026

Leapmotor hat sein bislang günstigstes Modell enthüllt. Das kompakte Elektro-SUV A10 ist soeben in den chinesischen Showrooms zu einem Einstiegspreis von 65.800 Yuan (rund 8.300 Euro, also etwa 200.000 Kronen) erschienen. Darüber berichtete das französische Magazin Auto Plus. Für den europäischen Markt ist jedoch ein anderes Detail entscheidender: Unter der internen Bezeichnung B03X soll dasselbe Fahrzeug auch nach Europa kommen.

Der A10 ist das erste Modell auf der völlig neuen globalen Plattform A, die Leapmotor im vergangenen November auf der Automesse in Guangzhou vorgestellt hat. Leapmotor gehört zu 21 Prozent dem Konzern Stellantis, der die Marke außerhalb Chinas über das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International und sein europäisches Händlernetz vertreibt – auch in Tschechien.

In China zum Gebrauchtwagenpreis, bei uns zum Dreifachen

In China wird der A10 in vier Versionen angeboten, von der Basis 403 Edition bis zur Topversion 505 Edition mit LiDAR. Die Preise liegen zwischen 65.800 und 86.800 Yuan (rund 8.300 bis 10.900 Euro). Das ist ein Niveau, für das man in Europa allenfalls einen ordentlichen Gebrauchtwagen bekommt.

Der europäische Preis wird ein anderer sein. Laut der deutschen Tageszeitung Handelsblatt, auf die das Portal Carscoops hingewiesen hat, soll der B03X bei rund 25.000 Euro starten – also etwa dem Dreifachen des chinesischen Preises. Dennoch soll er laut Stellantis-Planung günstiger sein als die günstigsten europäischen Konkurrenten. Das Fahrzeug wird zudem in Spanien produziert, zusammen mit dem Schrägheck B05 und dem SUV B10, sodass die EU-Strafzölle auf direkt aus China importierte Elektrofahrzeuge nicht gelten.

Seitenansicht des Leapmotor A10 zeigt die kompakten Abmessungen
Der A10 ist 4,27 Meter lang und gehört damit in die Klasse der kleinen SUV. Foto: Leapmotor

Kompakte Abmessungen, ordentliche Reichweite

Der A10 misst 4,27 Meter in der Länge, 1,81 Meter in der Breite und 1,63 Meter in der Höhe, der Radstand beträgt 2,60 Meter. Damit ist er ein vollwertiger Konkurrent im Segment der kleinen Elektro-SUV. Den Antrieb übernimmt ein einzelner Elektromotor an der Vorderachse in zwei Leistungsstufen – 70 kW (94 PS) oder 90 kW (121 PS), jeweils mit 150 Nm Drehmoment. Der Käufer wählt zwischen zwei Batterien: 39,8 kWh oder 53 kWh.

Heckansicht des Leapmotor A10 mit Lichtband und Leapmotor-Schriftzug
Das Heck ziert ein durchgehendes Lichtband und der Leapmotor-Schriftzug. Foto: Leapmotor
VersionBatterieReichweite (CLTC)LeistungPreis in China
403 Edition39,8 kWh403 km70 kW (94 k)od 65 800 ¥ (~8 300 €)
505 Edition53 kWh505 km90 kW (121 k)do 86 800 ¥ (~10 900 €)
Spezifikationen für den chinesischen Markt. Quelle: Auto Plus, Leapmotor. Die Reichweite gibt der Hersteller nach dem chinesischen CLTC-Zyklus an; der reale europäische WLTP-Wert wird spürbar niedriger ausfallen.

Die Reichweite von 403 bzw. 505 Kilometern gilt nach dem chinesischen CLTC-Zyklus, der deutlich großzügiger gegenüber den Fahrzeugen ist als die europäische WLTP-Methode. Im realen Autobahnbetrieb sollte man daher mit spürbar niedrigeren Werten rechnen.

Frontansicht des Leapmotor A10 mit Leapmotor-Logo
Der A10 erhielt teilweise versenkte Türgriffe und ein schwebendes Dach. Foto: Leapmotor

LiDAR und großes Display für wenige Zehntausend Euro

Für ein so günstiges Fahrzeug ist die Ausstattung ungewöhnlich üppig. Der Fahrer blickt auf ein digitales Kombiinstrument mit 8,88 Zoll Diagonale; die Mitte der Armaturentafel dominiert ein schwebendes 14,6-Zoll-Display mit 2,5K-Auflösung, angetrieben vom Qualcomm Snapdragon 8295. Ein integrierter Sprachassistent basiert auf künstlicher Intelligenz. Sitzheizung vorne und Lenkradheizung sind selbstverständlich an Bord.

Die größte Aufmerksamkeit erregt der LiDAR. Dieser Sensor, noch bis vor Kurzem ein Privileg teurer Fahrzeuge, soll in Verbindung mit dem Qualcomm SA8650 laut Hersteller vollständig assistiertes Fahren von Tür zu Tür ermöglichen – sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn. Ob europäische Fahrzeuge diese Ausstattung erhalten, hat Leapmotor bislang nicht bestätigt. Die Karosserie setzt auf teilweise versenkte Türgriffe – genau jene Lösung, die der chinesische Gesetzgeber nach einer Serie von Unfällen kürzlich mit Einschränkungen belegt hat.

Wann kommt der B03X zu den Händlern

Leapmotor ist auf dem tschechischen Markt bereits über das Händlernetz von Stellantis vertreten. Den Einstieg bildet das Stadtauto Leapmotor T03 für 491.000 Kč, darüber rangieren das SUV B10 und das C10. Der B03X soll europäische Kunden in der zweiten Jahreshälfte 2026 erreichen, Bestellungen sollen im Laufe des Sommers starten.

Mit dem erwarteten Preis von rund 25.000 Euro (rund 600.000 Kč) würde sich der B03X direkt gegen den geplanten Škoda Epiq positionieren, den wir derzeit mit einem geschätzten Preis von rund 619.000 Kč führen und der ebenfalls in Spanien gefertigt wird. Neben dem Epiq nimmt der B03X auch den Volkswagen ID. Cross und weitere kompakte Elektrofahrzeuge ins Visier; eine aktuelle Übersicht findet sich in unserem Artikel über die günstigsten Elektroautos auf dem tschechischen Markt.

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