Renntech haucht dem Mercedes SEC neues Leben ein: Saugmotor-V12 mit 660 PS und nur 12 Exemplaren

Renntech haucht dem Mercedes SEC neues Leben ein: Saugmotor-V12 mit 660 PS und nur 12 Exemplaren

Jiří Zelinka, 16. März 2026

Der amerikanische Mercedes-Veredler Renntech hat ein Projekt vorgestellt, das sich an Sammler und Liebhaber von Saugmotoren richtet. Das klassische Mercedes-Benz SEC Coupé (C126) aus den Jahren 1981–1991 wird umfassend umgebaut und erhält einen Zwölfzylinder-Saugmotor mit 7,5 Litern Hubraum, eine verbreiterte Widebody-Karosserie und ein manuelles Transaxle-Getriebe. Es entstehen lediglich 12 Exemplare, die jeweils individuell auf Bestellung aufgebaut werden.

Motor M120: mit dem Pagani Zonda verwandt

Das Herzstück des Umbaus ist ein Aluminium-V12 aus der Mercedes-Baureihe M120 — ein Saugmotor mit 7,5 Litern Hubraum. Auf dieser Basis entstanden auch die Zwölfzylindermotoren für den Pagani Zonda. In der Ausführung von Renntech leistet er 492 kW (660 PS) und entwickelt ein Drehmoment von 880 Nm. Ergänzt wird der Motor durch handgefertigte Abgaskrümmer mit gleich langen Rohrführungen, die den Abgasstrom verbessern und den charakteristischen Klang des Zwölfzylinders hervorheben sollen.

Die Kraftübertragung übernimmt ein speziell angefertigtes Schaltgetriebe in Transaxle-Bauweise — das Differenzial sitzt damit an der Hinterachse, was die Gewichtsverteilung verbessert. Dieses Konzept nutzen beispielsweise einige Modelle von Porsche (924/944/968) oder die Chevrolet Corvette der Generationen C5 bis C8.

Renntech SEC V12 Widebody aus der Frontperspektive
Die verbreiterte Widebody-Karosserie schafft Platz für breitere Räder und verbessert die Bodenhaftung. Foto: Renntech

Widebody und vollständige Restaurierung bis zur letzten Schraube

Jedes Fahrzeug wird vollständig restauriert — dafür wird es bis auf das nackte Chassis zerlegt. Die verbreiterte Widebody-Karosserie ermöglicht den Einbau breiterer Räder und eine größere Spurweite, was Bodenhaftung und Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten verbessert. Für die Verzögerung sorgen Carbon-Keramik-Bremsscheiben hinter geschmiedeten zweiteiligen Rädern.

Mercedes produzierte das SEC Coupé (intern C126) von 1981 bis 1991 als zweitürige Variante der S-Klasse (W126). Angeboten wurden Reihensechszylinder und V-Achtzylinder, jedoch nie ein Zwölfzylinder — dieser kam erst mit der Nachfolgebaureihe W140. Renntech erschafft damit eine Version, die es ab Werk nie gab.

Renntech SEC V12 Widebody, Heckansicht
Das Heck mit zwei Endrohren lässt erahnen, was sich unter der Motorhaube verbirgt. Foto: Renntech

12 Exemplare, erste Auslieferungen im Dezember 2027

Die Produktion ist auf 12 von Hand aufgebaute Fahrzeuge begrenzt. Jeder Besitzer kann Innenraum und Exterieur nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten. Der Preis soll in den USA „sechsstellig“ sein (in Dollar) — einen konkreten Betrag hat Renntech nicht veröffentlicht; dieser richtet sich nach der jeweiligen Spezifikation. Laut NewsAuto wird der erste SEC V12 Widebody die Renntech-Werkstatt in Stuart, Florida, im Dezember 2027 verlassen.

Top Gear nennt das Projekt „Sledgehammer“ (Vorschlaghammer) — eine Anspielung auf die Kombination aus klassischem Design und kompromissloser Saugmotorleistung. In einer Zeit, in der die meisten neuen Sportwagen auf Aufladung oder Elektrifizierung setzen, ist ein reiner V12-Saugmotor mit Schaltgetriebe eine Seltenheit.

Renntech SEC V12 Widebody, Seitenprofil
Das Seitenprofil bewahrt die Proportionen des ursprünglichen SEC, während die verbreiterten Kotflügel den Widebody-Umbau verraten. Foto: Renntech

Renntech SEC V12: Technische Daten

ParameterWert
MotorM120, V12-Saugmotor
Hubraum7,5 Liter
Leistung492 kW (660 PS)
Drehmoment880 Nm
GetriebeManuelles Transaxle-Getriebe
BremsenCarbon-Keramik
RäderGeschmiedet, zweiteilig
Produktion12 Exemplare
AuslieferungenAb Dezember 2027
Quelle: Motor1.com, Renntech

Renntech und die Restomod-Szene: Singer, Eagle und jetzt der SEC

Renntech zählt zu den bekanntesten amerikanischen Mercedes-Veredlern. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Stuart, Florida, und ist seit 1989 am Markt — also seit einer Zeit, als das SEC Coupé noch in Sindelfingen vom Band lief. Der SEC V12 Widebody ist das bislang ambitionierteste Projekt des Unternehmens und reiht sich neben Premium-Restomods von Singer (Porsche 911) oder Eagle (Jaguar E-Type) ein. Im Unterschied zu diesen bietet Renntech jedoch eine Kombination, die kein anderer Anbieter auf dem Markt hat: eine klassische W126-Karosserie mit V12-Saugmotor und Handschaltung.

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