Der Volkswagen Konzern hat seine Ergebnisse für das Jahr 2025 veröffentlicht, und die Zahlen sind alarmierend. Der operative Gewinn sank um 53,5 % auf 8,9 Milliarden Euro, die operative Marge fiel auf 2,8 % — den niedrigsten Wert seit 2016, als der Konzern mit dem Dieselskandal zu kämpfen hatte. Der Umsatz blieb mit 322 Milliarden Euro praktisch unverändert. Auf der Pressekonferenz am 10. März kündigte die Konzernführung zugleich an, bis 2030 in Deutschland 50 000 Arbeitsplätze abzubauen. Darüber berichtete Autobahn.eu; bestätigt werden die Angaben auch von Euronews und Carscoops.
| Kennzahl | 2025 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 322 Mrd. € | 324 Mrd. € | −0,8 % |
| Operativer Gewinn | 8,9 Mrd. € | ~19,1 Mrd. € | −53,5 % |
| Operative Marge | 2,8 % | 5,9 % | −3,1 Prozentpunkte |
| Nettogewinn | 6,9 Mrd. € | ~12,3 Mrd. € | −44 % |
| Fahrzeugauslieferungen | 8,98 Mio. | 9,03 Mio. | −0,5 % |
Zur Einordnung: Bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 40 000 Euro pro Fahrzeug beträgt der operative Gewinn je verkauftem Auto lediglich 1 120 Euro. Finanzvorstand Arno Antlitz zufolge ist der Einbruch auf eine Kombination aus US-Zöllen, dem Übergang zur Elektromobilität und dem harten Wettbewerb durch chinesische Hersteller zurückzuführen.
Den stärksten Einbruch im gesamten Konzern verzeichnete Porsche. Der operative Gewinn der Tochtermarke brach von 5,3 Milliarden Euro auf nur noch 90 Millionen ein — ein Rückgang um 98 %. Die operative Marge sank von 14,5 % auf 0,3 %. Hinter den katastrophalen Zahlen steht eine kostspielige strategische Kehrtwende bei der Elektrifizierung: Porsche entschied sich, Verbrennungsmotoren länger als ursprünglich geplant beizubehalten, was Sonderkosten von rund 3 Milliarden Euro verursachte. Hinzu kam ein deutlicher Absatzrückgang in China, wo die Marke starker Konkurrenz durch heimische Hersteller ausgesetzt ist.
Ein weiterer bedeutender Faktor waren die US-Zölle, die dem Konzern einen geschätzten Schaden von 3 Milliarden Euro zufügten. Hinzu kommen Restrukturierungskosten bei Audi und der Softwaresparte Cariad in Höhe von einer Milliarde, womit das finanzielle Gesamtbild vollständig ist.

Brisantes Detail: Obwohl die operative Marge das für den vollen Leistungsbonus erforderliche Mindestziel von 3,8 % verfehlte, erhielt die Konzernführung dennoch Prämien. Wie Autobahn.eu unter Berufung auf das Handelsblatt berichtet, rettete ein unerwartet starker Netto-Cashflow von 6,4 Milliarden Euro in der Automobilsparte die Boni — er übertraf das Ziel um 175 %.
Die Gesamtvergütung von CEO Oliver Blume sank damit zwar von 10,3 auf 7,4 Millionen Euro, enthält aber weiterhin einen Bonus von mehr als zwei Millionen. Der Gesamtbetrag für den gesamten Vorstand erreichte 13,6 Millionen Euro. Der Betriebsrat betrachtet dies als Provokation zu einer Zeit, in der der Konzern einen massiven Stellenabbau ankündigt.
Bei der Marke Volkswagen wurden 35 000 der geplanten Stellenstreichungen bereits Ende 2024 mit den Gewerkschaften vereinbart. Weitere 15 000 Stellen sollen bei Porsche, Audi und in der Softwaresparte Cariad wegfallen. Der Stellenabbau soll ausschließlich in Deutschland erfolgen, wo der Konzern mehr als 300 000 seiner weltweit rund 660 000 Beschäftigten hat.
Eine mögliche Konfrontation mit den Gewerkschaften steht dabei erst noch bevor. Das Bundesland Niedersachsen hält 20 % der Stimmrechte an Volkswagen und setzt sich traditionell für den Schutz lokaler Arbeitsplätze ein. Die Hauptversammlung am 18. Juni dürfte Analysten zufolge turbulent verlaufen.
Während der Mutterkonzern mit den schlechtesten Zahlen seit einem Jahrzehnt kämpft, hat Škoda Auto nach sechs Jahren die Marke von einer Million Auslieferungen überschritten, und der Umsatz erreichte den Rekordwert von 30 Milliarden Euro. Die tschechische Marke gehört damit zu den wenigen Lichtblicken des Konzerns. Der Stellenabbau in Deutschland betrifft die tschechischen Werke nicht direkt — Škoda stellte in den vergangenen Monaten im Gegenteil zusätzliche Beschäftigte für die Produktion des elektrischen Elroq in Mladá Boleslav ein.
Der Spardruck erfasst jedoch den gesamten Konzern. Finanzvorstand Antlitz erklärte, Volkswagen strebe für 2026 eine Erholung der operativen Marge auf 4 bis 5,5 % und langfristig auf 8 bis 10 % an. Das bedeutet harte Einschnitte bei den Investitionen und Druck auf die Effizienz der Lieferkette — was sich auch auf die Konditionen für tschechische Zulieferer auswirken könnte.
Volkswagen bereitet zugleich weiterhin neue Modelle vor. Mitte April präsentiert die Marke den ID.3 Neo mit der Rückkehr physischer Tasten und arbeitet am elektrischen Golf Mk9 auf der SSP-Plattform. Es bleibt die Frage, ob der Konzern alle geplanten Neuheiten finanzieren und zugleich seine Sparziele erreichen kann.