Wenn von einem „Stadt-Crossover“ die Rede ist, denkt man meist an ein Auto, das sich unauffällig einfügt. Es stört nicht, es provoziert nicht, und vor allem passt es in jede Parklücke zwischen den Bordsteinen. Hyundai zeigt aber in den letzten Jahren, dass es auch anders geht – dass selbst ein Stadtauto Schwung, Charakter und sogar Fahrfreude haben kann. Genau mit dieser Erwartungshaltung (und einer Prise Skepsis) habe ich mir den neuen Hyundai Kona der aktuellen Generation ausgeliehen. Eine Woche mit ihm hat mir gezeigt: Auch wenn ein Auto einen nicht auf den ersten Blick begeistert, kann es einen nach und nach für sich gewinnen. Langsam. Wie ein Kaffee ohne Zucker, der am Ende doch am besten schmeckt.
Die Kona ist seit 2017 im Programm von Hyundai und hat sich seither ihren festen Platz auf dem Markt erobert. Die neue Generation kommt mit einem überarbeiteten Design, einem verbesserten Interieur, neuen Technologien und wirkt insgesamt moderner und selbstbewusster. Es ist ein Crossover, der mehr sein will als nur praktisch – und genau darauf habe ich mich während meiner Woche am Steuer konzentriert.
Der erste Eindruck zählt viel. Und der Hyundai Kona hinterlässt definitiv einen. Nein, dieses Auto wird man nicht mit der Konkurrenz verwechseln. Mit den markanten, über die gesamte Fahrzeugbreite gezogenen LED-Tagfahrlichtern, den kantigen Stoßfängern und den scharf geschnittenen Linien wirkt er modern, vielleicht sogar ein wenig futuristisch. Es ist ein Design, das keine Angst davor hat, aufzufallen. In Grau mit schwarzem Dach wirkt die getestete Version elegant und zugleich dynamisch. Das ist kein Crossover, der sich unterordnet – eher einer, an den man sich bei jedem Blick aus dem Fenster erinnert.
Beim Einsteigen überraschte mich das Interieur, das schlicht, aber sehr modern wirkt. Hyundai setzt hier auf klare Linien, hochwertige Verarbeitung und eine praktische Anordnung. Die mit einer Kombination aus Stoff und Kunstleder bezogenen Sitze sind bequem und bieten ausreichend Seitenhalt. Luxus im Sinne von Leder und Massagefunktion darf man nicht erwarten, doch die Ergonomie ist sehr solide. Die Sitzposition am Lenkrad ist natürlich, das Lenkrad liegt gut in der Hand, und die Sicht aus dem Auto ist angenehm luftig.
Vorne gibt es reichlich Platz, hinten ist es eher solides Mittelmaß – Kinder oder durchschnittlich große Erwachsene werden sich nicht beschweren. Über dem Kopf bleibt dank der cleveren Dachformung auch bei größeren Personen ausreichend Raum. Der Kofferraum mit 466 Litern (inklusive Zwischenboden) ist kein Rekordwert, reicht aber für den Alltag völlig aus. Zudem überzeugt die Variabilität – klappt man die Rücksitze um, entsteht eine ebene Ladefläche.

Aus technologischer Sicht hat Hyundai einen großen Schritt nach vorn gemacht. Das Interieur wird von zwei miteinander verbundenen Displays dominiert – eines vor dem Fahrer als digitales Kombiinstrument, das andere in der Mitte als Infotainmentsystem. Beide messen 10,25 Zoll, bieten eine hohe Auflösung und sind sehr gut ablesbar. Der Wechsel zwischen den Anzeigemodi ist einfach, intuitiv, und alles läuft flüssig. Positiv überrascht hat mich auch die Reaktionsgeschwindigkeit des Touchscreens – keine Verzögerung, kein Suchen nach Tasten.
Das Infotainmentsystem unterstützt Apple CarPlay und Android Auto, beides auch kabellos. Die Verbindung läuft reibungslos und ohne Aussetzer. Navigation, Spotify, Podcasts – alles funktionierte so, wie man es von einem neuen, modernen Auto erwarten würde. Auch USB-C-Anschlüsse zum Schnellladen und eine praktisch platzierte kabellose Ladeschale für das Smartphone fehlen nicht.
In puncto Ausstattung war die getestete Version wirklich üppig bestückt – Adaptiver Tempomat, Toter-Winkel-Warner, Spurhalteassistent, automatische Notbremsung, Müdigkeitswarner und, bei höheren Ausstattungslinien, sogar eine 360-Grad-Kamera. All diese Assistenzsysteme arbeiten dezent, ohne unnötiges Piepen oder übertriebenes Eingreifen. Die Kona versucht also nicht, für einen zu fahren – sie signalisiert nur, dass sie da ist, falls man sie braucht.

Wenn man in ein Stadt-SUV einsteigt, erwartet man oft nicht allzu viel Fahrspaß. Und genau hier hat mich die Kona positiv überrascht. Das Testmodell war mit dem 1.6-T-GDI-Motor mit 147 kW (200 PS) und einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet. Schon bei der ersten Beschleunigung wurde klar: Hier geht es nicht nur um den Transport von A nach B. Die Kona kann durchaus flott sein, die spritzigen Reaktionen des Motors und die Schaltbereitschaft des Getriebes erzeugen einen fast sportlichen Eindruck.
Das Fahrwerk ist eher straff abgestimmt, aber nicht unangenehm hart. In der Stadt macht es sich zwar bei größeren Unebenheiten bemerkbar, doch das ist nichts, was einen zu einer Routenänderung zwingen würde. Im Gegenteil – außerhalb der Stadt und auf Landstraßen zahlt sich das straffere Fahrwerk aus. Das Auto hält die Spur, neigt sich in Kurven kaum und reagiert sehr präzise. Die Lenkung hat einen angenehmen Widerstand, ist nicht überassistiert, und das Auto wirkt insgesamt sehr souverän. Für manche vielleicht überraschend spaßig.
Auf der Autobahn ist die Kona auch bei höheren Geschwindigkeiten stabil, die Geräuschdämmung ist durchschnittlich – auf gutem Belag sehr gut, bei 130 km/h macht sich jedoch Windgeräusch an den Spiegeln und Rädern bemerkbar. Nichts jedoch, was das gewohnte Hörprogramm stören würde. Die Fahreindrücke lassen sich einfach zusammenfassen: Die Kona ist kein Sportler, doch wenn man sie ein wenig fordert, protestiert sie keineswegs.
Der 1.6-T-GDI-Motor ist auch aus anderen Modellen von Hyundai und Kia bekannt – und auch hier erweist er sich als ideale Wahl für alle, die etwas mehr wollen. Dank 200 PS hat das Auto genug Kraft zum Überholen, für flotte Beschleunigungen und Elastizität in jeder Situation. Das DCT-Getriebe (Doppelkupplung) arbeitet geschmeidig, schnell und meist ohne unnötiges Zögern. Nur beim Anfahren am Berg oder bei sehr langsamer Fahrt reagiert es gelegentlich mit einem leichten Ruckeln, was aber eher der Bauweise geschuldet ist als ein echter Fehler.
Und der Verbrauch? Im Alltag lag ich meist bei rund 7,5–8 Litern auf 100 Kilometer. In der Stadt, mit eingeschalteter Klimaanlage und mehreren Stopps, kann der Verbrauch durchaus auf 9 Liter steigen. Auf der Autobahn bei 130 km/h sollte man mit etwa 8,5 l/100 km rechnen. Auf Landstraßen lässt sich bei vorausschauender Fahrweise auch unter 7 l/100 km bleiben. Für 200 PS sind das keine schlechten Werte – die Kona ist kein Vielfraß, aber man sollte auch keinen Hybrid-Verbrauch erwarten.

Und wie viel kostet das Ganze? Der Hyundai Kona startet in Tschechien bei 519.40,8 € in der Version mit dem Dreizylinder-Benzinmotor. Die getestete Variante mit dem stärkeren Motor, Doppelkupplungsgetriebe und höherer Ausstattung bewegt sich im Bereich von 700.000 bis 750.0,0 €. Auf den ersten Blick vielleicht ein hoher Betrag, doch wenn man Ausstattung, Technik und den Gesamteindruck des Autos berücksichtigt, bekommt man wirklich viel geboten für sein Geld. Zumal die Konkurrenz nicht wesentlich günstiger ist.
Was kann man sich gegen Aufpreis gönnen? Die Metallic-Lackierung der Karosserie kostet 16.37,1 € und verleiht dem Auto ein markanteres, edleres Aussehen. Für 15.0,0 € lässt sich das sogenannte Paket Guardian Plus wählen, das beheizte Vordersitze, ein beheiztes Lenkrad und eine elektrische Lordosenstütze für den Fahrer umfasst – ideal für alle, die häufig im Winter oder auf längeren Strecken unterwegs sind. Für die praktische Seite gibt es zudem Fußmatten aus Velours für 1.12,0 €, die jeder zu schätzen weiß, der das Interieur sauber und gepflegt halten möchte. Und was erfreut: Das Grundsicherheitsset mit Warndreieck, Warnwesten und Verbandskasten ist kostenlos inbegriffen.
Der Hyundai Kona ist kein Auto, das einen bei der ersten Ausfahrt umhaut. Doch je mehr Zeit man mit ihm verbringt, desto mehr beginnt man, seine Ausgewogenheit zu schätzen. Er ist kein Ultra-Sport-SUV, bietet aber eine angenehme Dynamik, Komfort und Stil. Das Interieur wirkt modern, das Infotainment ist erstklassig, und die Technik funktioniert genau so, wie sie sollte. Wer ein Auto für die Stadt, für Ausflüge, den täglichen Gebrauch und gelegentliche Freude am Steuer sucht – für den ist die Kona eine sehr solide Wahl.