Škoda Epiq geht in Spanien in Produktion: Erste Škoda aus Pamplona teilt die Linie mit dem VW ID. Cross

Škoda Epiq geht in Spanien in Produktion: Erste Škoda aus Pamplona teilt die Linie mit dem VW ID. Cross

Jiří Zelinka, 8. Juni 2026

Das günstigste Elektroauto der Marke Škoda ist nicht länger nur auf dem Papier. Die Serienproduktion des Modells Epiq hat im Werk Volkswagen Navarra am Rande des spanischen Pamplona begonnen. Laut Pressemitteilung von Škoda Auto ist dies das erste Fahrzeug der Marke aus Mladá Boleslav, das in Spanien hergestellt wird, und erst das zweite Modell des aktuellen europäischen Portfolios, das außerhalb der Tschechischen Republik montiert wird – nach dem Superb.

Für Škoda ist das mehr als eine logistische Randnotiz. Die Verlagerung der Produktion des Einstiegselektroautos nach Spanien schafft laut dem Hersteller Kapazitäten in den heimischen Werken für weitere stark nachgefragte Modelle. Mladá Boleslav kann sich so auf das konzentrieren, was es in großen Stückzahlen beherrscht, während der neue Stadtcrosser auf einer für Elektrofahrzeuge vorbereiteten Linie entsteht.

Auf einer Linie mit dem Volkswagen ID. Cross

Der Epiq läuft neben seinem Konzernbruder Volkswagen ID. Cross vom Band, mit dem er die Technik teilt. Beide Fahrzeuge basieren auf der neuen Plattform MEB+ mit Frontantrieb und gehören zum Projekt Electric Urban Car Family, das im Rahmen der Volumenmarken der Brand Group Core (Škoda, Volkswagen, CUPRA) den Markteintritt erschwinglicher Elektroautos koordiniert. Ziel ist es, Entwicklung und Produktion zu teilen und die Kosten für das Einstiegselektroauto so weit zu senken, dass es preislich bestehen kann.

Spanien wird damit zum Zentrum der Konzernproduktion bezahlbarer Elektroautos. Neben Pamplona hat auch das Werk in Martorell die Montage verwandter Fahrzeuge aufgenommen, wo CUPRA Raval und Volkswagen ID. Polo entstehen. Genau CUPRA Raval und VW ID. Polo sind die engsten Verwandten des Epiq, mit denen er dieselbe technische Basis teilt.

Škoda Epiq von vorne, neue Designsprache Modern Solid
Der Epiq ist die erste Serien-Škoda, die vollständig in der Designsprache Modern Solid gestaltet wurde. Foto: Škoda Auto

Was der Epiq zu bieten hat

Der Epiq wurde am 19. Mai in Zürich als erstes Modell der Marke vorgestellt, das alle Elemente der neuen Designsprache Modern Solid trägt. Er misst 4,17 Meter und ist damit sieben Zentimeter kürzer als der Verbrenner-Kamiq, bietet dank der Elektrofahrzeug-Plattform jedoch einen geräumigeren Innenraum und einen Kofferraum mit 475 Litern. In Tschechien startet er in der Topaustattung Epiq 55; günstigere Varianten mit LFP-Batterie folgen im Laufe des Jahres. Vollständige Spezifikationen und einen Vergleich finden Sie auf der Enthüllungsseite des Epiq oder auf der Modellseite des Škoda Epiq.

VersionLeistungBatterieReichweite (WLTP)DC-LadenPreis ab
Epiq 3585 kW37,5 kWh (LFP)315 km50 kW619 000 Kč
Epiq 4099 kW37,5 kWh (LFP)315 km88 kWca. 700 000 Kč (Schätzung)
Epiq 55155 kW51,5 kWh (NMC)441 km105 kW779 000 Kč
Versionen und tschechische Preise des Škoda Epiq. Quelle: Škoda Auto Preisliste. Preis der Version 40 noch nicht bestätigt.
Škoda Epiq von der Seite, kompakter Elektro-Crossover
Der Epiq misst 4,17 Meter und zielt auf das erschwinglichste Segment der Elektroautos ab. Foto: Škoda Auto

Ein Werk, das Autos für drei Marken fertigt

Das Werk Volkswagen Navarra gehört zu den bedeutendsten Produktionsstandorten des gesamten Konzerns. Es wurde 1965 gegründet und seitdem – nach dem Übergang zu Volkswagen im Jahr 1984 – sind laut Hersteller bereits über zehn Millionen Fahrzeuge vom Band gelaufen. Fast fünftausend Mitarbeiter produzieren hier täglich mehr als 1.400 Fahrzeuge. Wie das Heimatwerk von Škoda in Mladá Boleslav ist auch die hiesige Linie in der Lage, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und rein elektrische Modelle auf einer Anlage zu kombinieren.

Škoda Epiq von hinten, Rücklichter in T-Form
Das Heck des Epiq mit der T-förmigen Lichtsignatur. Foto: Škoda Auto

Zusammen mit dem siebensitzigen SUV Peaq, das am 23. Juni Premiere feiert, spielt der Epiq eine Schlüsselrolle in Škodas Plan, die Anzahl der elektrischen Modelle im Angebot im Laufe dieses Jahres zu verdoppeln.

Was die spanische Produktion für deutsche Kunden bedeutet

An den Preisen oder der Verfügbarkeit in Tschechien ändert die Produktionsverlagerung nach Pamplona nichts. Der Vorverkauf des Epiq läuft bereits im heimischen Händlernetz, zunächst nur in der Topaustattung Epiq 55 Essence für 779 000 Kč; der günstigste Epiq 35 für 619 000 Kč kommt erst mit dem Start der LFP-Varianten-Produktion im Herbst. Für Privatkäufer fällt der Epiq dabei unter kein Förderprogramm – der staatliche Zuschuss von 200 000 Kč aus dem nationalen Aufbauplan richtet sich ausschließlich an Unternehmen, Selbstständige und die öffentliche Verwaltung.

Preislich trifft der Epiq 55 auf konzerninterne Konkurrenz. Der Volkswagen ID. Polo in vergleichbarer Ausstattung mit 155 kW startet bei 799 000 Kč, der sportliche CUPRA Raval VZ mit 166 kW kostet rund 750 000 Kč (der Basis-Raval beginnt bei 660 000 Kč). Dass das günstigste elektrische Škoda-Modell in Spanien entsteht, ist für tschechische Kunden vor allem ein Signal, dass der Konzern erschwingliche Elektroautos ernst nimmt und ihre Produktion an einem Ort bündelt.

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