Ehrlich gesagt? Ich hatte keine Lust, dieses Auto zurückzugeben. Ich hatte den Hyundai Santa Fe wieder für eine Woche geliehen, und in diesen paar Tagen hat er mich so für sich eingenommen, dass ich ernsthaft überlegt habe, wie ich ihn länger behalten könnte.
Meine Erwartungen waren eher verhalten – die Klassiker: großes SUV, Komfort, ein paar Assistenzsysteme. Aber der Santa Fe hat mich gleich am ersten Tag überrascht. Dieser Riese sieht nicht nur toll aus und fährt sich gut, sondern hat mich vor allem mit seiner Sparsamkeit an der Zapfsäule überrascht. Den Ausdruck „eine ganze Woche nicht tanken“ habe ich wirklich wörtlich gemeint. Das 67-Liter-Tankvolumen habe ich fast wie eine psychologische Therapie empfunden – Hunderte Kilometer ohne Tanken? Genau das will wohl jeder.

Der Santa Fe ist einfach… markant und groß. In der neuesten, fünften Generation (MX5, seit August 2023) setzt Hyundai auf ein mutiges, kantiges Design – scharfe Kanten, selbstbewusste Formen, „H“-förmige Lichter, die den einen an einen Retro-Computer aus den 90ern erinnern, den anderen an die Ausstattung eines Raumfahrtmoduls. Für mich sieht das Auto aus, als hätte jemand einen Offroad-Muskelprotz mit einem modernen Stadt-SUV gekreuzt und die ganze Kombination mit dem Lineal gezeichnet. Keine runden Formen, kein Versuch, niedlich zu wirken – das ist ein SUV, das keine Angst hat, die Schultern zu zeigen.
Und von hinten? Da sieht es fast aus wie ein Gesicht mit einer riesig hohen Stirn – ob man es nun so sieht oder nicht, sobald man es einmal bemerkt hat, wird man es nicht mehr los. Breite und Radstand wurden vergrößert (der Radstand dieser Generation beträgt zum Beispiel 2815 mm), das bedeutet +5 cm gegenüber der Vorgängergeneration, also mehr Platz auch auf den Rücksitzen. Das Heck des Autos erinnert an eine Terrasse an einem modernen Haus – groß, praktisch, geradezu eine Einladung, sich dort mit einem Kaffee hinzusetzen. Und die praktische elektrische Öffnung der Heckklappe lässt sich in der Höhe anpassen – ideal, wenn man unter einem niedrigen Dach oder Baum parkt. Selbst ausprobiert.


Und hier kommen wir zu dem, was den Santa Fe zu einem so komfortablen Reisebegleiter macht. Das Armaturenbrett wird von zwei großen 12,3-Zoll-Bildschirmen dominiert – einer dient als digitales Kombiinstrument, der andere als zentrales Infotainmentsystem. Alles wirkt übersichtlich und modern, keine blinkenden Discolichter. Und wenn es dunkel wird, sieht die Displaygrafik richtig gut aus – fast als würde man im Cockpit einer smarten Rakete sitzen. Was mich aber wirklich gefreut hat, sind die klassischen Tasten. Sie sind dort, wo man sie erwartet, clever angeordnet und vor allem – man findet sie sofort. Kein kompliziertes Suchen in Menüs. Die Bedienung von Klimaanlage, Sitzen oder Lautstärke ist schnell, klar und intuitiv. So soll es sein – Touchscreens sind schön und gut, aber physische Knöpfe haben einfach etwas für sich. Das ist allerdings nur meine Meinung, und ich verstehe auch diejenigen, die moderne Touchscreens bevorzugen.

Die Vordersitze – vollelektrisch verstellbar, beheizt und belüftet, mit Massagefunktion und der Möglichkeit, die Rückenlehne abzusenken. Sie haben sogar eine Wadenstütze. Und auch auf den Rücksitzen gibt es Extras – USB‑C-Anschlüsse, eine Lüftungsdüse, Steckdosen, praktisch ein kleines Heimkino für die Kinder. Ideal, wenn man mit ihnen oder mit Freunden einen Ausflug macht – jeder kann sein Handy aufladen, eine Serie schauen, und niemand streitet sich um das Ladekabel. Und wenn die Sonne untergeht, sorgt die ambiente LED-Beleuchtung für eine angenehme Atmosphäre – egal, ob man eine gedämpfte Abendstimmung einstellt oder etwas Farbe ins Spiel bringen möchte. Die Steuerung funktioniert auch bequem über die App, sodass man das schon vor dem Start vom Handy aus einstellen kann.


Triple-Digit-Bewertung – Nappaleder in der Calligraphy-Ausstattung? Oberklasse. Digitaler Rückspiegel, zehn Airbags, adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelassistent = das Gefühl eines familientauglichen Cockpits der ersten Liga. Und der Kofferraum! Ich habe ihn in ein rollendes Büro und eine Wellnesszone für den Hund verwandelt. Der Kofferraum fasst nämlich 969–1582 l (bei der älteren Generation 2.2 CRDi), sodass Wochenendausflüge mit Sportausrüstung kein Problem sind.

Die Lenkung ist präzise, aber angesichts des Gewichts (rund 2 Tonnen) recht weich abgestimmt – ideal für Autobahnen und Fernstraßen, nicht für Driftfahrten. In Kurven neigt sich das Auto leicht, hat mich aber nie aus der Ruhe gebracht. Die Dämpfung von Unebenheiten? Wie aus dem Lehrbuch – das Fahrwerk schluckt Schlaglöcher und Unebenheiten, die man kaum spürt. Der elektronisch gesteuerte 4×4-Antrieb bewältigt auch leichteres Gelände – keine extremen Offroad-Expeditionen, aber ruhigere unebene Waldwege durchaus.
Der Tankinhalt beträgt 67 l (Hybrid). Ich bin rund 800 km gefahren und habe kein einziges Mal getankt! Absolute Klasse. Was den Verbrauch betrifft – die getestete Vollhybrid-Version (ohne externes Laden) hat sich rund 6 bis 7 l/100 km genehmigt, und das im normalen Betrieb – ein Mix aus Stadt, Umland und Autobahn. Für ein so großes SUV ist das gar nicht schlecht. Wer zum Plug-in-Hybrid (PHEV) greift und regelmäßig laden kann, kommt real sogar auf unter 2 Liter auf hundert Kilometer. Das hängt dort aber stark davon ab, wie viel man rein elektrisch fährt.
Anders gesagt – der Santa Fe kann sparsam fahren, wirkt dabei aber immer noch wie ein ordentliches Stück Automobil, das etwas aushält. Kein Spielzeugauto mit einem Tank in der Größe einer PET-Flasche.

Hyundai bietet eine Reihe von Motoren an:
Bei mir war es die Benzinversion 1.6 Hybrid (230 PS), Automatikgetriebe (8-Gang), 4WD-Antrieb – alles wirkte leise und geschmeidig. Zügig im Stadtverkehr, flotte Beschleunigung beim Überholen. Ein Asphaltbrenner ist er zwar nicht, aber an Dynamik mangelt es wirklich nicht. In der Stadt wirkt er flott, und auf der Autobahn hat er immer noch etwas zu bieten – Überholvorgänge meistert er ohne Zögern.
Preisliste in der Tschechischen Republik (Juni 2025):
Der Einstiegspreis mit reichhaltiger Ausstattung bewegt sich um 1,2 – 1,5 Mio. €, was im Vergleich zu Alternativen wie dem Škoda Kodiaq, dem VW Tiguan Allspace oder dem Toyota Highlander gar nicht so viel ist. Und angesichts von Platzangebot und Technik wirkt das wie eine vernünftige Wahl.

Nach einer Woche voller Erlebnisse mit dem Santa Fe habe ich verstanden, warum dieses Fahrzeug Auszeichnungen wie SUV des Jahres, Auto des Jahres der Frauenjury 2025, TOP Technisches Design usw. einheimst. Er sieht einzigartig aus, man fühlt sich darin stilvoll, komfortabel und sicher, und der große Tank (plus der Vollhybridantrieb) macht das Fahren zu einem sorgenfreien Erlebnis. Wer ein geräumiges, gut ausgestattetes und dabei noch recht sparsames Familien-SUV sucht, für den erfüllt der Santa Fe alle Anforderungen.