Renault überarbeitet seinen kompakten Elektrowagen Mégane E-Tech – das erste Modell der Marke, das im Jahr 2022 auf einer elektrischen Plattform aufgebaut wurde (heute als RG medium 1.0, früher als AmpR medium bezeichnet). Die Facelift-Version erhält eine überarbeitete Front, einen neuen Akku mit LFP-Chemie und 67 kWh Kapazität, eine WLTP-Reichweite von bis zu 500 km sowie schnelleres Gleichstromladen. Laut Pressemitteilung von Renault wurde das Angebot zugleich auf zwei Ausstattungslinien reduziert und die Technik – darunter der Sprachassistent Google Gemini – erweitert.
Den Antrieb übernimmt ein fremderregter Synchronmotor ohne Seltene Erden, der im französischen Cléon gefertigt wird. Er leistet 160 kW (220 PS) und stellt 300 Nm Drehmoment bereit. Neu ist der Akku auf Basis der LFP-Chemie (Lithium-Eisenphosphat) mit einer nutzbaren Kapazität von 67 kWh, die laut Renault eine Reichweite von bis zu 500 km nach WLTP ermöglicht. Zum Vergleich: Der bisherige Mégane E-Tech war mit NMC-Zellen in 40 oder 60 kWh erhältlich.
Der Akku nutzt eine Cell-to-Pack-Architektur mit 232 eng gepackten Zellen, die der Hersteller mit einem Wirkungsgrad von 53 % beschreibt. Die Gleichstrom-Schnellladekapazität stieg um 35 kW auf 165 kW, sodass das Laden von 15 auf 80 % rund 24 Minuten dauern soll – etwa ein Viertel schneller als bisher. Wechselstromladen funktioniert mit 11 kW, optional mit 22 kW. Renault bietet außerdem bidirektionales Laden mit V2L-Funktion (Versorgung von Verbrauchern mit 220 V und bis zu 3.700 W über einen Adapter) sowie V2G, das Energie ins Netz zurückspeisen kann (je nach Land).

Das Facelift zeigt sich am deutlichsten an der Front, wo laut Hersteller alle Teile außer den Scheinwerfern neu sind. Die seitlichen Lufteinlässe wurden durch eine Lichtsignatur mit acht rautenförmigen Elementen im Schachbrettmuster ersetzt, die Maske besteht aus einer geschlossenen, glänzend schwarzen Fläche mit Rautenmotiv, und das Renault-Logo wanderte unter die Motorhaube. Vorne wie hinten gibt es eine neue grafische Lichtsignatur; die über die gesamte Breite reichenden Rückleuchten sind nun als 3D-Elemente ohne Abdeckscheibe ausgeführt.

Aufgrund des größeren Akkus wuchs das Fahrzeug um 20 mm in der Höhe und wirkt laut Renault vorne breiter. Die Länge bleibt bei 4.200 mm, der Radstand bei 2.685 mm und das Kofferraumvolumen bei 440 Litern (1.332 Liter bei umgeklappten Sitzen). Der Mégane ist in sieben Farben erhältlich, darunter der neue Farbton Satin Blue, sowie optional mit Zwei-Ton-Dach.
Das Interieur wird vom openR-System mit zwei Bildschirmen in umgekehrter L-Form mit 12,3 und 12 Zoll Diagonale dominiert. Das Multimedia-System openR link mit integriertem Google wird nun durch den Konversationsassistenten Google Gemini ergänzt, der natürliche Sprache versteht und Gesprächskontext zwischen Anfragen beibehält. Renault fügt eine dreijährige Internetverbindung hinzu, mit der Apps ohne Teilen von Telefondaten genutzt werden können – einschließlich Video- oder Musik-Streaming.

Mithilfe einer Kamera in der A-Säule, die die europäische Gesetzgebung zur Überwachung der Fahrermüdigkeit vorschreibt, kann der Mégane nun auch den Fahrer per Gesichtserkennung identifizieren und automatisch sein Profil mit Sitz-, Medien- und Umgebungseinstellungen laden; die Daten bleiben laut Renault ausschließlich im Fahrzeug gespeichert. Hinzugekommen sind außerdem der Smart Mode, der selbstständig zwischen Fahrmodi wechselt, die One-Pedal-Funktion, vier über Lenkradschaltwippen steuerbare Rekuperationsstufen sowie ein kabelloser Qi2-Telefonlader. Das Fahrzeug verfügt über mehr als dreißig Assistenzsysteme und wird von der neuen mobilen App my rnlt begleitet. Dieselbe Technik – also Qi2 und Google Gemini – hat Renault in diesem Jahr auch in die Modelle Austral, Espace und Rafale eingeführt.
Die Modellpalette wurde auf zwei Varianten reduziert. Die Ausstattungslinie Techno kommt mit einem Stoßfänger in Wagenfarbe, 19-Zoll-Leichtmetallrädern (optional 20 Zoll), Wärmepumpe und Akku-Vorkonditionierung. Die Topvariante Esprit Alpine fügt serienmäßig 20-Zoll-Räder, spezifische Designelemente, elektrisch einstellbare Massagesitze und ein Harman-Kardon-Audiosystem hinzu. Das Fahrzeug wird im französischen Komplex ElectriCity in Douai gefertigt, wo auch der Akku montiert wird – passend zur Elektrostrategie von Renault, die im Plan futuREady zusammengefasst ist.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Motor | Fremderregter Synchronmotor, 160 kW (220 PS), 300 Nm |
| Akku | LFP, 67 kWh nutzbar (Cell-to-Pack) |
| Reichweite (WLTP) | bis zu 500 km |
| Laden | 11 kW AC (22 kW optional), 165 kW DC; 15–80 % in ca. 24 min |
| 0–100 km/h | 7,6 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
| Abmessungen (L/B/H) | 4.200 / 1.782 / 1.522 mm, Radstand 2.685 mm |
| Kofferraumvolumen | 440 l (1.332 l bei umgeklappten Sitzen) |
| Gewicht | 1.772 kg |
| Produktion | Douai (Fahrzeug + Akku), Cléon (Motor), Frankreich |
Renault hat bislang keinen tschechischen Preis für den überarbeiteten Mégane E-Tech veröffentlicht. Die bisherige Version wird auf dem tschechischen Markt ab 960.000 Kč angeboten, und die Marke verfügt dort über ein dichtes Händlernetz, sodass das neue Fahrzeug regulär bestellbar sein sollte. Im Segment der kompakten Elektrofahrzeuge konkurriert der Mégane unter anderem mit dem Volkswagen ID.3, dem Cupra Born und dem Kia EV3; der größere Bruder Renault Scénic E-Tech bleibt als geräumigeres Familien-SUV im Angebot. Vollständige Spezifikationen und eine Bildergalerie finden Sie auf der Seite des Renault Mégane E-Tech Electric. Die genauen tschechischen Preise und Liefertermine ergänzen wir, sobald Renault Tschechien diese bekanntgibt.