
Beginnen wir also mit den Vorteilen der Limousine. Die Limousinen-Karosserie ist dank der höheren Karosseriesteifigkeit nicht nur leiser, sondern hat auch bessere Fahreigenschaften. Geräusche von der Hinterachse, Karosseriearbeit und Vibrationen sind weniger zu hören. Ein Vorteil ist auch der bessere Wärmekomfort im Innenraum, da beim Öffnen der Heckklappe weder Wärme noch Kälte entweichen. Der Blechdeckel ist leicht und lässt sich gut handhaben. Die Nachteile liegen dann auf der Hand – eine relativ kleine Einstiegsöffnung und bei günstigeren Lösungen in den Kofferraum ragende Deckelstreben. Es kommt auch aufs Design an, das kann wahre Wunder bewirken – von Autos, die man sich nicht ansehen mag, bis hin zu eleganten, repräsentativen Limousinen. Und ich muss sagen, der Citroen C4 X gehört eher zur zweiten Gruppe.

Für Unkundige kann der minimale Unterschied zwischen C4 und C4 X verwirrend sein. Während der C4 ein Hatchback mit 4360 mm Länge ist, ist der C4 X eine Limousine mit 4600 mm Länge. Und das ist ein erheblicher Unterschied – von der Länge her praktisch eine ganze Klasse. Der Radstand jedoch, also der Wert, der den Innenraum bestimmt, ist bei beiden Fahrzeugen identisch, sodass die zusätzlichen Zentimeter allein dem Kofferraum zugutekommen. Der bietet jetzt üppige 510 Liter (statt 380 Liter beim Hatchback). Sehr interessant ist auch ein Blick in die technischen Daten: Die Limousine soll in dieser Dieselversion 4,8 Liter auf hundert Kilometer verbrauchen, der kürzere Hatchback 4,9 Liter auf hundert Kilometer. In Sachen Gewicht ist interessant, dass beide Autos exakt gleich viel wiegen.

Genug der Theorie. Schon der Blick auf den C4 X verrät die Zugehörigkeit zur Marke Citroen, das originelle Exterieur wirkt elegant, und ich muss sagen, mir gefällt auch die Gestaltung des Hecks sehr gut. Die großen Leuchten reichen tief in die Kotflügel hinein, und die stark gestreckte Heckscheibe kaschiert den voluminösen Kofferraum sehr geschickt. Auch in Weiß wirkt der C4 X ziemlich hochwertig und modern. Die schwarzen Kunststoffverkleidungen im unteren Bereich lassen das Auto optisch viel leichter wirken, und ich schätze sehr, dass selbst die größten Räder (18 Zoll) noch eine recht hohe Reifenprofilhöhe für mehr Komfort haben.

Innen ist das Auto vom C4 nicht zu unterscheiden. Man steigt über eine hohe und breite Schwelle ein und muss das Bein ziemlich anheben und gleichzeitig den Kopf leicht senken. Ich versuche, es mir in den sofaartigen Sitzen bequem zu machen. Sie sind angenehm, aber es ist klar, dass sie den Körper in Kurven nicht halten. Zu bemängeln ist die eingeschränkte Verstellmöglichkeit des Lenkrads. Selbst in der äußersten Position Richtung Fahrer hatte ich noch ziemlich gestreckte Arme, da der Boden recht hoch und die Sitze niedrig sind, sodass man die Beine weit vor sich ausgestreckt hat. Diese Sitzposition ist ziemlich ungewöhnlich. Ansonsten erfreut die separate Klimabedienung, überrascht ein völlig anderes Infotainment als im C5 Aircross, und die hohe Bildqualität der Parkkameras schockiert geradezu positiv. Schön gelöst sind die Ablagen samt Fach zum Laden des Handys und darunter ein großes zweistöckiges Fach. Hinten gibt es sowohl in der Längsrichtung als auch über dem Kopf ausreichend Platz.


Noch ein paar Worte zum Antrieb. Es handelt sich um den Dieselmotor 1.5 BlueHDI mit 96 kW und 300 Nm. Er bietet eine Beschleunigung auf hundert km/h in 9,5 Sekunden. Man muss sagen, dass er mit dem Automatikgetriebe hervorragend harmoniert. Er reagiert schön auf das Gaspedal und bietet bei niedrigen und mittleren Drehzahlen ausreichend Dynamik. So hat man das Gefühl eines viel stärkeren Motors, als tatsächlich unter der Haube brummt. Bis zur Hälfte des Gaspedalwegs reagiert er tapfer und muss auch nicht groß zurückschalten. Verlockt davon, dass ja noch die zweite Hälfte des Gaspedalwegs übrig ist, gibt man dem Motor dann etwas mehr. Das Getriebe schaltet dann ruhig um drei Gänge zurück, und im Innenraum steigt der Motorenlärm deutlich an. Und das ist im Grunde schon alles. Ein großes weiteres Beschleunigen findet nicht mehr statt. Es lohnt sich nicht, den Motor bis zum Anschlag auszudrehen, man sollte lieber mit ihm Freundschaft schließen und ihm mit sanfter Gasbedienung entgegenkommen. Dann ist es eine wahre Freude. Es ist eben doch immer noch ein Fünfzehnhunderter.
