Honda hat die Streichung von drei geplanten Elektroautos für den US-Markt bekannt gegeben — des Honda 0 SUV, der Honda 0 Saloon sowie des sportlichen Acura RSX. Die Gesamtauswirkungen schätzt der Konzern auf bis zu 2,5 Billionen Yen (umgerechnet rund 400 Milliarden Kronen). Mehreren Quellen zufolge handelt es sich um den ersten operativen Verlust des Unternehmens seit seinem Börsengang im Jahr 1957. Ursache dafür sind US-Zölle, eine nachlassende Nachfrage nach Elektroautos sowie die Unfähigkeit, mit chinesischen Herstellern zu konkurrieren.
Alle drei Modelle sollten auf dem neuen Werk Honda EV Hub in Ohio basieren, in das der Konzern 4,4 Milliarden Dollar (über 100 Milliarden Kronen) investiert hat. Die Prototypen stellte Honda auf der CES-Messe in Las Vegas Anfang 2025 vor. Der Acura RSX sollte in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in Produktion gehen.
Das Modell Honda 0 SUV war als praktischer Crossover mit hoher Kabine und dem neuen Betriebssystem ASIMO OS konzipiert. Die Honda 0 Saloon sollte eine flache Sportlimousine mit einem Design zwischen Coupé und Hatchback sein. Der Acura RSX wiederum sollte eine sportliche Zweimotoren-Version mit Allradantrieb darstellen — die Speerspitze der neuen Elektroplattform.

Laut der offiziellen Erklärung von Honda steckt hinter der Entscheidung eine Kombination aus drei Faktoren. Der erste sind US-Zölle, die sich auf die Rentabilität der Benzin- und Hybridmodelle ausgewirkt haben — also auf die wichtigste Einnahmequelle des Unternehmens. Der zweite ist die Abschwächung des US-Elektroautomarkts nach der eingeschränkten Verfügbarkeit der bundesstaatlichen Steuergutschrift und der Lockerung der EPA-Emissionsnormen.
Der dritte und schwerwiegendste Faktor ist laut dem Portal Electrive die Unfähigkeit Hondas, sich gegen chinesische Hersteller zu behaupten. Der Konzern räumte ein, dass „neuere Elektroauto-Hersteller dank softwaredefinierter Fahrzeuge und kurzer Entwicklungszyklen führend sind“ und dass Honda „keine Produkte mit einem wettbewerbsfähigen Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten konnte“.
| Position | Schätzung (Mrd. JPY) | Umrechnung (Mrd. Kč) |
|---|---|---|
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 820–1 120 | 131–179 |
| Verlust aus Beteiligungsinvestitionen | 110–150 | 18–24 |
| Außerordentliche Verluste (nicht konsolidiert) | 340–570 | 54–91 |
| Gesamtauswirkung (Maximum, inkl. künftiger Kosten) | 2 500 | ~400 |
Der überarbeitete operative Ausblick für das im März 2026 endende Geschäftsjahr ist vom ursprünglich erwarteten Gewinn von 550 Milliarden Yen auf einen Verlust von 270 bis 570 Milliarden Yen gefallen. Die detaillierte Strategie will Honda auf einer Pressekonferenz im Mai 2026 vorstellen.
Honda reiht sich damit neben weitere Hersteller ein, die unter dem Druck der US-Zölle und der sich ändernden Regulierung ihre Elektropläne überdacht haben. Wie das Portal Electrek berichtet, haben in den vergangenen Monaten ähnliche Schritte auch Hyundai, Kia, Volkswagen und Ford unternommen.
Honda setzt stattdessen verstärkt auf Hybridmodelle. Der Konzern plant, eine neue Hybridgeneration in Asien und Indien einzuführen und „flexibel zu reagieren“, sollte sich der Markt für Elektroautos ändern.
Das tschechische Angebot von Honda umfasst acht Modelle — vom Jazz für 620.000 Kč bis zum Prelude für 1,2 Millionen. Das einzige Elektroauto im Angebot ist der Honda e:Ny1 ab 1 014 000 Kč. Die gestrichenen Modelle der 0-Serie sollten in Nordamerika starten und später auch Europa erreichen — jetzt ist fraglich, ob sie überhaupt in irgendeiner Form entstehen.
Für tschechische Kunden ist wichtiger, dass Honda nun verstärkt auf Hybride setzt. Der Großteil des tschechischen Portfolios bietet bereits einen Hybridantrieb (Jazz, HR-V, ZR-V, Civic, CR-V), und dieser Trend dürfte sich weiter verstärken. Warum das Hybridsystem von Honda zu den ausgereiftesten am Markt zählt, erklären wir im zweiten Teil unserer Serie über Hondas Hybridtechnik.