Der Name Freelander gehört zu den bekanntesten in der Geschichte der SUVs. Nach 2015, als Land Rover die Produktion der zweiten Generation einstellte, verschwand er jedoch aus dem Angebot. Jetzt kehrt er zurück — nicht als Modell, sondern als eigenständige Marke. Hinter dem Projekt steht das Gemeinschaftsunternehmen von Chery und Jaguar Land Rover (JLR). Das erste Fahrzeug soll im April 2026 auf der Automesse in Peking gezeigt werden.
Der neue Freelander wird mit dem ursprünglichen britischen Modell technisch nichts gemein haben. Laut Al Volante basiert das erste Modell auf der modularen E0X-Plattform von Chery, die es sich mit den Modellen Exeed Exlantix ET und Luxeed S7 teilt. Das Design hingegen entsteht in Zusammenarbeit der Designzentren von Land Rover und Chery.
Beim ersten Fahrzeug handelt es sich um ein fünf Meter langes SUV mit drei Sitzreihen in der Konfiguration 2+2+2. Autocar beschreibt die Silhouette als Kombination aus robustem Geländewagen-Stil und abfallender Dachlinie.
Die E0X-Plattform ermöglicht sowohl einen rein elektrischen Antrieb als auch eine Version mit Range Extender — einem Verbrennungsmotor, der als Generator zum Aufladen der Batterie dient. Die Leistung soll bis zu 560 PS erreichen. Zur Ausstattung gehören Luftfederung und Assistenzsysteme der Stufe L2.
Die Produktion findet im chinesischen Chery-Werk in Changshu statt — in derselben Fabrik, in der bisher die chinesischen Versionen des Discovery Sport und des Range Rover Evoque gefertigt wurden.
Für JLR ist China seit Langem ein problematischer Markt. Die Land-Rover-Verkäufe im Land sinken seit 2018, und der Marktanteil des Gemeinschaftsunternehmens mit Chery ist auf ein Minimum gefallen. Die Marke Freelander ist ein Versuch, chinesische Kunden mit günstigeren Modellen mit lokaler Technik, aber einer Premium-britischen Marke anzusprechen.
Chery wächst währenddessen global. Im Jahr 2025 exportierte das Unternehmen über 1,2 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas und bietet in Europa Modelle unter den Marken Omoda, Jaecoo sowie unter dem eigenen Namen Chery an. Die Zusammenarbeit mit JLR bei der Marke Freelander ist ein weiterer Schritt beim Aufbau von Glaubwürdigkeit — wenn auch bisher ohne bestätigten Termin für die Ankunft in Europa.
Die Ankunft des Freelander in Europa ist bislang nicht bestätigt. Der erste ausländische Markt außerhalb Chinas wird der Nahe Osten sein, noch im Laufe des Jahres 2026. Für Europa müsste sich die Marke mit den EU-Einfuhrzöllen auf chinesische Elektrofahrzeuge sowie mit dem Risiko der Kannibalisierung der eigenen Chery-Modelle auseinandersetzen, die auf dem Kontinent bereits verkauft werden.