Tesla entwickelt das intern als Redwood bezeichnete erschwingliche Elektroauto weiter. Durchgesickerte interne Dokumente enthüllen wichtige technische Eckdaten: eine 53-kWh-Batterie mit LFP-Chemie und die völlig neue NV9X-Plattform, die weder mit dem aktuellen Model 3 noch mit dem Model Y etwas gemeinsam hat. Die Informationen stammen von Auto Plus, NotebookCheck und Foro Coches Eléctricos.
In den durchgesickerten Dokumenten taucht wiederholt der Code „PACK_53_LFP_NV9X“ auf. Die Bezeichnung NV9X entspricht keiner bisherigen Plattform von Tesla – es handelt sich also nicht um eine vereinfachte Version eines bestehenden Modells, sondern um eine gezielt für das günstigere Segment entwickelte Architektur. Tesla soll während der Entwicklung einen rund 24 Tausend Dollar teuren Honda Civic zerlegt haben, um zu verstehen, wie sich ein erschwingliches Auto mit möglichst wenigen Qualitätskompromissen bauen lässt.
Die NV9X-Plattform soll eine 48-Volt-Niederspannungsarchitektur nutzen, die Tesla erstmals im Cybertruck eingesetzt hat, sowie ein fortschrittliches Gigacasting-Verfahren, bei dem große Karosserieteile in einem Stück gegossen werden. Genau diese Technologien sollen die Produktionskosten auf ein Niveau senken, das einen Verkaufspreis von rund 25 Tausend Euro ermöglicht.
Die Dokumente deuten auf den Einsatz einer Batterie mit 53 kWh Kapazität und LFP-Chemie (Lithium-Eisenphosphat) hin, die wahrscheinlich vom chinesischen Zulieferer CATL stammt. Akkus mit LFP-Chemie sind günstiger in der Herstellung und haben meist eine längere Lebensdauer als NMC-Zellen, bieten allerdings eine geringere Energiedichte. Für ein erschwingliches Elektroauto ist das eine logische Wahl – dieselbe Zellchemie verwendet Tesla in den Basisversionen des Model 3 und des Model Y.
Die internen Dokumente nennen einen Zielverbrauch von rund 130 Wh pro Meile, also etwa 8 kWh auf 100 km. Sollte Tesla diesen Wert erreichen, wäre das Fahrzeug eines der effizientesten Serien-Elektroautos auf dem Markt. Analysten rechnen jedoch mit einer realen Reichweite zwischen 350 und 400 km nach WLTP – der Zielverbrauch aus den durchgesickerten Dokumenten muss nicht mit den Ergebnissen der Homologationsprüfung übereinstimmen, bei der Fahrwiderstände, Gewicht und ein realistisches Geschwindigkeitsprofil zum Tragen kommen.

Optisch soll das Model 2 an ein verkleinertes Model Y erinnern – es handelt sich um einen kompakten Crossover und nicht um ein Schrägheckmodell, wie zuvor spekuliert wurde. Damit stellt sich die Frage, ob Tesla am Ende überhaupt die Bezeichnung „Model 2“ verwenden wird. Angesichts der bisherigen Namenskonvention (Model S, 3, X, Y) könnte das Fahrzeug letztlich eine andere Bezeichnung erhalten.
Das Auto soll für das autonome Fahrsystem Full Self-Driving mit dem neuen HW5-Computer samt 3nm-Prozessor ausgestattet werden. Aufgrund regulatorischer Einschränkungen funktioniert FSD in Europa bislang nicht in vollem Umfang, doch Tesla plant die Hardware so, dass sie für eine künftige Zulassung vorbereitet ist. Über die Stufen des autonomen Fahrens und ihre Regulierung in Tschechien haben wir ausführlicher berichtet.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Interne Bezeichnung | Redwood / NV9X |
| Karosserietyp | kompakter Crossover |
| Batterie | 53 kWh LFP (wahrsch. CATL) |
| Zielverbrauch | ~8 kWh / 100 km (internes Ziel) |
| Erwartete Reichweite | 350–400 km (WLTP-Schätzung) |
| Architektur | 48V-Niederspannungssystem |
| Autonomes Fahren | HW5 (3nm-Prozessor) |
| Produktion | Giga Texas, später Giga Berlin |
| Zielpreis | ~25 000 EUR (~26.900 €) |
Tesla plante ursprünglich, das günstige Elektroauto in der vorgesehenen Gigafactory in Mexiko zu produzieren. Probleme mit der Genehmigung und die Kosten für die Versetzung von Mitarbeitern bewogen das Unternehmen jedoch dazu, die anfängliche Produktion in die Giga Texas in Austin zu verlegen. Die Zielkapazität liegt bei 10 Tausend Fahrzeugen pro Woche, also rund einer halben Million pro Jahr.
Für den europäischen Markt soll das Model 2 in der Giga Berlin gebaut werden, wo Tesla derzeit das Model Y montiert. Die lokale Produktion ist für Tesla wichtig – sie senkt die Logistikkosten und umgeht mögliche Zölle. Zur Erinnerung: Für in China produzierte Tesla gilt derzeit ein EU-Zoll in Höhe von 7,8 %.
Hier herrscht die größte Unsicherheit. Ältere Leaks aus dem Jahr 2024 sprachen von einem Produktionsstart Mitte 2025 – dazu kam es offensichtlich nicht. Aktuelle Berichte bestätigen, dass die Entwicklung weitergeht, doch Tesla hat keinen konkreten Präsentationstermin bekannt gegeben. Die realistische Einschätzung der meisten Analysten geht vom Jahr 2027 aus.
Tesla ist in dieser Hinsicht für verspätete Auslieferungen bekannt. Der Roadster der zweiten Generation wurde erstmals im Jahr 2017 vorgestellt, die Serienproduktion hat jedoch noch immer nicht begonnen. Beim günstigen Elektroauto ist der Handlungsdruck allerdings größer – der Wettbewerb im Segment unter 30 Tausend Euro wächst. Der Renault 5 E-Tech wird in Tschechien ab 629 Tausend Kronen verkauft, der Citroën ë-C3 startet unter 550 Tausend, und chinesische Marken drücken die Preise noch weiter.
Der derzeit günstigste Tesla auf dem tschechischen Markt ist das Model 3 mit einem Preis ab 962 Tausend Kronen. Das Model Y beginnt bei 43.000 €. Sollte Tesla tatsächlich ein Auto für 650 Tausend Kronen auf den Markt bringen, würde die Marke in eine völlig andere Preisklasse vorstoßen – und direkt mit europäischen Modellen wie dem Renault 5 oder dem Peugeot e-208 konkurrieren.
Im Jahr 2025 wurden in Tschechien laut Daten des SDA fast 2 000 neue Tesla zugelassen, wobei das Model Y den größten Anteil ausmachte. Ein günstigeres Modell könnte diese Stückzahlen deutlich steigern – das Segment kompakter Elektroautos unter einer Million Kronen wächst in Tschechien am schnellsten.