Ein Großraumauto ist der Traum vieler. Nachdem die Fahrzeugkategorie MPV in Vergessenheit geraten ist, müssen sich Interessenten an unbegrenztem Platzangebot inzwischen an Personenversionen von Transportern wenden, für die sie bereit sind (oder gezwungen sind), nicht geringe Summen zu zahlen. Das weiß Volkswagen mit dem Multivan ebenso wie Mercedes mit dem Viano, aber auch der von uns getestete Hyundai Staria. Bei der Markteinführung in Tschechien lockte er mit einem deutlich niedrigeren Preis als der so populäre Multivan. Zudem verfügte er über einen Dieselmotor, den der damals neue Multivan noch nicht anbot. Die Zeiten haben sich geändert: Der Multivan bietet inzwischen ebenfalls einen Diesel an, während der Diesel im Staria umgekehrt sein Schwanengesang singt, um durch einen Benzinmotor ersetzt zu werden. Was jedoch bleibt, ist der relativ günstige Einstiegspreis. Der Staria beginnt nämlich bei 900.0,0 € in der Ausstattung Comfort. Die Version mit 9 Sitzen haben wir im vergangenen Jahr getestet, jetzt war die höchste Ausstattungslinie Luxury mit den konkurrenzlosen Sitzen in der zweiten Reihe an der Reihe.

Sehen Sie sich dieses Auto an. Hätten Sie gedacht, dass sich aus dem Konzept eines einraumigen Minibusses ein derart einzigartiges Design entwickeln lässt? Die geniale Idee mit der schmalen Linie an der Front und den Hauptscheinwerfern, die im Kühlergrill versteckt sind, ist bewundernswert. Die sehr niedrige Gürtellinie der Karosserie sorgt sowohl für eine originelle Optik als auch für ein sehr luftiges Interieur. Zudem sind mit dem Designpaket Brass Chrome einige Karosserieteile (Logo, Außenspiegel, Lichteinfassungen) in Messingfarbe ausgeführt, was mit der silbernen Farbe hervorragend harmoniert. Elektrisch betätigt werden nicht nur die Seitentüren, die sehr leise Schlösser und einen ebenso leisen Verschiebemechanismus haben, sondern auch die riesige hintere Heckklappe ist elektrisch.

Die Innenraumgestaltung der Luxury-Version dreht sich vor allem um die zweite Sitzreihe. Die verschiebbaren/klappbaren Ultra-Luxussitze bieten einen Komfort, wie man ihn sonst nirgends findet. In der dritten Reihe befindet sich eine „gewöhnliche“ Dreierbank. Alle Sitze sind mit schönem beigem Leder bezogen. Auf den ersten Blick sieht das fantastisch aus. Diese Helligkeit, diese Qualität der Bezüge, diese Einstellmöglichkeiten, diese Luftigkeit. Eine große Enttäuschung ist der Kofferraum mit einem Volumen von 117 bis 431 Litern. Im Vergleich zur 9-Sitzer-Version mit 831 bis 1.303 Litern ist das ein großer und unerwarteter Unterschied. Das liegt an zwei Dingen: Die hintere Bank lässt sich nicht einfach herausnehmen, und sie kann sich nur in einem so engen Bereich bewegen, dass die zweite Reihe nicht eingeschränkt wird. Denn wenn jemand in diesen zauberhaften Sitzen liegt, benötigt er etwa 2 Meter Länge.

Derzeit läuft der Abverkauf der Dieselaggregate 2,2 CRDi, die neu durch den Benziner 1.6 T-GDI ersetzt werden. Den von uns getesteten Dieselmotor können Sie mit Schalt- oder Automatikgetriebe sowie mit Vorderrad- oder Allradantrieb kombinieren. Der Motor leistet 130 kW, vor allem aber kraftvolle 430 Nm im Bereich von 1500 bis 2500 Umdrehungen. Dadurch beschleunigt er in 12,5 Sekunden auf hundert und soll im WLTP-Modus 8,1 bis 8,5 Liter Diesel auf hundert Kilometer benötigen. Die Begeisterung wird etwas gebremst durch einen Blick in die technischen Daten, wo wir erfahren, dass das Leergewicht 2300 kg beträgt, was wahrlich nicht wenig ist.

Ich habe es oben schon angedeutet, aber im Innenraum erlebt man eine Überraschung nach der anderen. Von den wunderschönen beigen Ledersitzen über die Wildlederverkleidung des Innenraums, die tolle Rundumsicht, zahlreiche Ablagemöglichkeiten, zwei Panoramafenster bis hin zur großartigen Komfortausstattung inklusive belüfteter Sitze. Auch die in der zweiten Reihe. Diese können es mit der Ersten Klasse im Flugzeug aufnehmen. Belüftet, beheizt, klappbar mit elektrisch bedienbarer Fußstütze. Mit Blick zu den Sternen und zwei Armlehnen. Natürlich hat jeder Spaß seinen Preis, und der Preis, den Sie hier zahlen, ist die erwähnte Einschränkung des Kofferraums, denn die letzte Reihe lässt sich nicht sehr weit nach vorne verschieben (um die Sessel nicht zu gefährden). Zwar lässt sich die Sitzfläche nach oben klappen und die hinteren Rückenlehnen umlegen, aber als ich meinen Eltern einen Kühlschrank mit einer Grundfläche von 60 x 60 cm transportieren wollte, gelang es mir nicht, eine entsprechende Tiefe im Kofferraum zu schaffen. Der Kofferraum hat eine maximale Tiefe von etwa 50 cm. Hoppla. Beim weiteren Studieren finde ich noch eine Kamera für den hinteren Innenraumbereich, ein fahrzeuginternes Mikrofon sowie eine 360-Grad-Kameraansicht rund um das Fahrzeug. Es fehlt nicht an Lademöglichkeiten und Getränkehaltern für vorne und hinten. Es gibt eigentlich nichts zu beanstanden. Doch, etwas gibt es. Auf den Vordersitzen, speziell auf dem des Fahrers, fehlte mir die linke Armlehne. Dadurch kann man nicht ganz aufrecht und symmetrisch sitzen.

Nach dem Starten ist ein gut hörbares Klappern des Dieselaggregats zu vernehmen. Mit dem Taster wähle ich die Fahrtrichtung und fahre mit durchrutschendem Drehmomentwandler ganz sanft los. Herrlich. Das Getriebe schaltet sehr sanft und hält die Drehzahl oft konstant, sodass die Gangwechsel praktisch nicht spürbar sind. Wenn man nur sacht Gas gibt, bewegt sich die Drehzahl im Bereich von 1500 bis 2000 Umdrehungen, und der Staria bewegt sich wirklich samtweich. Trotzdem ist das Gewicht recht deutlich zu spüren. Vor allem daran, wie das Dieselaggregat schnauft, und auch daran, wie der Staria dahingleitet. Und auch am Verbrauch. Auf der Autobahn dreht der Motor bei 2000 Umdrehungen, und ich erlebte einen ähnlichen Verbrauch wie den auf dem Langzeitzähler, rund 9,5 Liter. In diesem Moment spürt man, dass der Motor von dem Gewicht und dem Widerstand allmählich genug hat, und auch im Innenraum steigt der Geräuschpegel. Deshalb habe ich lieber etwas Tempo herausgenommen und den adaptiven Tempomaten auf 115 km/h eingestellt. Neben der Geräuschreduzierung sank auch der Verbrauch deutlich, und am Ende der Autobahn sah ich schöne 7,5 Liter auf hundert. Als ich außerorts sehr defensiv fuhr, sah ich sogar 6,5 Liter. Das erfordert allerdings schon große Konzentration und vorausschauendes Fahren. Was die Geräusche im Innenraum betrifft, sind diese bis etwa 100 km/h sehr niedrig, steigen dann aber ziemlich schnell an.

Ich gebe zu, dass mich diese Version mit einer noch geringeren Variabilität des Innenraums als die 9-Sitzer-Version, bei der ich schon einige Vorbehalte hatte, etwas enttäuscht hat. Ich verstehe, dass es sich nicht um ein typisches Familienauto handelt, aber ich kann mir auch keine Taxi-Variante oder einen Einsatz bei einem Transportdienst vorstellen, wenn so wenig Ladung in den Kofferraum passt. Was Fahreigenschaften, Ausstattung, Komfort, aber auch die Lenkung betrifft, lässt sich kaum etwas kritisieren – das alles funktioniert sehr gut, und man macht sicher nichts falsch. Wie in der Einleitung erwähnt, läuft die Dieselvariante aus und wird durch den 1.6 T-GDI ersetzt. Ich denke, das wird ein weiterer Nachteil sein, denn wenn die Dieselversion mit 9 Litern auskommt, wird die Benzinversion sicher mit 10, vielleicht sogar 11 Litern fahren. Die Geräuschkulisse wird sich sicher verbessern, aber ich denke, dass der Verbrauch trotz Hybridtechnik zu hoch sein wird.