Mercedes-Benz hat bestätigt, dass die A-Klasse nicht das Schicksal jener Modellreihen teilen wird, die die Marke im Rahmen ihrer Restrukturierung stillschweigend eingestellt hat. Der Nachfolger des meistverkauften Kompaktwagens mit dem Dreizackstern kommt im Jahr 2028 und basiert auf der MMA-Plattform. Es wird jedoch kein klassischer Hatchback sein — laut Entwicklungschef Jörg Burzer handelt es sich um ein „Fahrzeug, wie es bisher noch keines gab". Die Informationen veröffentlichten AutoWeek, Electrive und Carscoops.
Das Schicksal der A-Klasse wechselte wie das Wetter. Im März 2025 erklärte Technikchef Markus Schäfer, die vierte Generation ende im Jahr 2026 ohne Nachfolger. Ein halbes Jahr später verkündete Konzernchef Ola Källenius auf der Münchner Automesse im September 2025 die Verlängerung der Produktion bis 2028. Beim Kongress von Auto Motor und Sport bestätigte er dann, dass tatsächlich ein Nachfolger entsteht — auch wenn er möglicherweise nicht A-Klasse heißen wird.
Der Grund für die Kehrtwende ist einfach: die weiterhin hohe Nachfrage. Die A-Klasse zählt in Europa zu den meistverkauften Modellen der Marke — im Jahr 2025 entschieden sich nahezu 70 tausend Kunden für sie, nur leicht weniger als im Jahr zuvor (75 240). Ein Modell mit einem solchen Absatz einzustellen, würde bedeuten, Kunden dem BMW 1er oder Audi A3 zu überlassen.
Der Nachfolger der A-Klasse wird weder Hatchback noch Limousine. Laut Carscoops arbeitet Mercedes an einem Crossover, der die höhere Sitzposition eines SUV mit der Praktikabilität eines Kompaktvans verbindet. Jörg Burzer beschrieb ihn als „sehr attraktives Fahrzeug", das sich preislich unterhalb des aktuellen Modells GLA positionieren wird.

Zur Zielgruppe sollen junge Käufer und Familien gehören, die einen Einstieg in die Marke Mercedes suchen, ohne ein vollwertiges SUV kaufen zu müssen. In der Praxis wäre es eine Zusammenführung der Rollen der aktuellen A-Klasse und B-Klasse in einem Modell — und zugleich eine Antwort auf den Trend, dass klassische Hatchbacks in Europa höheren Karosserieformen weichen.
Das neue Modell entsteht auf der modularen Architektur MMA (Mercedes Modular Architecture), die es mit dem neuen CLA, GLA, GLB und dem CLA Shooting Brake teilen wird. Mercedes würde die MMA-Familie damit von ursprünglich genannten vier auf fünf Modellreihen erweitern.
Die Plattform soll laut MercedesBlog eine 800V-Architektur mit einer Ladeleistung von bis zu 320 kW und in der Elektroversion einer Reichweite von bis zu 750 km bieten. Neben dem rein elektrischen Antrieb plant Mercedes auch Mildhybrid-Varianten — gerade sie könnten im preissensiblen Segment den Großteil der Verkäufe ausmachen.
| Parameter | Nachfolger der A-Klasse (2028) |
|---|---|
| Plattform | MMA (Mercedes Modular Architecture) |
| Karosserie | Crossover (SUV × Kompaktvan) |
| Antrieb | BEV, Mildhybrid |
| Architektur | 800V |
| Ladeleistung | bis zu 320 kW |
| Reichweite (BEV) | bis zu 750 km |
| Produktion | Kecskemét, Ungarn |
| Markteinführung | 2028 |
Das neue Modell soll im Werk Kecskemét in Ungarn gefertigt werden. Mercedes plant, die Produktion der aktuellen A-Klasse in dieses Werk zu verlagern und dadurch im deutschen Rastatt Kapazitäten für den CLA freizumachen — ein Modell, nach dem die Nachfrage so groß ist, dass die Wartezeiten mehr als sechs Monate betragen.

Burzer begründete die Entscheidung laut Electrive mit den Worten: „Neben Modellen mit langem Radstand für Asien und Überlegungen zu auf die USA zugeschnittenen Fahrzeugen wollen wir weiterhin ein äußerst attraktives Einstiegsmodell auf der MMA-Architektur für Europa anbieten." Mercedes sieht im Kompaktsegment „Potenzial für profitables Wachstum" — insbesondere in Europa, wo Premium-Kompaktwagen weiterhin das Rückgrat der Verkäufe bilden.
In Tschechien wurden im Jahr 2025 155 neue Fahrzeuge der Mercedes-Benz A-Klasse registriert (Varianten A 200 und A 200 d). Im Vergleich zum GLA (über 300 Zulassungen) ist das eine geringere Zahl, doch das Modell erfüllt weiterhin die Rolle des Einstiegs in die Marke für jüngere Kunden.
Ein Nachfolger in Crossover-Form könnte auf dem tschechischen Markt ein breiteres Publikum ansprechen — eine höhere Karosserie in Kombination mit einem Preis unterhalb des GLA entspricht dem, was tschechische Käufer in der kompakten Premiumklasse suchen. Offen bleibt, ob Mercedes auch Mildhybrid-Versionen mit Dieselmotor anbieten wird, die in Tschechien traditionell beliebt sind.