Honda Jazz e:HEV – der kleine Ninja der Stadt

Honda Jazz e:HEV – der kleine Ninja der Stadt

Jiří Zelinka, 5. Mai 2025

Hätte mir vor diesem Test jemand gesagt, ich würde vom Honda Jazz e:HEV begeistert sein, hätte ich wohl nur gelächelt und schnell das Thema gewechselt. Den Jazz habe ich immer als Auto für ruhigere Fahrer gesehen, das im Verkehr eher untergeht, als dass es heraussticht. Doch die Zeiten ändern sich offensichtlich. Schon die ersten Kilometer und die erste Tankfüllung zeigten mir, wie sehr ich mich geirrt hatte. Der Honda Jazz e:HEV hat mich nicht nur mit seinem Komfort und seiner vernünftigen Dynamik überrascht, sondern vor allem mit seinem geradezu unglaublich niedrigen Verbrauch. Und das unter realen Bedingungen im Stadtverkehr, wo die meisten Hybride ihre Schwächen erst richtig zeigen.

Innenraum: Überraschend geräumig und komfortabel

Das Design des Honda Jazz e:HEV wirkt auf den ersten Blick nicht besonders auffällig, überrascht aber mit seiner durchdachten Praktikabilität. Die runden, weichen Linien der Karosserie verleihen dem Auto ein freundliches, unaufdringliches Erscheinungsbild, das perfekt in belebte Stadtstraßen passt. Die kompakten Abmessungen und die hervorragende Übersicht erleichtern das Parken und Manövrieren im dichten Verkehr, wo sich der Jazz wie zu Hause fühlt. Honda hat auf die Aerodynamik großen Wert gelegt – dezent geformte Scheinwerfer, fließende Seitenlinien und ein glatter Heckabschluss tragen zur Reduzierung des Luftwiderstands bei. Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die Konstruktion der A-Säulen – sie sind zweigeteilt, sehr schmal und unauffällig, was die Sicht aus dem Fahrzeug verbessert und die toten Winkel an Kreuzungen minimiert. Insgesamt wirkt das Ganze schlicht, funktional, aber zugleich elegant, ohne unnötig übertriebenen Zierrat.

Innen wirkt der Honda insgesamt durchdacht. Das Interieur kombiniert moderne, klare Linien mit Praktikabilität, und die Materialverarbeitung ist für diese Klasse sehr solide. Die angenehme Stoffpolsterung verleiht dem Innenraum eine warme Atmosphäre. Die Vordersitze überraschen mit Komfort und einer angenehmen Form. Die Einstellmöglichkeiten der Sitze sind nicht endlos, aber für die Klasse völlig ausreichend. Der Honda Jazz punktet vor allem vorne mit Platz, wo auch größere Fahrer bequem Platz finden. Auf den Rücksitzen ist etwas weniger Platz, für Kinder oder kleinere Mitfahrer reicht es aber problemlos. Der Kofferraum bietet serienmäßig 304 Liter, ein solider Wert für ein Stadtauto. Was den Jazz jedoch auszeichnet, ist das Magic-Seats-System – die Rücksitze lassen sich je nach Bedarf hochklappen oder umlegen, sodass auch hohe oder sperrige Gegenstände problemlos transportiert werden können. Die Ladekante ist niedrig und die Öffnung ausreichend breit, was das Hantieren gerade mit größerem Gepäck erleichtert. Insgesamt wirkt der Innenraum des Honda Jazz luftig und für seine Größe überdurchschnittlich geräumig.

Das Infotainment im Honda Jazz e:HEV ist eine angenehme Überraschung. Alles, was man braucht, ist griffbereit, und das System funktioniert zuverlässig. Die Displays sind übersichtlich, die Reaktionszeiten schnell genug und die Bedienung intuitiv. Ich habe kein Interieur auf Maybach-Niveau erwartet, aber insgesamt ist die Ausstattung gar nicht schlecht – es gibt Apple CarPlay, Android Auto, beheizbare Vordersitze oder ein beheizbares Lenkrad (was ich persönlich liebe, vor allem in den Wintermonaten). Und wo wir schon beim Lenkrad sind – es liegt sehr gut in der Hand, wirkt übersichtlich, und Funktionen wie Lautstärke, Tempomat oder Sprachsteuerung lassen sich intuitiv bedienen. Insgesamt entsteht so ein hervorragender Kontakt zwischen Fahrer und Fahrzeug, was zum entspannten Eindruck der gesamten Kabine beiträgt. Das Einzige, was mir hier wirklich fehlte, war eine kabellose Ladefunktion für Mobiltelefone. Gerade weil ich das Handy heute oft einfach in der Tasche trage und das Kabel nicht immer griffbereit ist, wäre eine kabellose Ladeschale wirklich praktisch gewesen. Eine Kleinigkeit, die den Alltag am Steuer aber noch angenehmer machen würde.

Beim Infotainment von Honda ist mir jedenfalls aufgefallen, wie deutlich man merkt, dass Marken wie Honda, Peugeot und andere traditionsreiche Hersteller, die schon lange am Markt sind, ihre Autos einfach besser durchdacht haben. Alles wirkt überlegt, ergonomisch und aufeinander abgestimmt. Bei jüngeren Marken merkt man dagegen gelegentlich, dass sie sich noch orientieren und der Feinschliff bei den Details erst mit der Zeit kommt.

Technik: Ein cleverer Hybrid, der Sinn ergibt

Unter der Haube des Honda Jazz e:HEV steckt ein Hybridantrieb, der einen 1,5-Liter-Benzin-Vierzylinder mit einem Elektromotor und einem e-CVT-Getriebe kombiniert. Die Systemleistung beträgt insgesamt 109 PS, was auf dem Papier nicht spektakulär klingt, in der Praxis aber eine völlig ausreichende Kombination für den täglichen Stadt- und Überlandverkehr darstellt. Der Elektromotor treibt das Auto die meiste Zeit allein an, während der Verbrennungsmotor entweder als Stromgenerator dient oder bei Bedarf für mehr Leistung zugeschaltet wird. Das System arbeitet clever und automatisch, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Die e-CVT-Übersetzung ist geschmeidig, wobei der Motor bei stärkeren Beschleunigungen etwas brummen kann. Andererseits reagiert das Fahrzeug sehr flott auf das Gaspedal, und obwohl der Jazz kein Sportler ist, wirkt er agil. Das gesamte Hybridsystem ist darauf abgestimmt, möglichst viel Kraftstoff zu sparen, ohne dabei an Alltagstauglichkeit zu verlieren. Das Ergebnis ist eine hervorragende Balance zwischen Effizienz und Fahrkomfort.

Ruhiges, aber flottes Fahren ohne Überraschungen

Wie bereits erwähnt, fühlt sich der Honda Jazz e:HEV in der Stadt und auf Landstraßen am wohlsten. Die Lenkung ist leichtgängig und präzise, das Fahrwerk bügelt Unebenheiten gut aus. Im normalen Modus ist das Auto leise und angenehm, bei stärkerer Beschleunigung ist jedoch ein deutlicheres Aufheulen des Verbrennungsmotors zu hören, was dem Komfort etwas abträglich ist. Und wer auf die Autobahn fährt und ein höheres Tempo hält, muss damit rechnen, dass mehr Geräusche in die Kabine dringen – sowohl vom Motor als auch vom Fahrwerk. Das trübt den Gesamteindruck nicht, aber im Vergleich zur Ruhe in der Stadt ist der Unterschied spürbar. Trotzdem ist der Jazz dank des Hybridsystems flott und sehr leicht zu fahren.

Tanken und Reichweite: Einfachheit vor allem

Das Hybridsystem des Honda Jazz benötigt kein Aufladen an der Steckdose. Das Auto erzeugt seinen Strom selbst durch Rekuperation und den Verbrennungsmotor. Die Batterie lädt sich also automatisch während der Fahrt auf. Dadurch ist der Verbrauch in der Stadt phänomenal niedrig – ich fuhr üblicherweise zwischen 3,2 und 3,8 Litern auf 100 km. Auf der Autobahn war der Verbrauch naturgemäß etwas höher, das gilt aber für jedes Auto. Wichtig ist, dass der Unterschied nicht dramatisch ausfiel und in der Praxis nur leicht über vier Litern lag, was immer noch ein hervorragender Wert ist. Mit einer Tankfüllung kommt man problemlos rund 700 km weit.

Ein hervorragender Stadt-Ninja zu einem vernünftigen Preis

Der Honda Jazz e:HEV ist kein besonders günstiger Kleinwagen, er startet bei 619 000 Kč inkl. MwSt. in der Basisausstattung Elegance. Wenn ich aber bedenke, was man für dieses Geld alles bekommt, ergibt der Preis durchaus Sinn. Die reichhaltige Sicherheitsausstattung, die extrem niedrigen Betriebskosten sowie die hohe Praktikabilität und der Komfort bestätigen das nur. Wer beispielsweise die Version Advance Sport möchte, die ein sportlicheres Aussehen, ein besseres Audiosystem und Kleinigkeiten wie farbige Karosserieakzente bietet, muss draufzahlen, da der Preis auf bis zu 689 900 Kč inkl. MwSt. steigt. Höhere Ausstattungslinien bieten dann etwa LED-Nebelscheinwerfer, Navigation, eine Rückfahrkamera und teilweise auch elektrisch einklappbare Außenspiegel. Weitere Aufpreisoptionen umfassen zum Beispiel Metallic- oder Perleffektlackierung für 14 900 Kč oder Premiumlackierung für 16 900 Kč. Insgesamt bietet aber schon die Basisversion des Jazz so viel, dass sie für die meisten Fahrer absolut sinnvoll ist. Zudem handelt es sich um ein Auto mit einem sehr guten Ruf in Sachen Zuverlässigkeit, was bei Hybriden heute ein entscheidender Vorteil ist.

93%
BEWERTUNG

Stärken

  • Extrémně nízká spotřeba paliva
  • Skvělá bezpečnostní výbava už v základu
  • Velmi příjemné městské jízdní vlastnosti
  • Snadné ovládání a parkování

Schwächen

  • Hlučnější spalovací motor při prudší akceleraci
  • Více hluku v kabině při vyšších rychlostech

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