Tesla hat ein neues Patent für Sportsitze angemeldet und die Eintragung einer Marke für den Roadster beantragt. Elon Musk bestätigte zugleich, dass er am 1. April 2026 die endgültige Serienspezifikation enthüllen wird. Nach neun Jahren voller Versprechen rückt der ambitionierteste elektrische Supersportwagen damit näher an die Realität.
Der Tesla Roadster wurde erstmals im November 2017 gezeigt. Elon Musk kündigte damals den Produktionsstart für das Jahr 2020 an und bot Kunden die Möglichkeit, eine Anzahlung zu leisten. In diesen neun Jahren gelang es Tesla, den Cybertruck zu entwickeln, vorzustellen und in Serie zu produzieren, während der Roadster nie in Produktion ging.
Laut Autoblog.nl ändert sich die Lage jedoch. Musk erklärte Ende des Jahres 2025, dass der Roadster tatsächlich kommen werde, und legte den 1. April 2026 als Termin für die Enthüllung der Serienspezifikation fest. Ob die Wahl dieses Datums eine bewusste Provokation oder reiner Zufall ist, lässt Tesla unkommentiert.
Ein stärkeres Signal als Worte sind die Patentanmeldungen. Das Portal Teslarati machte auf das am 5. März 2026 veröffentlichte Patent US 20260061898 A1 aufmerksam. Es beschreibt ein Sitzsystem, das als ein einziger durchgehender Verbundrahmen gefertigt wird — Sitzfläche, Rückenlehne, Kopfstütze und Seitenwangen bilden eine einzige thermogeformte Struktur.
Anstelle klassischer Metallmechanismen und Schrauben verwendet das Patent flexible Verbundscharniere, die eine präzise Einstellung der Rückenlehnenneigung ermöglichen. Der Rahmen verfügt über sechs Zonen mit unterschiedlicher Steifigkeit, sechs Freiheitsgrade bei der Positionierung und eine elektronische Steuerung über ein Steuergerät. Die Airbags sind direkt in die Seitenwangen integriert.

Der Ansatz entspricht der Philosophie von Tesla — so wie das Unternehmen mit Gigacasting Hunderte Karosserieteile durch ein einziges Gussteil ersetzt hat, wendet es dasselbe Prinzip nun auf den Innenraum an. Weniger Teile bedeuten ein geringeres Gewicht, weniger potenzielle Defekte und eine einfachere Montage.
Zum Sitzpatent kommt die Eintragung der Marke „Roadster“ einschließlich eines neuen Emblems hinzu. Beide Anmeldungen deuten darauf hin, dass Tesla die endgültige visuelle Identität des Fahrzeugs vorbereitet — ein Schritt, den Marken üblicherweise kurz vor der Markteinführung vornehmen.
Der ursprüngliche Prototyp aus dem Jahr 2017 versprach einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 1,9 Sekunden, womit er sich neben Hypersportwagen wie dem Rimac Nevera einreihte. Musk deutete seitdem wiederholt an, eine Sprintzeit von unter einer Sekunde anzustreben. In den USA wird ein Preis von rund 200 000 Dollar erwartet.
Offen bleibt das Schicksal der 80 Roadster, die Kunden über das Empfehlungsprogramm von Tesla erhalten haben. Wer 50 neue Kunden vermittelte, hatte Anspruch auf einen kostenlosen Roadster. Wie Tesla mit diesen Verpflichtungen umgehen wird, hat das Unternehmen bislang nicht konkretisiert.
Tesla verkauft in Tschechien über seinen offiziellen Onlineshop und ein Servicezentrum in Prag. Aktuell reicht das Angebot vom Model 3 bis zum Model X, die Preise beginnen bei ungefähr einer Million Kronen. Bei einem US-Preis von 200 000 Dollar würde der Roadster nach Hinzurechnung des Zolls und der tschechischen Mehrwertsteuer schätzungsweise 5,5 bis 6 Millionen Kronen kosten — und damit in einem Segment antreten, in dem Tesla bislang nicht vertreten ist und in dem er mit Fahrzeugen wie dem Porsche Taycan Turbo GT konkurrieren würde.
Ob der Roadster am 1. April tatsächlich in seiner endgültigen Form präsentiert wird, wissen wir in zwei Wochen.