Stellantis bringt seit Ende des vergangenen Jahres still und leise Dieselmotoren in das Angebot von mindestens sieben Pkw- und Nutzfahrzeugmodellen in Europa zurück. Der Konzern, zu dem die Marken Peugeot, Opel, Citroën, DS, Alfa Romeo und Fiat gehören, reagiert damit auf die anhaltende Kundennachfrage und den sich verlangsamenden Umstieg auf Elektromobilität, wie als Erstes die Agentur Reuters berichtete.
„Wir haben uns entschieden, Dieselmotoren in unserem Produktangebot zu behalten und es in einigen Fällen sogar zu erweitern,“ erklärte ein Sprecher von Stellantis gegenüber Motor1. Der Grund dafür sei laut ihm „die Ausrichtung auf die Kundennachfrage.“
Opel hat den Diesel bereits unter die Haube des modernisierten Astra und des Modells Zafira zurückgebracht. Der neue 2,2-Liter-Turbodiesel im Zafira leistet 132 kW (180 PS) und liefert 400 Nm Drehmoment. Opel gibt an, dass dank der neuen Generation der Direkteinspritzung und der optimierten Abgasrückführung sowohl der Verbrauch als auch die CO₂-Emissionen um 13 % gesunken sind.
Peugeot bereitet die Rückkehr der BlueHDi-Version beim modernisierten 308 vor. Citroën Berlingo und Peugeot Rifter bieten den Diesel im Rahmen des Facelifts 2024 bereits wieder an — nach einer rund zweijährigen Pause, in der die Pkw-Versionen nur als Elektrofahrzeuge erhältlich waren. DS und Alfa Romeo bestätigten zugleich, dass die Dieselversionen der Modelle DS 7, Alfa Romeo Tonale, Giulia und Stelvio im Angebot bleiben, schreibt Auto Plus.
Der Anteil reiner Dieselfahrzeuge an den europäischen Verkäufen sank laut ACEA im vergangenen Jahr unter 9 %. Diese Zahl berücksichtigt jedoch nicht die Diesel-Mild-Hybride (MHEV), die die ACEA in die Kategorie „hybrid-electric" einordnet — der tatsächliche Anteil von Autos mit Dieselmotor ist also höher. In Tschechien macht der Diesel traditionell rund ein Viertel der Neuwagenverkäufe aus, deutlich über dem europäischen Durchschnitt.
Stellantis sieht darin jedoch eine Chance. Die Konkurrenz in diesem Segment ist dramatisch geschrumpft — die meisten Hersteller haben den Diesel aus dem Angebot genommen. Chinesische Hersteller, die Stellantis vor allem im Bereich der Elektroautos und Plug-in-Hybride bedrohen, sind im Dieselsegment überhaupt nicht vertreten. Preisgünstige Dieselmodelle können daher als Instrument gegen ihre Expansion dienen, weist Carscoops hin.
Erst vor einem Jahr hatte Stellantis sein eigenes Ziel aufgegeben, in Europa bis 2030 ausschließlich Elektroautos zu verkaufen. Der Konzern behauptet nun, dass die Rückkehr des Diesels seine Elektrifizierungspläne nicht verändert — in den Jahren 2025 und 2026 wird er rund 30 neue Modelle auf den Markt bringen, von denen viele elektrisch oder hybrid sein werden.
Für den tschechischen Markt ist das eine relevante Nachricht. Der neue Peugeot 308 SW startet in Tschechien ab 710 000 Kč, und das Antriebsangebot beschränkt sich laut aktuellem Konfigurator bisher auf Benzin, Mild-Hybrid und Plug-in-Hybrid. Die Hinzunahme des BlueHDi-Diesels würde das Angebot für Kunden erweitern, die höhere Kilometerleistungen zurücklegen.
Opel bewirbt in Tschechien derzeit aktiv eine Kampagne für 500 vergünstigte Fahrzeuge mit dem Corsa ab 399 990 Kč und dem Frontera ab 499 990 Kč. Der Diesel-Astra würde das Angebot um eine Variante ergänzen, die auf dem tschechischen Markt traditionell Abnehmer fand — vor allem bei Firmenflotten. Wann genau der Diesel-308 und der Diesel-Astra in den tschechischen Konfiguratoren erscheinen werden, hat Stellantis bisher nicht konkretisiert.