

Mit dem i30 hatte ich bisher nur Erfahrung mit dem N, der Innenraum ist mir also nicht unbekannt, aber seine Verarbeitung reicht einfach nicht, um den i30 zu den Besten zu zählen - weder beim Design noch bei der Verarbeitung noch bei den Materialien. An dieser Ausführung sieht man auch, warum dieses Auto günstiger ist, warum es eher eine pragmatische Wahl ist. Aber das ist in Ordnung, für viele Menschen ist ein Auto kein Symbol für Innenraumqualität, sondern ein Transportmittel. Also zu den praktischen Dingen. Zunächst: Die Bedienung von allem im Innenraum ist sehr gut, die größeren Tasten, die vielleicht gerade eben wegen ihres Designs Kritik geerntet haben, erweisen sich als praktisch. Das Kombiinstrument ist eine sehr gelungene Kombination aus klassischen Rundinstrumenten und einem großen Tachometer mit Bordcomputer in der Mitte. Diese Lösung ist sehr übersichtlich und die Informationen gut zugänglich. Die Sicht nach außen ist relativ gut, auch die Sitzposition ist problemlos. Die beheizten, elektrisch verstellbaren Ledersitze mit Belüftung halten einem strengen Maßstab stand und man sitzt darin bequem. Die Mittelkonsole mit Armlehne hat eine Anordnung der Bedienelemente, als wäre sie dem Golf wie aus dem Gesicht geschnitten, samt Rollo zur Abdeckung des Getränkehalters, auf das der Golf der achten Generation mittlerweile verzichten musste. Das Infotainmentsystem funktioniert gut, das Facelift brachte jedoch 3D-Icons mit sich, die schlechter lesbar und etwas klein sind. Dennoch reagiert das System prompt und seine Struktur ist gut verständlich. Die Bordeinheit enthält eine Menge relativ ungewöhnlicher Funktionen wie eine Parkplatzkarte, Kraftstoffpreise, das Wetter oder Naturgeräusche, real wird sie aber wohl vor allem zur Navigation, zum Musikhören beziehungsweise zur Telefonspiegelung dienen. Dafür ist der große Bildschirm mehr als geeignet. Die Zweizonen-Klimaanlage ist von der „alten Schule“ und wird über gut durchdachte runde Regler und Tasten bedient. Sitzplatz gibt es, wie bei einem so langen Auto zu erwarten, für alle Insassen ausreichend, und im Kofferraum stehen 602 Liter zur Verfügung, was wie ein mehr als ausreichender Wert wirkt.

Für den Antrieb sorgt der Mild-Hybrid-Dieselvierzylinder 1.6 CRDi mit 100 kW und dem Doppelkupplungsgetriebe DCT. Das klingt nicht gerade nach einem Rezept für ein spaßiges Auto. Ist es auch nicht und soll es auch nicht sein. Ich beginne beim Motor. Mit seinen 320 Nm bietet er vernünftige Dynamik, Elastizität und theoretisch einen niedrigen Verbrauch, wie man ihn von diesem Motor erwarten kann. Dabei sollen ihm noch zwei Technologien helfen - das Mild-Hybrid-System und das Doppelkupplungsgetriebe DCT. Und hier halten wir kurz inne, denn der tatsächliche Verbrauch liegt keineswegs in dem Bereich, den man bei dieser Technik erwarten würde. Irgendwie konnte ich mich mit dem Mild-Hybrid-System nicht anfreunden, dessen Unterstützung beziehungsweise Nutzen ich - um es vorsichtig auszudrücken - für nicht besonders groß halte. Der Startergenerator liefert zwar weitere 12 kW und 55 Nm, vor allem beim Anfahren, und macht das Auto objektiv lebendiger, aber es stört mich, dass das Auto nach dem Gaswegnehmen viel zu stark durch Rekuperation bremst, obwohl es segeln könnte, was zweifellos die sparsamere Fahrweise ist. Außerdem schaltet sich der Motor erst unter 20 km/h ab, was wirklich nur ein paar Sekunden vor dem Stillstand ist, auf dem Niveau gewöhnlicher Start-Stopp-Systeme. Der Mild-Hybrid-Benziner-Golf konnte schon ab 130 km/h den Gang auslegen und den Motor abschalten, sodass er außer beim Beschleunigen fast immer ohne Motor fuhr. Das Ergebnis war ein Verbrauch von rund 5 Litern. Benzin, wohlgemerkt. Der Diesel-Golf (ohne Mild-Hybrid) kam mit 4,5 Litern aus. Warum dränge ich hier immer wieder den Golf hinein? Weil ich seinen Benzin-Mild-Hybrid für perfekt halte (daher der Vergleich mit dem Benziner) und ich im vergangenen Jahr nicht besonders viele Diesel-Pkw gefahren bin (daher der Vergleich mit dem Diesel). Außerdem misst sich auch der i30 gerne mit dem Golf. Aber zurück zum i30. Der tatsächliche Verbrauch lag (Winter, Winterreifen, 17-Zoll-Räder) bei sparsamer Fahrweise meist bei rund 5,5 Litern. Bei sehr vorsichtiger Überlandfahrt ließen sich 5 Liter erreichen, auf der Autobahn 6 Liter. Und ich habe nach wie vor nicht den Eindruck, dass der Mild-Hybrid dazu wesentlich beiträgt. Ich gebe zu, dass die Verbrauchsspanne nicht groß ist, und das ist sicher ein Plus. Der Verbrauch ist natürlich nicht schlecht, aber den obligatorischen Liter Unterschied gegenüber Benzinmotoren wird man hier nicht finden. Zur Ehre des Motors sei auch gesagt, dass er relativ gut gedämmt ist, von Anfang an leise läuft und man außer bei niedriger oder hoher Drehzahl kaum etwas von ihm mitbekommt.

Der zweite Baustein neben dem sparsamen Motor ist das Doppelkupplungsgetriebe. Abgesehen davon, dass sein Schalthebel von dem einer manuellen Schaltung kaum zu unterscheiden ist, gibt es an seiner Arbeitsweise neben viel Lob nur einen kleinen, für solche Getriebe typischen Kritikpunkt. Es mag kein feinfühliges Rückwärtsfahren bergauf, typischerweise beim Einparken. Es versucht, Motor und Räder möglichst schnell zu verbinden, damit die Kupplung nicht lange durchrutscht. Beim Rangieren braucht man etwas Übung im Umgang mit dem Gaspedal. In der Ebene lässt sich ein leichtes Durchrutschen leichter dosieren, sodass der beschriebene Fall eher ein Extremfall ist. Ansonsten gibt es an seiner Arbeit nichts auszusetzen. Ob es sein Fehler oder der des Motors ist, dass er den Motor manchmal bei rund 1200 Umdrehungen hält, bis unter der Haube das Dröhnen des untertourigen Motors zu hören ist, weiß ich nicht. Im Sportmodus hält es stets einen Gang höher als bei normaler Fahrt, und das genügt für schnellere Reaktionen und geschmeidige Beschleunigung. Die Feinfühligkeit der Schaltvorgänge gefällt und hilft auch bei rutschiger Fahrbahn. Die fließenden Gangwechsel unterstützen die Traktionskontrolle wirkungsvoll, und der schwerere Dieselmotor verschafft den Vorderrädern eine Traktion, die auf Schnee und Eis durchaus überrascht.


Wie bei Hyundai üblich, bietet er eine breite Palette elektronischer Assistenzsysteme. Dasjenige, das derzeit das Niveau der Elektronik-Abstimmung am besten auf die Probe stellt, ist der adaptive Tempomat - der funktioniert sehr gut, einschließlich der aktiven Lenkunterstützung. Zudem beginnt das Fahrzeug nach Betätigen des Blinkers zu beschleunigen, selbst wenn ein Auto vor Ihnen ist, was es auch im dichten Verkehr sehr gut nutzbar macht. Auch die Erkennung von Fahrzeugen im toten Winkel oder das schlüssellose Öffnen funktionieren gut. Der i30 bietet die Möglichkeit, die Fahrmodi zu wechseln. Der Eco-Modus dämpft nur die Gasannahme und ich würde ihn nicht als brauchbar einstufen, aber die übrigen Modi Sport und Normal erschienen mir, wie oben beschrieben, durchaus sinnvoll. Der Sportmodus versteift die Servolenkung und schärft die Gasannahme, schaltet etwas früher hoch und beim Bremsen ebenso angenehm herunter, sodass am Kurvenausgang eine sinnvoll gewählte Geschwindigkeit zur Verfügung steht.