Xiaomi SU7 der zweiten Generation: 15 000 Bestellungen in einer halben Stunde und eine Reichweite von über 900 km

Xiaomi SU7 der zweiten Generation: 15 000 Bestellungen in einer halben Stunde und eine Reichweite von über 900 km

Jiří Zelinka, 3. April 2026

Xiaomi hat den Verkauf der aktualisierten Version der Elektrolimousine SU7 gestartet, und das Ergebnis übertraf selbst optimistische Schätzungen. In nur 34 Minuten bestellten 15 000 Kunden das Fahrzeug, und innerhalb von fünfzehn Tagen überschritt die Zahl der Bestellungen die Marke von 100 000. Die Marke, die vor zwei Jahren als Neuling aus der Elektronikbranche in den Automobilmarkt eingestiegen ist, bestätigt damit, dass ihre Position im chinesischen Segment der Elektro-Limousinen gefestigt ist. Wie Electrek berichtete, bietet die neue SU7 in der Pro-Version eine Reichweite von bis zu 902 km nach dem chinesischen CLTC-Zyklus.

Drei Versionen ab 229 900 Yuan — in Europa deutlich teurer

Xiaomi bietet die aktualisierte SU7 in drei Varianten an. Die Basisversion Standard kostet 229 900 Yuan, die Pro-Version schlägt mit 259 900 Yuan zu Buche, und das Topmodell Max kostet 309 900 Yuan. Bei direkter Kursumrechnung entspricht das 723 000 bis 976 000 Kč — diese Zahlen spiegeln jedoch nicht die europäische Realität wider. Zum Vergleich: Das Tesla Model 3 startet in China bei 235 500 Yuan (740 000 Kč zum Kurs), in Tschechien wird es jedoch ab 899 990 Kč verkauft. Würde Xiaomi ein ähnliches Preisverhältnis ansetzen, könnte der Standard in Europa rund 880 000 Kč kosten, der Pro etwa 1 000 000 Kč und der Max über 1 180 000 Kč. Im Vergleich zur ersten Generation wechselt die gesamte Modellreihe zu einer höheren Spannungsarchitektur — Standard und Pro verfügen über eine 752-V-Plattform, der Max arbeitet mit 897 V.

VersionPreis in ChinaPreisschätzung für EuropaReichweite CLTCLeistung
Standard229 900 CNY~880 000 Kč*720 km239 kW (320 PS)
Pro259 900 CNY~1 000 000 Kč*902 km239 kW (320 PS)
Max309 900 CNY~1 180 000 Kč*835 km515 kW (690 PS)
*Schätzung des europäischen Preises basierend auf dem Preisverhältnis des Tesla Model 3 (China vs. Tschechien). Der tatsächliche Preis kann abweichen. Quelle: Electrek, Xiaomi

Die Basisversion Standard ist in China damit rund 5 600 Yuan günstiger als das Tesla Model 3 RWD (235 500 Yuan), bietet dabei aber eine größere Reichweite und serienmäßiges LiDAR. Der Preisunterschied zu Tesla ist in China vernachlässigbar — entscheidend wird sein, mit welcher Marge Xiaomi in den europäischen Markt einsteigt.

LiDAR und 700 TOPS serienmäßig

Der größte Fortschritt gegenüber dem Vorgänger fand im Bereich des autonomen Fahrens statt. Alle drei Varianten der neuen SU7 verfügen serienmäßig über LiDAR, einen 4D-Millimeterwellenradar und eine Rechenleistung von 700 TOPS — die vorherige Generation bot maximal 508 TOPS, und das nur in der teuersten Version. Xiaomi kopiert damit die Strategie chinesischer Konkurrenten, die fortschrittliche Assistenzsysteme aus Aufpreispaketen in die Serienausstattung verlagern — ähnlich wie BYD mit dem System God's Eye.

Auch die Sicherheitsausstattung wurde verbessert. Die Karosserie verwendet Stahl mit einer Festigkeit von 2 200 MPa, der Querträger des Batteriepakets besteht aus Stahl mit 1 500 MPa Festigkeit, und die Zahl der Airbags stieg von sieben auf neun. Gerade die Sicherheit war nach einer Serie von Unfällen chinesischer Elektroautos eines der Hauptthemen, wegen derer die chinesischen Behörden die Vorschriften verschärften.

Xiaomi SU7 der ersten Generation verkaufte sich über 380 000 Mal
Die erste Generation des Xiaomi SU7 wurde in zwei Jahren mehr als 380 000 Mal verkauft. Foto: Xiaomi

Laden von 10 auf 80 % in 11 Minuten

Die Max-Version mit 897-V-Architektur unterstützt Laden mit einer Geschwindigkeit von 5C — von 10 auf 80 % in etwa 11 Minuten. In einer Viertelstunde an einer Schnellladesäule lädt sie genug Energie für eine Reichweite von 670 km (CLTC) nach. Auch die Basisversion mit der 752-V-Plattform bietet ein deutlich schnelleres Laden als der Vorgänger mit 400-V-Architektur.

Der Elektromotor V6s Plus in den Versionen Standard und Pro leistet 239 kW (320 PS), was einer Steigerung gegenüber den bisherigen 223 kW (299 PS) entspricht. Der zweimotorige Max leistet 515 kW (690 PS). Konkrete Beschleunigungszeiten hat Xiaomi bislang nicht veröffentlicht — die erste Generation des SU7 Max schaffte den Sprint von null auf hundert in 2,78 Sekunden.

380 000 verkaufte Einheiten in zwei Jahren

Der schnelle Start der aktualisierten SU7 ist kein Zufall. Seit der Markteinführung im März 2024 wurde die erste Generation in mehr als 380 000 Einheiten verkauft, womit sich Xiaomi unter die führenden chinesischen Elektroautohersteller einreihte. Die Marke, deren Hauptgeschäft Smartphones und Elektronik sind, hat es geschafft, ein Produkt zu entwickeln, das auf dem wettbewerbsintensivsten Automobilmarkt der Welt mit Preis, Technologie und Design überzeugt.

Laut Auto Plus wird die aktualisierte SU7 bislang ausschließlich in China verkauft. Sein Europa-Debüt plant Xiaomi für 2027 im Rahmen einer breiteren internationalen Expansion.

Xiaomi in Europa erst 2027

Weder in Tschechien noch in einem anderen europäischen Land verkauft Xiaomi bislang Autos. Die Marke verfügt in Europa bisher weder über eine Homologation noch über ein Händlernetz oder eine Servicebasis. Der Markteintritt in Europa im Jahr 2027 wird bedeuten, alles von Grund auf aufbauen zu müssen — oder einen Vertriebspartner zu finden, wie es andere in Tschechien tätige chinesische Marken getan haben.

Offen bleibt, zu welchem genauen Preis die SU7 in Europa verkauft werden wird. Der chinesische Einstiegspreis von 229 900 Yuan (etwa 28 700 Euro zum Kurs) ist auf dem europäischen Markt unrealistisch — Zölle, Homologation, Vertrieb und höhere Mehrwertsteuer werden den Preis deutlich erhöhen. Wie der Fall des Tesla Model 3 zeigt, das in China 235 500 Yuan kostet und in Tschechien ab 899 990 Kč verkauft wird, kann der Preissprung beim Übergang vom chinesischen zum europäischen Markt mehr als das Doppelte betragen. Der Basis-SU7 Standard könnte in Tschechien daher realistisch bei rund 850 000 bis 900 000 Kč starten — also in direkter Konkurrenz zu Tesla.

Weitere Artikel

Xiaomi plant SUV mit verlängerter Reichweite. Erlkönigfotos enthüllen den Skynomad

Xiaomi plant SUV mit verlängerter Reichweite. Erlkönigfotos enthüllen den Skynomad

Auf chinesischen Straßen sind getarnte Prototypen eines völlig neuen SUV von Xiaomi aufgetaucht. Die Bilder veröffentlichte das Profil ChinaEV Home auf dem Netzwerk X und zeigen erstmals das Fahrzeug,
Tesla startet den Verkauf des Model Y L in den USA. Sechs Sitze und Preis ab 61 990 Dollar

Tesla startet den Verkauf des Model Y L in den USA. Sechs Sitze und Preis ab 61 990 Dollar

Tesla hat die Bestellungen für die verlängerte sechssitzige Version seines meistverkauften Fahrzeugs auch außerhalb Chinas geöffnet. Das Model Y L wird künftig in den Vereinigten Staaten und Puerto Ri
BMW startet Produktion der modernisierten 7er-Reihe: Der elektrische i7 schafft bis zu 727 km und lädt in 28 Minuten

BMW startet Produktion der modernisierten 7er-Reihe: Der elektrische i7 schafft bis zu 727 km und lädt in 28 Minuten

Die modernisierte BMW 7er-Reihe ist in die Serienproduktion gegangen. Im deutschen Werk in Dingolfing lief heute das erste Fahrzeug nach der umfassendsten Modernisierung in der Geschichte der Marke vo
Fiat belebt den Multipla neu: Der elektrische Vierradler Multiplina für unter 10.000 Euro

Fiat belebt den Multipla neu: Der elektrische Vierradler Multiplina für unter 10.000 Euro

Fiat hat offiziell den Multiplina vorgestellt, einen neuen elektrischen Vierradler für die urbane Mobilität, der an den Geist des legendären Fiat 600 Multipla von 1956 anknüpft. Markenchef Olivier Fra
Neuer BMW X5 ist da: Der elektrische iX5 schafft bis zu 845 km Reichweite und lädt mit 460 kW

Neuer BMW X5 ist da: Der elektrische iX5 schafft bis zu 845 km Reichweite und lädt mit 460 kW

BMW hat offiziell die fünfte Generation seines großen SUV X5 (interne Bezeichnung G65) vorgestellt. Das Modell, das 1999 faktisch das Segment der Premium-SUVs mit sportlichem Anspruch begründete, erhä
Dacia Striker, früher C-Neo: Hybrid, LPG und Allradantrieb vor der Premiere

Dacia Striker, früher C-Neo: Hybrid, LPG und Allradantrieb vor der Premiere

Dacia bereitet das längste Fahrzeug seiner Geschichte vor. Das C-Segment-Crossover-Kombi, das lange unter dem Codenamen C-Neo kursierte, hat den offiziellen Namen Striker erhalten und nähert sich nach
0Porovnávač