Polestar hat eine neue Karosserieversion des Modells 4 bestätigt. Sie trägt den einfachen Namen Polestar 4 SUV, Bestellungen sollen am 2. September 2026 starten, und die Technik wird vom aktuellen SUV-Coupé abgeleitet. Laut offizieller Pressemitteilung von Polestar bietet er bis zu 630 km WLTP und in der zweimotorigen Version bis zu 544 PS.
Es handelt sich also nicht um ein völlig neues Modell, sondern um einen praktischeren Zweig derselben Familie. Polestar spricht von größerer Alltagstauglichkeit und einem variableren Gepäckraum. Autocar ergänzt, dass die Neuheit ein konventionelleres, aufrechteres Heck bekommt und direkt gegen BMW iX3 und Mercedes-Benz GLC mit Elektroantrieb zielen soll.

Polestar hat bisher nur ein erstes Detail und einen Teil der technischen Daten gezeigt. Entscheidend ist, dass die SUV-Version auf der 400V-Elektroarchitektur bleibt. Das bedeutet auch ähnliche Grenzen beim Schnellladen wie beim aktuellen Polestar 4, wo wir uns um 200 kW DC bewegen. In einer Zeit, in der Konkurrenten wie Audi Q6 e-tron oder der neue BMW iX3 auf 800V-Technik wechseln, ist das kein Technologiesprung, sondern eher eine Änderung der Verpackung des Autos.
Der Hersteller gibt zugleich an, dass sowohl der neue Polestar 4 SUV als auch das aktuelle Coupé neu abgestimmte Fahrwerkskomponenten erhalten. Ziel soll ein kultivierteres Fahrverhalten ohne Verlust des sportlicheren Markencharakters sein. Das ist wichtig: Der aktuelle Vierer sammelt Lob für Ruhe und Leistung, aber auch Kritik für Software, Ergonomie und den digitalen Rückspiegel statt klassischem Blick nach hinten.
| Parameter | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Verkaufsstart | 2. September 2026 | Polestar |
| Antrieb | Heck oder 4x4 | Polestar / Autocar |
| Höchstleistung | bis zu 544 k (400 kW) | Polestar |
| Reichweite | bis zu 630 km WLTP | Polestar |
| Produktion | Busan, Südkorea | Polestar |
Der aktuelle Polestar 4 ist dafür bekannt, kein klassisches Heckfenster zu haben. Den Blick nach hinten ersetzen eine Kamera und das Bild im Innenspiegel. Aus Designsicht ist das eine mutige Lösung, in der Praxis stört sie aber manche Fahrer. In unserem Test des Polestar 4 erwies sich der digitale Spiegel als einer der Hauptgründe, warum das Auto Fahrer spaltet.

Die praktischere SUV-Variante ist damit nicht nur ein weiteres Karosseriederivat. Wenn sich das konventionellere Heck und der größere Nutzwert bestätigen, bekommt Polestar ein Auto für Kunden, denen die Technik des Vierers gefällt, denen Coupé-Form und Kamera statt Heckscheibe aber wie ein zu großer Kompromiss erscheinen. Schon im Februar haben wir geschrieben, dass Polestar eine praktischere Variante des Vierers vorbereitet. Jetzt hat das Projekt einen offiziellen Namen und ein Datum.
Die Produktion im südkoreanischen Busan ist kein Zufall. Polestar gehört zum Umfeld von Geely und Volvo Cars, doch die koreanische Produktion hilft der Marke, Risiken außerhalb Chinas zu streuen. Bei Elektroautos wird das wegen Zöllen, Regeln für vernetzte Autos und politischem Druck auf chinesische Technologieherkunft immer wichtiger. Polestar hält das neue Modell damit zugleich näher an den europäischen und asiatischen Märkten, auf denen die SUV-Variante am meisten Sinn ergeben soll.
Autocar erinnert daran, dass Polestar mit neuen Modellen die Abdeckung der Segmente des Elektroautomarkts von 25 % auf 55-65 % ausweiten will. Der Vierer in praktischerer SUV-Form passt besser in diese Logik als ein rein designorientiertes SUV-Coupé. Das Segment elektrischer Familien-SUV ist nämlich deutlich breiter, und Käufer achten dort oft stärker auf Kofferraum, Sicht und einfache Nutzung als auf ein stilistisches Experiment.

Polestar ist in Tschechien offiziell aktiv, und der aktuelle Polestar 4 ist bereits im Angebot, laut Zulassungsstatistiken handelt es sich aber bisher um ein Randmodell. Für tschechische Kunden wird bei der SUV-Version vor allem entscheidend sein, ob sie gleichzeitig mit dem Großteil Europas kommt und wie nah sie preislich an BMW iX3, Audi Q6 e-tron und Tesla Model Y bleibt. Solange Polestar die tschechische Preisliste der neuen Variante nicht veröffentlicht, ist das die wichtigste offene Frage.