Mercedes-AMG stellt die Produktion des umstrittenen C 63 S E Performance mit Hybrid-Vierzylinder endgültig ein. Laut Car and Driver endet die Produktion Ende Mai 2026, und das Modell wird durch den C 53 mit Reihensechszylinder ersetzt. AMG-Chef Michael Schiebe hatte bereits im vergangenen Sommer gegenüber auto motor und sport eingeräumt, dass die Division die Bereitschaft der Kunden überschätzt habe, die Vierzylinder-Hybridtechnologie zu akzeptieren — jetzt werden seine Worte zu Taten.
Der aktuelle C 63 S E Performance kombiniert einen aufgeladenen Zweiliter-Vierzylinder (476 PS) mit einem Elektromotor an der Hinterachse. Die Systemleistung von 680 PS und der Sprint von null auf hundert in 3,4 Sekunden wirken auf dem Papier beeindruckend. In der Praxis wiegt der Wagen jedoch über 2 190 Kilogramm und es fehlt ihm die spontane Gasannahme sowie der Klang, der die vorherigen Generationen mit Achtzylinder auszeichnete.
Die Verkäufe des C 63 blieben laut Motor1 auf allen wichtigen Märkten hinter den Erwartungen zurück. „Wir hatten mit einer größeren Akzeptanz gerechnet", räumte Schiebe im ursprünglichen Interview ein. Der Vierzylinder funktioniert in den kleineren Modellen A 45 und CLA 45 hervorragend, konnte die Kunden in den größeren Limousinen jedoch nicht überzeugen.
Mit dem bevorstehenden Facelift der C-Klasse verschwinden laut Edmunds die Bezeichnungen C 63 und GLC 63 aus dem Angebot. Ersetzt werden sie durch die Modelle C 53 und GLC 53 mit aufgeladenem 3.0-Liter-Reihensechszylinder mit 443 PS und 560 Nm Drehmoment — demselben Motor, der heute den CLE 53 und E 53 antreibt. Das sind deutlich weniger als die 680 PS des Hybrid-Vierzylinders, doch der Wagen wird laut Road & Track um mehrere hundert Kilogramm leichter sein, mit besserer Gasannahme und natürlicherem Klang.
Auf dem Posten des AMG-Chefs wird Schiebe zudem laut Motor1 von Stefan Weckbach abgelöst, dem bisherigen Chef von Porsche Taycan. Die Produktion des A 45 verlagert sich von Deutschland nach Ungarn. Die Division AMG durchläuft eine grundlegende Restrukturierung.

Der Achtzylinder verschwindet nicht aus dem AMG-Portfolio. Der überarbeitete 4.0-Liter-Biturbo-V8 mit Euro-7-Homologation wandert laut Carscoops in Modelle wie den CLE 63 und ausgewählte größere Fahrzeuge. Für die C-Klasse bedeutet das jedoch das Ende der Achtzylinder-Ära, die 2008 mit dem C 63 AMG begann.
BMW hält bei der M3-Baureihe hingegen am Reihensechszylinder fest — und gerade der M3 Competition mit rund 510 PS wird im Segment zum einsamen Spieler, da er künftig keinen direkten Rivalen mit dem dreizackigen Stern mehr haben wird. Der neue C 53 mit seinen 443 PS zielt eher auf die Position des heutigen BMW M340i.
Der aktuelle Mercedes-AMG C 63 S E Performance startet in Tschechien bei einem Preis von über 2,8 Millionen Kronen. Der Nachfolger C 53 könnte dank der einfacheren Technik ohne Plug-in-Hybridsystem günstiger sein — in Polen beträgt der Unterschied zum BMW M3 laut Magazyn Auto rund 70 000 Zloty (etwa 420 000 Kč). Offizielle tschechische Preise hat Mercedes bisher nicht veröffentlicht — das Facelift der C-Klasse dürfte den tschechischen Markt voraussichtlich im Herbst 2026 erreichen.