Der amerikanische Mercedes-Veredler Renntech hat ein Projekt vorgestellt, das sich an Sammler und Liebhaber von Saugmotoren richtet. Das klassische Mercedes-Benz SEC Coupé (C126) aus den Jahren 1981–1991 wird umfassend umgebaut und erhält einen Zwölfzylinder-Saugmotor mit 7,5 Litern Hubraum, eine verbreiterte Widebody-Karosserie und ein manuelles Transaxle-Getriebe. Es entstehen lediglich 12 Exemplare, die jeweils individuell auf Bestellung aufgebaut werden.
Das Herzstück des Umbaus ist ein Aluminium-V12 aus der Mercedes-Baureihe M120 — ein Saugmotor mit 7,5 Litern Hubraum. Auf dieser Basis entstanden auch die Zwölfzylindermotoren für den Pagani Zonda. In der Ausführung von Renntech leistet er 492 kW (660 PS) und entwickelt ein Drehmoment von 880 Nm. Ergänzt wird der Motor durch handgefertigte Abgaskrümmer mit gleich langen Rohrführungen, die den Abgasstrom verbessern und den charakteristischen Klang des Zwölfzylinders hervorheben sollen.
Die Kraftübertragung übernimmt ein speziell angefertigtes Schaltgetriebe in Transaxle-Bauweise — das Differenzial sitzt damit an der Hinterachse, was die Gewichtsverteilung verbessert. Dieses Konzept nutzen beispielsweise einige Modelle von Porsche (924/944/968) oder die Chevrolet Corvette der Generationen C5 bis C8.

Jedes Fahrzeug wird vollständig restauriert — dafür wird es bis auf das nackte Chassis zerlegt. Die verbreiterte Widebody-Karosserie ermöglicht den Einbau breiterer Räder und eine größere Spurweite, was Bodenhaftung und Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten verbessert. Für die Verzögerung sorgen Carbon-Keramik-Bremsscheiben hinter geschmiedeten zweiteiligen Rädern.
Mercedes produzierte das SEC Coupé (intern C126) von 1981 bis 1991 als zweitürige Variante der S-Klasse (W126). Angeboten wurden Reihensechszylinder und V-Achtzylinder, jedoch nie ein Zwölfzylinder — dieser kam erst mit der Nachfolgebaureihe W140. Renntech erschafft damit eine Version, die es ab Werk nie gab.

Die Produktion ist auf 12 von Hand aufgebaute Fahrzeuge begrenzt. Jeder Besitzer kann Innenraum und Exterieur nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten. Der Preis soll in den USA „sechsstellig“ sein (in Dollar) — einen konkreten Betrag hat Renntech nicht veröffentlicht; dieser richtet sich nach der jeweiligen Spezifikation. Laut NewsAuto wird der erste SEC V12 Widebody die Renntech-Werkstatt in Stuart, Florida, im Dezember 2027 verlassen.
Top Gear nennt das Projekt „Sledgehammer“ (Vorschlaghammer) — eine Anspielung auf die Kombination aus klassischem Design und kompromissloser Saugmotorleistung. In einer Zeit, in der die meisten neuen Sportwagen auf Aufladung oder Elektrifizierung setzen, ist ein reiner V12-Saugmotor mit Schaltgetriebe eine Seltenheit.

| Parameter | Wert |
|---|---|
| Motor | M120, V12-Saugmotor |
| Hubraum | 7,5 Liter |
| Leistung | 492 kW (660 PS) |
| Drehmoment | 880 Nm |
| Getriebe | Manuelles Transaxle-Getriebe |
| Bremsen | Carbon-Keramik |
| Räder | Geschmiedet, zweiteilig |
| Produktion | 12 Exemplare |
| Auslieferungen | Ab Dezember 2027 |
Renntech zählt zu den bekanntesten amerikanischen Mercedes-Veredlern. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Stuart, Florida, und ist seit 1989 am Markt — also seit einer Zeit, als das SEC Coupé noch in Sindelfingen vom Band lief. Der SEC V12 Widebody ist das bislang ambitionierteste Projekt des Unternehmens und reiht sich neben Premium-Restomods von Singer (Porsche 911) oder Eagle (Jaguar E-Type) ein. Im Unterschied zu diesen bietet Renntech jedoch eine Kombination, die kein anderer Anbieter auf dem Markt hat: eine klassische W126-Karosserie mit V12-Saugmotor und Handschaltung.