Das BMW-Werk in München tritt in eine weitere Phase seines Umbaus zur Fertigung der neuen Elektrofahrzeug-Generation ein. Der Hersteller kündigte an, dass die Serienproduktion des BMW i3 aus der Neue-Klasse-Familie dort im August 2026 beginnt und das Werk ab 2027 nur noch rein elektrische Fahrzeuge bauen soll.
Dabei handelt es sich nicht nur um eine weitere Modellneuheit. BMW spricht vom größten Meilenstein in der Transformation seines Heimatwerks, das während des laufenden Betriebs schrittweise für die Anforderungen der Elektromobilität modernisiert wurde. Laut dem Hersteller steigern die Änderungen die Effizienz, die Flexibilität und den Digitalisierungsgrad des gesamten Betriebs.
Der Hersteller gibt an, rund 650 Millionen Euro in die Transformation des Münchner Werks zu investieren. Zum Projekt gehören ein neuer Karosseriebau, eine neue Montagehalle, Anpassungen in der Logistik sowie die Modernisierung weiterer Fertigungstechnologien. BMW behauptet zudem, dass mit dem Produktionsstart des i3 die gesamten Fertigungskosten des Werks um weitere 10 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand sinken.
Das ist vor allem deshalb ein wichtiges Signal, weil die Kosten der Elektrofahrzeug-Produktion eines der zentralen Themen der europäischen Autohersteller bleiben. BMW macht damit deutlich, dass die Neue Klasse nicht nur ein technologisches Schaufenster sein soll, sondern auch eine Plattform, die die Produktion günstiger machen soll.
Das Münchner Werk besteht seit mehr als hundert Jahren und ist heute vollständig von der Stadt umgeben, weshalb der Platz für eine klassische Erweiterung begrenzt ist. Umso mehr legt BMW Wert auf eine effizientere interne Organisation. Die neue Logistik soll laut Hersteller den Transport von rund 2,5 Millionen Teilen pro Tag bewältigen, wobei etwa 70 Prozent davon künftig direkt an die Montagestationen gehen sollen.
Im Karosseriebau werden für die Modelle der Neuen Klasse 800 neue Roboter im Einsatz sein, und der Automatisierungsgrad soll etwa 98 Prozent erreichen. Ein digitaler Zwilling half bei der Planung des Werks noch vor der physischen Installation der Technologien, und künstliche Intelligenz soll die Qualität sowohl im Presswerk als auch im Lackierwerk überwachen.

BMW bestätigt direkt, dass gerade der elektrische i3 Neue Klasse das zweite Serienmodell dieser Familie sein wird und seine Produktion in München bereits in diesem August anläuft. Das Werk soll dabei nicht bei einem einzigen Auto stehen bleiben. Der Hersteller spricht davon, künftig dort weitere Modelle der Neuen Klasse zu fertigen, darunter auch die Version BMW i3 Touring.
Für BMW ist das ein weiterer Schritt nach der kürzlichen Einführung des Basismodells BMW iX3 40 sDrive, das bereits die preisliche und technische Richtung der neuen Generation gezeigt hat. Das Münchner Werk ergänzt nun dieselbe Geschichte von der anderen Seite: nicht über die Fahrzeugparameter, sondern darüber, wie die Marke Elektrofahrzeuge günstiger und in größerem Volumen bauen will.
Aus Sicht des europäischen Marktes ist das eine bedeutendere Nachricht als die Modernisierung einer einzelnen Fabrik allein. Sollte BMW sein Heimatwerk ab 2027 tatsächlich vollständig auf Elektrofahrzeuge umstellen und dabei niedrigere Kosten halten, wäre das einer der sichtbarsten Tests dafür, ob der Übergang eines Premiumherstellers zur Elektromobilität auch ohne Kompromisse in der Produktion funktionieren kann.