Toyota arbeitet mit Hochdruck an der Rückkehr eines kompakten Sportwagens mit Mittelmotor. Das Projekt leitet Aufsichtsratsvorsitzender Akio Toyoda persönlich, und das fertige Auto wird einen von zwei legendären Namen tragen: MR2 oder Celica. Das britische Magazin Auto Express und das Schwesterportal Carwow bekamen nun die exklusive Möglichkeit, den Prototypen als Beifahrer zu erleben – und ein älteres Entwicklungsexemplar sogar selbst zu steuern.
Der letzte Toyota mit Mittelmotor, der MR2 der dritten Generation, lief 2007 aus. Die Entwicklung des Nachfolgers begann damit nahezu bei null. Das Team bedient sich jedoch der Technik des Hot-Hatches GR Yaris: Die Rennabteilung Gazoo Racing setzt in der japanischen Langstreckenserie Super Taikyu den Prototypen Concept M ein, der auf dem GR Yaris basiert – mit dem Motor hinter den Sitzen.

Toyoda, der Toyota von 2009 bis 2023 leitete und unter dem Pseudonym Morizo selbst Rennen fährt, erläuterte am Streckenrand auf dem Fuji Speedway die Philosophie dahinter: „Wenn wir keine Herausforderungen annehmen, werden wir vielleicht nie scheitern. Nehmen wir sie jedoch an, können wir scheitern“, sagte er. Und fügte hinzu: „Hätten wir beschlossen, ein solches Auto in einem Meeting zu bauen, wäre es nie entstanden. Wir zeigen unseren Mitarbeitern, dass sie Herausforderungen angehen können und sagen dürfen, was sie denken – weil wir das selbst vor aller Augen tun.“
Unter Toyodas Führung entstanden der Lexus LFA, das erschwingliche Coupé GT86 und GR86 sowie die Rückkehr des Namens Supra. Der Chef rollte während der Testfahrten mit dem GR Yaris für die Rallye außerdem einmal ein Fahrzeug auf das Dach – die Entwicklung nimmt er eben persönlich.

Die Journalisten absolvierten zunächst eine Beifahrerrunde im aktuellen Prototyp auf dem Testgelände Shimoyama, über dessen Entstehung wir kürzlich berichtet haben. Ein älteres Entwicklungsexemplar durften sie anschließend auf einer Schotterstrecke selbst fahren. Das Fazit: Der Mittelmotor-Sportwagen dreht deutlich williger in Kurven ein als der GR Yaris, kämpft kaum mit Untersteuern, und das Heck bricht gerne aus. Dank des verlängerten Radstands ist das Übersteuern jedoch spielerisch und gut kontrollierbar – es verlangt dem Fahrer lediglich mehr Einsatz ab.

Den Concept M treibt eine neue Einheit mit der Kennzeichnung G20E an, die in der Rennausführung bis zu 500 PS leistet. Die Serienversion soll laut Toyota leistungsstärker und sparsamer als der aktuelle 2,4-Liter-Motor aus dem GR86 (234 PS) sein und gleichzeitig zehn Prozent kleiner, was den Einbau im beengten Mittelmotorbereich erleichtert.
Beim Prototyp, in dem die Journalisten mitfuhren, fiel inoffiziell eine Leistungsangabe von rund 400 PS – einen ähnlichen Wert deuteten Toyota-Vertreter auch für das Serienfahrzeug an. Der Motor ist quer eingebaut, genau wie im Renn-Concept M. Ergänzt werden soll er durch ein Achtgang-Automatikgetriebe, das Gazoo Racing für den GR Yaris entwickelt hat und das auch in den Übersee-Modellen GR Corolla und Lexus LBX Morizo RR zum Einsatz kommt.

Während der Renn-Concept M nur die Hinterräder antreibt, wird das Serienfahrzeug laut Toyota voraussichtlich Allradantrieb erhalten. „Diese Konfiguration ist für uns neu, aber schon bei den ersten Tests haben wir festgestellt, dass die Kombination aus Allradantrieb und Mittelmotor die beste Grundlage für hochdynamisches Fahren bietet“, sagte Ingenieur Saito aus dem Entwicklungsteam. Erwartet wird eine Mischbauweise aus hochfestem Stahl und Aluminium, die Gewicht und Kosten im Zaum hält.
| Parameter | Was wir bisher wissen |
|---|---|
| Motor | Turbobenziner G20E, quer eingebaut, Mittelmotor |
| Serienleistung | rund 400 PS (inoffiziell) |
| Antrieb | voraussichtlich Allrad |
| Getriebe | Achtgang-Automatik aus dem GR Yaris |
| Karosserie | Kombination aus Stahl und Aluminium (erwartet) |
| Preis | über 60.000 Pfund, also rund 1,7 Millionen Kč |
Toyoda sprach bereits 2019, als die Produktion der fünften Supra-Generation anlief, von der Rückkehr der „drei Brüder“ – Supra, Celica und MR2. Im vergangenen Jahr ließ Toyota die Marken GR MR2 und GR MR-S schützen (unter dem zweiten Namen wurde der MR2 in Japan verkauft), was die Fans in ihrer Erwartung bestärkte. Anfang dieses Jahres trieb Toyoda jedoch seinen Scherz mit ihnen: Auf dem Tokyo Auto Salon versprach er einen Zweisitzer mit Mittelmotor – und brachte einen umgebauten Daihatsu-Pickup mit.
Auch der Name steht noch nicht fest. Laut Quellen von Auto Express könnte das neue Modell letztlich sogar den Namen Celica tragen. Der MR2 war stets ein kleineres Coupé oder Roadster mit Hinterradantrieb, während der kommende Wagen ein Allradler mit rund 400 PS und einem Preis von möglicherweise über 60.000 Pfund werden soll. Designseitig soll sich der Neuling am Konzept FT-Se orientieren: niedrige Frontscheibe, kurze Motorhaube, markante hintere Kotflügel und eine Karosserie, die die Technik eng umschließt. Die Kabine bleibt streng zweisitzig.

Ein Preis von über 60.000 Pfund würde umgerechnet rund 1,7 Millionen Kronen bedeuten. Der schärfste Toyota im aktuellen tschechischen Angebot, der GR Yaris, ist ab 1.150.000 Kč erhältlich – der Neuling würde sich damit über ihm einordnen, in den Preissphären des GR Supra ab 1.375.000 Kč. Dass kleine Sportwagen mit Verbrennungsmotor noch nicht das letzte Wort gesprochen haben, zeigt auch der kommende Mazda MX-5, der unter die Marke von einer Tonne Leergewicht anpeilt.