Tesla schließt FSD-Tests in Europa ab. Zulassung in den Niederlanden im April erwartet

Tesla schließt FSD-Tests in Europa ab. Zulassung in den Niederlanden im April erwartet

Jiří Zelinka, 28. März 2026

Tesla Europe hat den Abschluss der letzten Testphase des Systems Full Self-Driving (Supervised) in Zusammenarbeit mit der niederländischen Fahrzeugbehörde RDW bekannt gegeben. Sämtliche Unterlagen für die Genehmigung gemäß der Regelung UN R-171 und für Ausnahmen nach Artikel 39 wurden eingereicht. Die Genehmigung in den Niederlanden wird am 10. April 2026 erwartet — der ursprüngliche Termin am 20. März wurde aufgrund der gründlichen internen Prüfung durch die RDW verschoben.

1,6 Millionen Kilometer und 18 Monate Tests

Das FSD-Genehmigungsverfahren in Europa dauerte 18 Monate intensiver Zusammenarbeit mit der RDW. Tesla legte dabei mehr als 1,6 Millionen Kilometer auf europäischen Straßen zurück, führte mehr als 13 000 Fahrten mit Kunden an Bord durch und absolvierte über 4 500 Testszenarien auf abgesperrten Teststrecken. Das Unternehmen erstellte Tausende Seiten Dokumentation zu mehr als 400 regulatorischen Anforderungen und ließ Dutzende unabhängige Sicherheitsstudien anfertigen.

Laut Tesla handelt es sich um das bislang anspruchsvollste Zertifizierungsverfahren, das das System durchlaufen hat. Auf dem US-Markt ist keine vorherige Genehmigung durch eine Regulierungsbehörde erforderlich — der Hersteller trägt die Verantwortung selbst. Die Europäische Union verlangt dagegen die Einhaltung der Regelung UN R-171 über Fahrerassistenzsysteme (DCAS), die strenge Bedingungen für automatisierte Manöver, die ständige Überwachung durch den Fahrer und den Datenschutz festlegt.

Tesla Full Self-Driving Supervised aus der Innenraumperspektive
Das System FSD (Supervised) erfordert die ständige Aufmerksamkeit des Fahrers — eine Kamera überwacht seine Blickrichtung. Foto: Tesla

Was sich bei der Regulierung geändert hat: Novellierung der UN R-171

Eine Schlüsselrolle spielte die im Jahr 2025 verabschiedete Novellierung der Regelung UN R-171. Die neue Fassung erlaubt erstmals automatische Spurwechsel auf Autobahnen ohne Eingreifen des Fahrers sowie weitere automatisierte Funktionen, die nach der früheren Fassung der Regelung verboten waren. Damit entfielen die wichtigsten technischen Hürden, aufgrund derer sich die Genehmigung wiederholt verzögert hatte.

Noch im Jahr 2024 warnte ein ehemaliger Tesla-Manager, dass einige regulatorische Aspekte das Verfahren bis ins Jahr 2028 verzögern könnten. Als Gründe galten bürokratische Hürden, umfangreiche Prüfungen und die Notwendigkeit, die Vorschriften zu Datenschutz und Haftung zwischen den Mitgliedstaaten abzustimmen. Die Novellierung aus dem Jahr 2025 hat die meisten dieser Bedenken ausgeräumt.

FSD (Supervised) fällt in die Kategorie der Stufen des autonomen Fahrens Level 2+ — das System fährt, der Fahrer muss jedoch jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. Es handelt sich also nicht um vollständig autonomes Fahren ohne Aufsicht, wie der Name vermuten lassen könnte.

Von den Niederlanden in die gesamte EU: gegenseitige Anerkennung

Sobald die Niederlande die nationale Genehmigung erteilen, können die übrigen EU-Mitgliedstaaten das System nach dem Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung von Typgenehmigungen anerkennen. Tesla rechnet mit einer europaweiten Einführung von FSD im Sommer 2026.

Europa ist der letzte große Markt, auf dem FSD bislang noch nicht verfügbar ist. In den USA kommt das System in Hunderttausenden Fahrzeugen zum Einsatz. In China strebt Tesla die vollständige Einführung ungefähr im selben Zeitraum an, allerdings wird das Verfahren durch Anforderungen an die lokale Datenspeicherung erschwert. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die Genehmigung für die erste Hälfte des Jahres 2026 vorgesehen.

MarktFSD-StatusVoraussichtliche Einführung
USAAktivSeit 2024
KanadaAktivSeit 2025
EU (Niederlande)GenehmigungsverfahrenApril 2026
EU (übrige Staaten)Warten auf NLSommer 2026
ChinaTeilweise GenehmigungFrühjahr 2026
VAEIm Verfahren1. Hälfte 2026
Übersicht über die Verfügbarkeit von Tesla FSD auf den Weltmärkten. Quelle: Teslarati

FSD für tschechische Tesla-Besitzer: Was Sie erwarten können

In Tschechien verkauft Tesla das Model 3 ab 37.200 € und das Model Y ab 46.500 €. Für Besitzer von Fahrzeugen mit HW4-Hardware (ungefähr seit Mitte 2023) soll FSD nach der europäischen Genehmigung als kostenpflichtiges Softwareupdate verfügbar sein. Ältere Fahrzeuge mit HW3-Hardware werden das System voraussichtlich nicht unterstützen.

Offen bleibt die Preisfrage. In den USA kostet das monatliche FSD-Abonnement 99 Dollar, der einmalige Kauf dagegen 8 000 Dollar. Die europäischen Preise hat Tesla bislang nicht veröffentlicht. Die aktuelle Preisliste und alle verfügbaren Motorisierungen des Tesla Model Y finden Sie in unserer Datenbank.

Offen bleibt auch die Frage, wie gut das System auf die örtlichen Bedingungen vorbereitet ist — es muss mit tschechischen Verkehrszeichen, engen Gassen historischer Stadtzentren oder Kreisverkehren ohne Fahrbahnmarkierungen zurechtkommen. Ob die Qualität von FSD in Tschechien mit der in den USA vergleichbar sein wird, muss sich erst in der Praxis zeigen.

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