Xiaomi hat den Verkauf der aktualisierten Version der Elektrolimousine SU7 gestartet, und das Ergebnis übertraf selbst optimistische Schätzungen. In nur 34 Minuten bestellten 15 000 Kunden das Fahrzeug, und innerhalb von fünfzehn Tagen überschritt die Zahl der Bestellungen die Marke von 100 000. Die Marke, die vor zwei Jahren als Neuling aus der Elektronikbranche in den Automobilmarkt eingestiegen ist, bestätigt damit, dass ihre Position im chinesischen Segment der Elektro-Limousinen gefestigt ist. Wie Electrek berichtete, bietet die neue SU7 in der Pro-Version eine Reichweite von bis zu 902 km nach dem chinesischen CLTC-Zyklus.
Xiaomi bietet die aktualisierte SU7 in drei Varianten an. Die Basisversion Standard kostet 229 900 Yuan, die Pro-Version schlägt mit 259 900 Yuan zu Buche, und das Topmodell Max kostet 309 900 Yuan. Bei direkter Kursumrechnung entspricht das 723 000 bis 976 000 Kč — diese Zahlen spiegeln jedoch nicht die europäische Realität wider. Zum Vergleich: Das Tesla Model 3 startet in China bei 235 500 Yuan (740 000 Kč zum Kurs), in Tschechien wird es jedoch ab 899 990 Kč verkauft. Würde Xiaomi ein ähnliches Preisverhältnis ansetzen, könnte der Standard in Europa rund 880 000 Kč kosten, der Pro etwa 1 000 000 Kč und der Max über 1 180 000 Kč. Im Vergleich zur ersten Generation wechselt die gesamte Modellreihe zu einer höheren Spannungsarchitektur — Standard und Pro verfügen über eine 752-V-Plattform, der Max arbeitet mit 897 V.
| Version | Preis in China | Preisschätzung für Europa | Reichweite CLTC | Leistung |
|---|---|---|---|---|
| Standard | 229 900 CNY | ~880 000 Kč* | 720 km | 239 kW (320 PS) |
| Pro | 259 900 CNY | ~1 000 000 Kč* | 902 km | 239 kW (320 PS) |
| Max | 309 900 CNY | ~1 180 000 Kč* | 835 km | 515 kW (690 PS) |
Die Basisversion Standard ist in China damit rund 5 600 Yuan günstiger als das Tesla Model 3 RWD (235 500 Yuan), bietet dabei aber eine größere Reichweite und serienmäßiges LiDAR. Der Preisunterschied zu Tesla ist in China vernachlässigbar — entscheidend wird sein, mit welcher Marge Xiaomi in den europäischen Markt einsteigt.
Der größte Fortschritt gegenüber dem Vorgänger fand im Bereich des autonomen Fahrens statt. Alle drei Varianten der neuen SU7 verfügen serienmäßig über LiDAR, einen 4D-Millimeterwellenradar und eine Rechenleistung von 700 TOPS — die vorherige Generation bot maximal 508 TOPS, und das nur in der teuersten Version. Xiaomi kopiert damit die Strategie chinesischer Konkurrenten, die fortschrittliche Assistenzsysteme aus Aufpreispaketen in die Serienausstattung verlagern — ähnlich wie BYD mit dem System God's Eye.
Auch die Sicherheitsausstattung wurde verbessert. Die Karosserie verwendet Stahl mit einer Festigkeit von 2 200 MPa, der Querträger des Batteriepakets besteht aus Stahl mit 1 500 MPa Festigkeit, und die Zahl der Airbags stieg von sieben auf neun. Gerade die Sicherheit war nach einer Serie von Unfällen chinesischer Elektroautos eines der Hauptthemen, wegen derer die chinesischen Behörden die Vorschriften verschärften.

Die Max-Version mit 897-V-Architektur unterstützt Laden mit einer Geschwindigkeit von 5C — von 10 auf 80 % in etwa 11 Minuten. In einer Viertelstunde an einer Schnellladesäule lädt sie genug Energie für eine Reichweite von 670 km (CLTC) nach. Auch die Basisversion mit der 752-V-Plattform bietet ein deutlich schnelleres Laden als der Vorgänger mit 400-V-Architektur.
Der Elektromotor V6s Plus in den Versionen Standard und Pro leistet 239 kW (320 PS), was einer Steigerung gegenüber den bisherigen 223 kW (299 PS) entspricht. Der zweimotorige Max leistet 515 kW (690 PS). Konkrete Beschleunigungszeiten hat Xiaomi bislang nicht veröffentlicht — die erste Generation des SU7 Max schaffte den Sprint von null auf hundert in 2,78 Sekunden.
Der schnelle Start der aktualisierten SU7 ist kein Zufall. Seit der Markteinführung im März 2024 wurde die erste Generation in mehr als 380 000 Einheiten verkauft, womit sich Xiaomi unter die führenden chinesischen Elektroautohersteller einreihte. Die Marke, deren Hauptgeschäft Smartphones und Elektronik sind, hat es geschafft, ein Produkt zu entwickeln, das auf dem wettbewerbsintensivsten Automobilmarkt der Welt mit Preis, Technologie und Design überzeugt.
Laut Auto Plus wird die aktualisierte SU7 bislang ausschließlich in China verkauft. Sein Europa-Debüt plant Xiaomi für 2027 im Rahmen einer breiteren internationalen Expansion.
Weder in Tschechien noch in einem anderen europäischen Land verkauft Xiaomi bislang Autos. Die Marke verfügt in Europa bisher weder über eine Homologation noch über ein Händlernetz oder eine Servicebasis. Der Markteintritt in Europa im Jahr 2027 wird bedeuten, alles von Grund auf aufbauen zu müssen — oder einen Vertriebspartner zu finden, wie es andere in Tschechien tätige chinesische Marken getan haben.
Offen bleibt, zu welchem genauen Preis die SU7 in Europa verkauft werden wird. Der chinesische Einstiegspreis von 229 900 Yuan (etwa 28 700 Euro zum Kurs) ist auf dem europäischen Markt unrealistisch — Zölle, Homologation, Vertrieb und höhere Mehrwertsteuer werden den Preis deutlich erhöhen. Wie der Fall des Tesla Model 3 zeigt, das in China 235 500 Yuan kostet und in Tschechien ab 899 990 Kč verkauft wird, kann der Preissprung beim Übergang vom chinesischen zum europäischen Markt mehr als das Doppelte betragen. Der Basis-SU7 Standard könnte in Tschechien daher realistisch bei rund 850 000 bis 900 000 Kč starten — also in direkter Konkurrenz zu Tesla.